Was Minimalismus mit Achtsamkeit zu tun hat

Was Minimalismus mit Achtsamkeit zu tun hat

So oft hast du den Begriff Achtsamkeit in letzter Zeit gelesen oder gehört. Jetzt fragst du dich vielleicht, was das genau ist, wie es funktioniert und was es dir bringt.

Was Minimalismus mit Achtsamkeit zu tun hat

Ich werde zu Beginn kurz auf die Definition und die Historie eingehen, bevor ich dir erkläre, warum ich der Meinung bin, dass Achtsamkeit und Minimalismus zusammengehören.

Was ist Achtsamkeit?

Eigentlich ist es „nur“ die Wahrnehmung des gegenwärtigen Augenblicks bzw. eine Form der Aufmerksamkeit. Du und dein Geist befinden sich im Hier und Jetzt. Du schaltest deinen inneren Autopiloten und dein Gedankenkarusell aus. Ich gebe dir mal ein Bespiel für den Autopiloten, von dem ich spreche.

Stelle dir vor du sitzt im Auto und fährst von Ort A zu Ort B. Der Autopilot ist an. In dem Moment, an dem du an Ort B ankommst, kannst dich eigentlich gar nicht mehr bewusst darin erinnern, wie du dahin gekommen bist. Du weißt zwar, dass du die Strecke mit dem Auto gefahren bist, kannst dich aber nicht mehr daran erinnern, was auf der Strecke so passiert ist, wie du Fahrspuren gewechselt hast oder vielleicht auch, dass du z.B. durch einen Wald gefahren bist. Das ist der Autopilot, von dem ich spreche und der mir in meinem Leben schon oft begegnet ist.

Vielleicht denkst du jetzt, dass ich von Konzentration spreche. Nein das tue ich nicht, denn wenn wir uns auf etwas konzentrieren, dann verengen wir unseren Blick. Achtsamkeit ist genau das Gegenteil. Wir machen unsere Sinne frei. Wir sind an unserer inneren Entwicklung interessiert.
Wichtig ist es dabei aber, dass du die Situation, in der du dich befindest, NICHT bewertest. Du nimmst dich und deine Umgebung bewusst war, aber ohne zu bewerten.
Viele machen dies, in dem sich sich auf ihren Atem konzentrieren und durch eine Distanz zu seinen Gedanken aufzubauen, also eine Art Meditation. Daher wird auch oft von der Achtsamkeitsmeditation gesprochen. Achtsamkeit ist ein Ur- Element buddhistischer Heilsuche und Spiritualität.

Die primäre Bedeutung des Begriffes Achtsamkeit, ist die Fähigkeit zur Erinnerung, etwas im Gedächtnis zu behalten und nicht zu vergessen. Es gibt jedoch keine „richtige“ Definition des Begriffes, denn Wörter erhalten ihre Bedeutung oft dadurch, wie sie in der Gesellschaft und in welchem Kontext sie genutzt werden.

Wirkungen von Achtsamkeit

Achtsamkeit kann helfen, Stress zu reduzieren. Man könnte Achtsamkeit auch als eine Art inneren Minimalismus beschreiben, denn dadurch, dass man sich im Hier und Jetzt befindet und den Moment lebt, entledigt man sich aller unnötigen Gedanken. Inzwischen wird das Prinzip der Achtsamkeit im Rahmen der Therapie oder Prävention einer Vielzahl verschiedener psychischer und körperlicher Störungen bzw. Probleme eingesetzt, nicht zuletzt auch, um dem immer weiter verbreiteten Stress in Berufs- und Arbeitswelt (Stichwort „Burn-Out“) entgegen zu wirken. Wissenschaftler haben nachgewiesen wie heilsam Achtsamkeit ist. Es ist bekannt, dass Achtsamkeit Depressionen lindern kann, Stress reduziert und sie verringert auch Rückfallrisiko von Suchtkranken.

Achtsamkeitsübungen können aber auch noch andere Wirkungen haben, wie z.B. die Öffnung für neue Erfahrungen, die Intensivierung von Wahrnehmung und Erleben, eine verfeinerte Selbstwahrnehmung oder verbesserte zwischenmenschliche Beziehungen.

