7 Dinge, die dir niemand über Minimalismus sagt

Vielleicht hast du auch den Vorsatz für dieses Jahr, dass du Jahr ausmisten oder gar minimalistisch leben willst. Es gibt da ein paar Punkte, über die niemand oder sagen wir fast niemand spricht und die du wissen solltest.

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  1. Minimalismus bedeutet für jeden etwas anderes

Wir alle sind Individuen, befinden uns in unterschiedlichen Lebenssituationen und haben daher unterschiedliche Bedürfnisse. Unter uns Minimalisten gibt es Studenten, die in einer WG leben und daher z.B. kein Geschirr benötigen, weil es bereits in der WG vorhanden ist. Es gibt Selbstständige, die um ihren Lebensunterhalt zu verdienen, diverses Equipment benötigen. Weiterhin gibt es auch minimalistische Familien mit Kindern. Du siehst ganz unterschiedliche Lebenssituation und aufgrund dessen natürlich auch ganz andere Bedürfnisse. Nicht jeder Minimalist besitzt nur noch das, was in einen Rucksack passt und das ist auch gut so.

2. Du wirst von anderen beurteilt und eventuell verurteilt

Egal ob du z.B. kaufsüchtig bist oder Minimalist, du wirst von anderen aufgrund deiner Lebenssituation beurteilt und eventuell auch verurteilt. Das passiert nicht immer nur durch fremde Personen, sondern auch durch Freunde und Familie. Meine Mutter hat mich einmal vorgestellt, als die Tochter, die gerade eine komische Lebensphase durchlebt und sich von allem trennen muss. Ein Fotograf, der letzten Monat bei mir zuhause war, meinte, als er meine Wohnung betrat: „Sie sind Minimalistin? Hier sieht es genauso aus, wie bei anderen Menschen zuhause.“ Ich habe mich in dem Moment gefragt, welches Bild er von Minimalisten hat.. Ich gehe davon aus, dass er das Bild vor Augen hat von einer Person, die nur 100 Dinge besitzt. Anscheinend liegt es in der Natur des Menschen andere zu beurteilen.

3. Es fühlt sich gut an zu spenden und zu verschenken

Ich hätte früher nie gedacht, wie erfüllend es sein kann, Dinge zu spenden und zu verschenken, die ich nicht mehr benötige. Das Strahlen und die Dankbarkeit, die ich von vielen erlebt habe, lässt sich schwer in Worte fassen. Nur weil du etwas nicht mehr benötigt, heißt es nicht, dass es niemand anderes benötigen kann. Es ist ein herzerfüllendes Gefühl etwas gutes zu tun und anderen zu helfen, denen es nicht so gut geht wie mir. Probier es mal aus.

4. Es ist nicht immer einfach

Es ist nicht immer einfach Minimalisten zu sein. Auch der Weg dorthin war für mich nicht immer einfach. Wie ich vor langer Zeit schon mal erwähnt habe, wird man beim Ausmisten und Reduzieren oft mit alten Emotionen und eventuell auch nicht abgeschlossenen Situation und Konflikten konfrontiert. Es kann sein, dass Dinge aufgearbeitet werden müssen, die lange tief in uns geschlummert haben. 

Zusätzlich dazu, wenn du den Ballast abgeworfen hast, wirst du eventuell von deinen Freunden und Familie schief angeschaut. Ein beliebtes und wichtiges Thema sind auch die lieben Geschenke. Auch wenn du nichts willst und aktuell nichts benötigst, werden deine Großeltern oder auch Eltern, dies nicht verstehen, da sie zu einer anderen Zeit aufgewachsen sind, vielleicht auch zu Kriegszeiten, als ein großer Mangel herrschte.

5. Minimalisten sind nicht perfekt

Wir Minimalisten sind nicht perfekt. Was ist perfekt? Auch bei uns Minimalisten ist es mal unordentlich und wir haben auch mal Fehlkäufe. Das ist menschlich. Auch ich habe letztes Jahr aufgrund von fehlender Zeit einen Fehlkauf getätigt. Daraus habe ich gelernt und ich werde ab sofort nicht mehr bis zur letzten Minute warten, bis ich eine Entscheidung treffe.