Was Minimalismus mit Achtsamkeit zu tun hat

Da es keine „richtige“ oder „falsche“ Definition des Begriffes Achtsamkeit gibt, kann ich jetzt nur davon sprechen, wie ich Achtsamkeit lebe und warum Achtsamkeit und Minimalismus  für mich zusammen gehören.

Wie ich zu Beginn beschrieben habe, laufe ich des Öfteren im Autopilot, gerade beim Autofahren. Immer wenn ich mich dabei erwische, hole ich mich zurück in die Realität, in dem ich bewusst ein- und ausatme. Ich versuche meine Gedanken, die in meinem Kopf herumschwirren wie Wolken zu betrachten, die am Himmel vorbeiziehen. Ich nehme sie wahr und lasse sie wieder gehen. Genau hier sehe ich Parallelen zwischen Achtsamkeit und Minimalismus. Wir sollten Gegenstände, Gefühle und auch Menschen ziehen lassen, die wir nicht „benötigen“. Wir sollten uns immer wieder daran erinnern, dass wir uns selbst genug sein können. Wir sollten nur noch die wichtigsten „Dinge“ in unserem Leben haben. (Mit Dingen meine ich hier Gegenstände, Gedanken, Erinnerungen etc.). Dinge, die wir wirklich brauchen. Oft haben wir doch Gedanken, die uns kein bisschen weiterbringen und die uns auch nicht behilflich sind in unserem Leben. Lassen wir diese gehen, dann machen wir uns frei.  Frei für das, was uns wichtig ist, was uns persönlich weiterbringt, frei für Dinge, die uns gut tun, die uns bereichern.

Nicht umsonst haben viele Menschen einen Terminkalender bzw. darin eine ewig lange „To Do“- Liste. Es spricht nichts gegen Listen, um sich daran zu erinnern, was wir noch tun wollen oder müssen, falls wir es nicht gleich tun können. Jedoch sollten wir nicht jede kleinste Kleinigkeit in diese Liste bringen, denn dadurch behindern wir den freien Fluss unserer Gedanken.

Achstamkeitsübungen

Zum Schluss möchte ich dir noch ein paar Übungen an die Hand geben, die mir geholfen haben, Achtsamkeit im Alltag zu leben.

Achtsamkeitsübungen im Alltag

Bevor du dir jetzt die Übungen anschaust und los legst noch ein kleiner Hinweis. Fange klein an. Die Achtsamkeitsübungen hören sich einfach an, aber gerade am Anfang wird es schwer sein ein paar Minuten achtsam zu sein. Hier ein paar Beispiele, wie du Achtsamkeit in den Alltag einbauen kannst:

  1. Morgens nach dem Aufstehen entweder noch im Bett liegend, auf der Bettkante oder eine Stuhl sitzend 10 Minuten sich des Wachseins bewusst werden und in den Körper hinein hören. Deine Körperempfindungen und aufsteigenden Gedanken Emotionen/Stimmungen wahrnehmen.
  2. Achtsam atmen: Ich atme ein, ich atme aus….Klingt einfach und ist es im Prinzip auch, aber du wirst zu Beginn feststellen, dass deine Gedanken  zwischenzeitlich von der Atmung abschießen werden. Dann muss  Du musst sie dann wieder einfangen und Zurück zu deiner Atmung lenken.
  3. Achtsam essen und trinken: das hat zur Folge, dass wir jeden Bissen genießen und bei einigen sogar, dass sie weniger essen, da sie auf ihren Körper hören, in ihn hinein fühlen.
  4. Achtsam tägliche Haushaltsaufgaben erledigen wie z.B. Spüle, Bügeln, Kochen, Anziehen, Autofahren, Hinsetzen….
  5. Achtsam warten: Nutze Wartezeiten, um deine Gedanken auf die Atmung zu lenken. Dafür eignen sich Situationen wie Rote Ampeln, Supermarktkassen, aber auch das Warten auf das Essen im Restaurant.

Sitzen und warten im Park

Generell kann ich dir auch noch folgende Tipps geben:

„Innerliche Notizen“ machen: Was denke, fühle, empfinde ich in diesem Moment? Darauf achten, wo Dinge bewertet werden und in welcher Weise das getan wird. Du beschreibst deine Gefühle und deine momentane Situation. Du erlebst gerade zum Beispiel das Gefühl Wut. Versuche dein Gefühl möglichst genau zu beschrieben. Wo im Körper nimmst du das Gefühl war? Wie groß ist es? Welche Form hat es? Wodurch wurde es ausgelöst? Beschreibe die Situation in der du das Gefühl erlebst. Wo bist du und mit wem? Was ist um dich herum?

Abends vor dem Einschlafen noch einmal reflektieren, wo es tagsüber gelungen war, achtsam zu sein. Wo wäre noch mehr Achtsamkeit möglich gewesen? Wo ist man zufrieden mit sich selbst gewesen? Was wurde in diesen Momenten gedacht und gefühlt?

Gedanken beobachten: Gedanken beobachten als wären sie Wolken im Himmel die an uns vorbei ziehen. Lass sie kommen und wieder gehen.

Himmel mit Wolken

Bewusste Wahrnehmung der Umgebung:  Wann bist du das letzte Mal spazieren gewesen und hast dir bewusst gemacht, was um dich herum passiert? Wie die Blumen riechen, wie sie aussehen? Wie der Wind sich auf deiner Haut anfühlt? Nimm bewusst wahr, was du hast, fühlst und auch riechst.

So und jetzt bist du dran, dich in Achtsamkeit zu üben und dir innerliche Notizen zu machen, wie es sich anfühlt. Du wirst mit der Zeit feststellen, welche positiven Resultate du erreichen kannst.

Deine Esther

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Wenn Großeltern ausmisten- Reduzieren im Alter

Wenn Großeltern ausmisten- Reduzieren im Alltag- Großeltern Hand in Hand

Kennst du das auch, wenn Großeltern in einem gewissen Alter anfangen ihre Wohnung auszumisten und Dinge loszulassen? Nein? Ich bis vor kurzem auch nicht.

Ich lese immer von Menschen, die sich darüber aufregen, dass sie sich um den Hausstand der Großeltern kümmern müssen, wenn diese ins Altersheim kommen oder gar sterben. Erst diese Woche hat sich in einer Minimalisten- Facebook Gruppe wieder ein Mitglied darüber beschwert, dass als die Schwiegeroma ins Altersheim kam, Sachen verkauft und verschenkt werden mussten. Alleine ungefähr 150 kg Lebensmittel mussten entsorgt werden, da diese seit Jahren nicht mehr gut waren. Als ich das gelesen habe, musste ich wirklich schlucken. Das Mitglied stellte die Frage: „Warum war es den Menschen vor uns wichtiger Konsum zu sammeln, als die Welt der nachfolgenden Generationen zu retten?“ und bekam als Antwort: „Weil sie den Mangel des Krieges erlebt haben.“

Wenn Großeltern ausmisten- Reduzieren im Alter

Meine Großeltern, die weit über 80 sind, fangen gerade an ihr Leben auszumisten und sich von Dingen aus Ihrem Leben zu trennen, die sie nicht mehr benötigen. Wenn ich ehrlich bin, war ich etwas überrascht, dass sie sich von den Dingen, die sie nicht mehr benötigen, trennen. Ich finde es sogar irgendwie komisch. Versteh mich nicht falsch, ich finde es gut, aber für mich hat es einen Hauch von „sich auf den Tod vorbereiten“, wenn du verstehst, was ich meine.

Meine Großväter meinen es ernst

Letztes Wochenende war ich bei meinen Großeltern und mein Opa fragte dann, ob wir dieses oder jenes benötigen könnten. Wie du dir vorstellen kannst, war das bei allem nicht der Fall, egal ob es nun das Werkzeug war oder irgendwelche Blumenvasen aus den 70ern oder 80ern ging. Für mich war und ist das ein wenig befremdlich, hat man doch immer, wie oben beschrieben, davon gehört, dass Erben, Familie oder Nachfahren ganze Wohnungen entrümpeln müssen. Ich finde es aber auf der anderen Seite gut, dass sie diese Aufgabe nicht den Nachfahren bzw. jüngeren Generationen aufbürden wollen.

Auf die Frage hin, warum mein Opa jetzt anfängt alte Dinge auszumisten, die schon teilweise seit Jahren in irgendeiner Ecke stehen und nicht genutzt werden, meinte er nur, dass er, wenn er sterben wird, nicht will, dass die Erben diese Aufgabe erledigen müssen und sich mit dem „alten Kram“ auseinander setzen müssen.