6. Minimalismus löst nicht alle deine Probleme

Ich dachte früher, dass Minimalismus alle meine Probleme lösen würde. Doch sind wir mal ehrlich, dass ist utopisch. Ja, das minimalistische Leben kann Probleme lösen. Doch stell dir vor, eine Person hat aufgrund von unnötigem Konsum diverse Schulden gemacht und ist jetzt an einem Punkt, wo die Rechnungen nicht mehr gezahlt werden können. Minimalismus wird diese Schulden nicht von heute auf morgen wegzaubern. Ja, durch das Verkaufen von Dingen können einige Schulden abgezahlt werden. Doch es gibt Menschen, da reicht das nicht, da sind die Schulden so hoch, dass sie nicht mehr zurück gezahlt werden können. Minimalismus kann auch nicht deine gesundheitlichen Probleme lösen, wenn du z.B. Neurodermitis hast oder vielleicht sogar einen Herzprobleme.

Minimalismus kann also einiges lösen, aber eben nicht alles.

7. Minimalismus muss nicht in allen Lebensbereichen sein

Du musst nicht in allen Bereichen minimalistisch Leben. Ich kenne Personen, die Leben an sich minimalistisch, aber es gibt einen Bereich, sei es Elektronik oder auch Kosmetik, bei dem die Person nicht minimalistisch leben möchte. Das ist vollkommen in Ordnung. Ich zitiere hier immer wieder gerne Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus, die bei einer Signierstunde genau danach gefragt wurden. Dort gab es eine Person, die gesagt hat, dass er an sich minimalistisch lebt. Doch er liebt seine Bücher, liest für sein Leben gerne und die Bücher bereichern sein Leben. Muss er seine Bibliothek nun auch ausmisten und auflösen? Beide haben damals gesagt, dass niemand ihn zwingt, seine Bücher auszumisten und er diese behalten kann, wenn sie ihn so bereichern.

Es gibt noch einiges mehr in der Hinsicht. Gerne darfst du noch etwas hinzufügen.

Deine Esther

3 Gedanken zu „7 Dinge, die dir niemand über Minimalismus sagt

  1. Liebe Esther
    Du sprichst mir aus dem Herzen.
    Es ist bei mir so wie mit allen Gewohnheiten: abĺegen, aufgeben –
    hab ich schon 100x geschafft!
    Ich würde mich nicht gerade als konsumsüchtig bezeichnen,
    besitze nur gebrauchte oder selbst zusammengeschusterte Möbel und fast nur selbstgenähte Kleidung, aber wenn ich an einem Stoffgeschäft oder Stoffestand vorbeikomme muss immer was mit.
    Also kommt für mich Minimalismus z. B. nicht ins Nähzimmer.
    Liebe Grüsse
    Cornelia

  2. Liebe Esther,
    dies ist meine überhaupt 1. schriftliche Reaktion auf einen Beitrag. Nun warum schreibe ich; weil deiner wirklich sehr sympathisch, nachvollziehbar und völlig unaufgeregt verfasst wurde und ich in allen Punkten nur zustimmen kann.
    Mir gefällt mein Minimalismusweg, ich fühle mich gut damit und nur das ist wichtig. Ich freue mich schon darauf (bis voraussichtlich Ende diesen Jahres) dort angekommen zu sein wo ich hin möchte, um mich dann anderen Dingen und Aufgaben sowie völlig Neuem öffnen und widmen zu können.
    Herzliche Grüße,
    Melanie

    1. Liebe Melanie,

      vielen Dank für dein Kommentar. Es freut mich zu hören, dass es dir mit deinem Weg gut geht und du langsam an dir und deinen Bedürfnissen arbeitest. Es ist interessant sich mit sich selbst auseinander zu setzen und sich selbst besser kennen zu lernen. Was sind die Dinge und Aufgaben, denen du dich widmen möchtest, wenn du dort angekommen bist, wo du hin möchtest? Mich würde auch interessieren, was dein Ziel ist, auf das du hinarbeitest. Liebe Grüße Esther

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