Wenn Großeltern ausmisten- Reduzieren im Alltag- Werkzeugschuppen

Das Einfache Leben kann also auch im hohen Alter noch Einzug in das Leben der Menschen gewinnen. Jedoch frage ich mich, warum gerade ältere Menschen erst so spät diesen Gedanken haben. Warum reduziert man die Besitztümer nicht von Zeit zu Zeit in jüngeren Jahren?

Mangel zu Kriegszeiten

Auch wenn meine Großeltern zu Kriegszeiten aufgewachsen sind und man zu dieser Zeit nichts weggegeben oder weggeworfen hat, denn man wusste ja nie, ob man es anderweitig gebrauchen konnte und damals gab es auch nicht so eine Überauswahl an Gegenständen, die viele besitzen wollen bzw. bei denen uns die Firmen erzählen, dass wir sie benötigen könnten… Trotzdem. Die Kriegszeit ist lange vorbei und in der Zwischenzeit dürften auch die Älteren verstanden haben, dass wir in Deutschland keinen Mangel erleben werden, wie sie ihn von damals kennen.

Auch mein anderer Großvater fängt gerade an aufzuräumen und auszumisten. Warum sind es eigentlich die Großväter, die so denken? Meine Omas sind davon beide nicht begeistert. Eine versucht sogar immer heimlich Sachen wieder ins Haus zurück zu holen, was ihr natürlich nicht gelingt.

Wenn Großeltern ausmisten- Reduzieren im Alltag Alter Koffer

Bereits Frank von Assisi sagte: Denke daran, wenn du diese Erde verlässt, dann kannst du nichts mitnehmen als das, was du gegeben hast.“ Ich glaube das dies auch ein wenig der Hintergedanke ist. Meine Großeltern haben viel erlebt in ihrem Leben, viel gesehen. Sie merken, dass sie jetzt nicht mehr so agil sind, wie noch vor ein paar Jahren und dass das Wichtigste ist, dass wir uns daran erinnern, was sie uns gegeben haben. Seien es Geschichten, die sie uns erzählt haben oder Ratschläge, die sie uns gegeben haben. An diese Momente werden wir uns erinnern, aber nicht daran, wie viele Bücher sie besaßen oder wie viele Dekorationsartikel. Verstehst du was ich meine?

Warum unsere Eltern den Großeltern nacheifern sollten

Wie gesagt, finde ich es gut, dass meine Großväter den Schritt machen und sich von Dingen trennen, die niemand mehr benötigt, selbst die Enkel nicht mehr. Selbst meine Eltern bekommen gerade die Aufgabe durch alte Kindersachen von mir und meinem Bruder zu schauen, die sich auf dem Dachboden befunden haben und sich von Dingen zu trennen. Ich glaube, dass dieser Druck nicht unbedingt produktiv ist, aber ich warte ab, wie sich die Situation entwickelt und halte mich so lange zurück… Denn seien wir mal ehrlich, ich brauche meinen Strampelanzug von Anfang der 80er definitiv nicht mehr. Ich will auch nicht wissen, was sich sonst noch so in den Kisten befindet. Mich würde es auch nicht wundern, wenn einige der Kleidungsstücke von Motten bereits angefressen wurden. Ich lasse ich überraschen, was meine Eltern mir so alles über das Ausmisten erzählen und werde berichten…

Wie sieht es bei deinen Eltern oder Großeltern aus?

Dein Esther

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Ich bin zurück- Was war los?

was war los? Beitragsbild

Es war die letzten Wochen ruhig hier, um ehrlich zu sein zu ruhig. Doch was war los? Das möchte ich dir gerne heute erklären und darauf eingehen, wie wichtig es ist mal einen Gang runter zuschalten, sich auf etwas voll und ganz zu fokussieren und auch mal das Leben zu leben und zu genießen.

Was war los?

Ich bin jemand, der viele Ideen, Visionen und Träume hat. Zusätzlich gibt es aktuell neben Minimalismus und Nachhaltigkeit noch viele weitere Themen, die mich interessieren. Themen, über die ich mich informieren möchte und über die ich so viel wie möglich lernen möchte. Ich habe mich in den letzten Wochen gefragt, ob ich vielleicht sogar eine Scanner- Persönlichkeit bin. Wie gesagt, interessieren mich viele Themen, aber nach einer bestimmten Zeit werden diese Themen für mich auch wieder uninteressant bzw. finde ich neue Themen, die mich noch mehr interessieren und die ich verfolgen möchte. Leider bin ich zusätzlich noch einer der Menschen, der alles am Liebsten SOFORT umsetzen und erreichen will, was natürlich vollkommen utopisch ist. Das wurde mir wieder mal in den letzten Wochen bewusst. Ich hatte soviel im Kopf, wollte so viel gleichzeitig machen und erreichen und am Besten gestern anstatt morgen. Dadurch wurde ich mit einer Reizüberflutung konfrontiert.

Kommen wir nochmal kurz auf meine Ideen zurück. Einige haben mich gefragt, ob ich denn keine Ideen habe, worüber ich schreiben möchte, weil nichts mehr von mir kommt. Nein, daran lag es ganz bestimmt nicht. Eher im Gegenteil: Die Liste meiner Ideen und Themen wird immer länger 😉 Ich hatte eher das Gefühl, dass ich mir und meiner Kreativität selbst im Weg stand. Die ambitionierten Blogger hätten mich jetzt wahrscheinlich gefragt, ob ich denn nicht mit einem Redaktionsplan arbeite. Doch das habe ich getan! Aber hier liegt genau das Problem. Ich habe monatlich geplant, worüber ich sowohl hier, als auch auf YouTube bloggen wollte. Doch wenn es dann soweit war, dann hatte ich das Gefühl, dass das Thema, zumindest aktuell, irgendwie nicht passt. So habe ich dann verzweifelt nach einem anderen Thema gesucht und das Chaos war perfekt.

Naja und dann war da auch noch das „normale“ Leben, das passiert ist. Leider waren da in den letzten Wochen auch nicht so schöne, um genauer zu sein, traurige Momente dabei. Zusätzlich weißt du ja wahrscheinlich auch, dass das Thema Bewerbungen und Jobsuche bei mir aktuell eine sehr hohe Priorität hat. Daher habe ich mir auch in diesem Bereich Unterstützung gesucht und an einem Coaching teilgenommen.

Fokus und Prioritäten setzen

So sehr es mir auch die letzten Wochen gefehlt hat zu schreiben und zu drehen, musste ich Prioritäten setzen und an der ein oder anderen Stelle Abstriche machen. Oft haben wir viele Ideen und Ziele zusätzlich zu dem, was wir sonst noch so in unserem Leben zu tun haben, sei es Arbeit, Familie, Hobbys etc. Wir versuchen irgendwie alles unter einen Hut zu bekommen und verzetteln uns dann allzu oft. Wir bekommen dabei gar nicht mit, wie das Leben an uns vorbei zieht und wie es sich von selbst lebt, ohne, dass wir davon viel mitbekommen. Bei manchen Menschen habe ich die Vermutung, dass sie noch nicht mal mitbekommen, dass sie ihr Leben gelebt bekommen und vergessen es selbst zu gestalten. Genau das wollte ich die letzten Wochen verhindern. Ich hatte Angst, dass das Leben nur noch so an mir vorbei rollt und ich vergesse, es achtsam zu leben. Daher habe ich mich dann bewusst dafür entschieden, einen Gang runter zu schalten und mich nach und nach auf Dinge zu fokussieren.

Was war los? Fokus auf das Wichtigste- Kameraobjektiv
©pixabay.de

Entschleunigung

Das heutige Leben ist oft sehr schnell. Manchmal ist es so schnell, dass wir gar nicht hinter kommen. Andauernd gibt es neue technische Gadgets. Kaum ist das eine auf dem Markt, ist es schon nicht mehr aktuell und das Unternehmen bringt kurz danach schon wieder das Nächste auf dem Markt. Kaum ist eine Marketingkampagne auf dem Markt, ist sie nicht mehr up-to-date und die Mitarbeiter brauchen neue kreative Ideen. Muss denn alles immer so schnell sein und funktionieren? Geht es nicht auch langsam und dafür beständig? Was bringt es denn schnell zu handeln und dann zu merken, dass es die falsche Handlung war, weil man sich vorher nicht die Zeit genommen hat, Vor- und Nachteile zu evaluieren und sich Alternativen einfallen zu lassen? Aufgrund dieser Geschwindigkeit sind viele von uns heutzutage auch so gestresst. Hier zähle ich mich dazu, was aber daran liegt, dass ich, wie gesagt, alles sofort und auf einmal möchte. Das dies nicht nachhaltig ist und keine nachhaltige Wirkung hat, ist mir gerade in den letzten Wochen meiner Abstinenz bewusst geworden.

Ich bin froh, dass ich gemerkt habe, dass ich mich selbst blockiere. Es ist entscheidend zu merken, dass wir abgelenkt sind von den Dingen um uns herum. Ich rede hier nicht von materiellen Dingen, sondern von Ereignissen, Wünschen und Zielen. Daher habe ich entschieden, dass ich erstmal einen Schritt zurück gehe und auch mal eine Pause einlege. Eine Pause, in der ich zur Ruhe komme und den Kopf frei bekomme, um mich zu fokussieren. Eine Zeit, in der ich alles unternehme, was mir gut tut, um mich zu befreien und die Gedanken wieder fließen zu lassen.

Was war los? Entschleunigung- Tasse Tee trinken am See
©pixabay.de

Nachdem ich nun einige der Themen für mich „abgearbeitet“ habe und meinen Kopf freier ist, melde ich mich nun also mit neuer Energie und Motivation zurück. Wie machst du das, wenn es zu viel auf einmal zu tun gibt? Hast du eine Strategie? Wie entscheidest du, was in dem Moment am wichtigsten ist?

 

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Das Problem mit Idealen- Warum wir mehr sind als unser Körper

#Embrace: Das Problem mit den Idealen

Letzte Woche war der Film „Embrace“ für einen Tag im Kino. Ein Film, bei dem es um das gestörte Verhältnis, vor allem von uns Frauen, zu unserem Körper geht.

Das bringt mich zum Thema des heutigen Blogposts, das nicht eng mit dem Minimalismus zu tun hat oder zumindest mit Minimalismus in Verbindung gebracht wird, es aber doch ist. Viele Menschen versuchen einem Ideal hinterher zu rennen oder nach zu eifern. Ein Ideal, dass es nicht gibt. Wir merken gar nicht, dass es uns gar nicht glücklich macht, diesem Ideal zu entsprechen.

Das Problem mit den Idealen

Kennst du das auch? Du schaust dir irgendwelche YouTube Videos, Instagram oder Facebook Fotos von vorher- nachher Bildern an und denkst, dass du genauso (und nicht anders) aussehen willst oder vielleicht auch musst? Vielleicht bist du auch gerade in solch einem Prozess? Ich sage nicht, dass das prinzipiell eine schlechte Sache ist. Natürlich sollte man nicht so viel Übergewicht haben, dass man sich nicht mehr bewegen kann oder, dass man aufgrunddessen mit Krankheiten wie Diabetes konfrontiert wird. Leider, und darauf komme ich noch ein paar Mal in diesem Post zurück, machen wir das oft nicht für uns selbst, sondern für „die Anderen“, denn wir wollen so sein wie sie. Es ist zu vergleichen mit Konsum. Wir wollen, dass besitzen, was andere besitzen, wir wollen so sein wie sie. Das ist der absolut der falsche Weg.

Eigenbild vs. Fremdbild

Wir vergeuden so viel Zeit, Energie und Geld um Idealen zu entsprechen. Alles, um gemocht und geliebt zu werden. Diese (Schönheits-)ideale werden uns von der Wirtschaft und im Speziellen der Kosmetik- und Modeindustrie vorgesetzt. Doch wer sagt eigentlich, dass diese Ideale wirklich real sind. Das, was wir sehen sind doch meist Fotos, die mit Photoshop bearbeitet wurden und diese haben nichts, aber auch gar nichts, mehr mit Natürlichkeit und der Realität zu tun. Wo ist die Natürlichkeit geblieben? Und wer sagt eigentlich, dass wir dann gemocht und liebt werden, wenn wir so sind wie andere oder so viel Erfolg haben wie andere? Wir verlieren uns dabei selbst.

Oft haben wir auch ein komplettes Bild von uns und unserem Körper. Wir nehmen uns „falsch“ war. Wir machen uns kleiner, als wir sind, wir zweifeln vielleicht sogar an uns. Es scheint, dass wir ein Beziehungsproblem mit unserem Körper haben. Jeder hat kleine Makel, doch das ist nichts, für das wir uns schlecht fühlen sollten. Ganz im Gegenteil! Unsere Makel und Schwächen sind ein Teil von dem, was uns ausmacht und was uns auch interessant macht. Falten und Dehnungsstreifen zeigen, was wir im Leben schon alles erlebt und erreicht haben. Wir haben gelacht, wir haben viel erlebt und als Frauen haben Kinder auf die Welt gebracht.

#Embrace: Das Problem mit den Idealen
©pixabay.com/ AlexisLeon

Unser Eigenbild wird geprägt durch Erlebnisse und Erfahrungen in der Kindheit, aber auch durch ein Idealbild. Und hier sind wir wieder bei den Idealen. Unsere Erfahrungen oder Erlebnisse aus unserer Vergangenheit prägen uns. Durch unsere Erfahrungen fühlen wir uns vielleicht, als wären wir etwas nicht wert. Uns wurde vielleicht auch mal gesagt, dass wir dick oder häßlich sind. Wir nehmen uns das dann zu Herzen und glauben, dass die ganze Welt genauso darüber denkt.

Das Fremdbild im Gegensatz dazu entspricht in der Regel objektiven Tatsachen. In der Regel, weil das in der Pubertät oft anders ist. Oft müssen sich dort heranwachsende Jugendliche Dinge anhören, die KEINESFALLS der Realität und objektiven Tatsachen entsprechen. Aufgrund dieser dummen und unüberlegten Kommentare fühlen wir uns ungeliebt. Viele suchen dann einen Ersatz für den Mangel an positiven Emotionen. Vielleicht ist es aber auch der Ersatz für fehlende Stärke gegenüber diesen Personen, die dazu führt, dass wir etwas anderes suchen, dass uns stark macht, dass uns „Gewalt“ gibt über eine Situation. Ich habe diese Erfahrungen damals selbst gemacht und glaube, dass dies ein Grund ist, warum viele Jugendliche und auch Erwachsene in Essstörungen geraten.

Dove Real Beauty Sketches

Um nochmal auf das falsche Eigenbild von uns zurück zu kommen, möchte ich euch ein Experiment von Dove zeigen, bei dem es ganz genau darum ging. Frauen wurden gefragt sich selbst (ihr Gesicht) einem FBI Phantomzeichner zu beschreiben, der dann aufgrund dieser Beschreibungen ein Bild angefertigt hat. Zusätzlich wurden die Personen vorher gebeten, als sie gewartet haben, sich eine andere Person genauer anzuschauen, die ebenfalls gewartet hat, und diese dann später auch dem Phantomzeichner zu beschreiben. Abschließend wurden dann jeder einzelnen Person die beiden Zeichnungen gezeigt. Die Unterschiede zwischen dem Eigenbild und dem Fremdbild waren sehr interessant und für mich auch aussagekräftig. Aber schaut selbst:

Dove Real Beauty Sketches 

Und auch dieses Video zeigt, wie schön wir Frauen uns wirklich fühlen und einschätzen…

Während meines Master Studiums habe ich damals mit einer Kommilitonin selbst eine Studie durchgeführt, in der wir verglichen haben, in wie weit das Eigenbild vom Fremdbild abweicht. Es ging damals nicht um Schönheit, sondern um Charaktereigenschaften, um Stärken und Schwächen. Das Ergebnis war jedoch genau das gleiche. Das Fremdbild, also wie andere Menschen uns einschätzen, wie wir auf andere wirken, ist oft ein ganz anderes, als das Bild, wie wir uns selbst sehen.

Ich frage mich schon seit langem, warum dies so ist. Warum schätzen wir uns oft anders ein? Warum machen wir uns kleiner, als wir eigentlich sind? Und warum machen wir uns von den Meinungen der Anderen abhängig? Wir alle haben Fehler, Ecken und Kanten. KEINER, aber auch KEINER ist fehlerfrei und perfekt.

Durch meinen Weg zum Minimalismus habe ich mich selbst viel besser kennengelernt und entdecke heute noch immer Seiten oder auch Charakterzüge an mir, die mir bis jetzt nie aufgefallen sind, die mich zu dem machen, was ich bin. Ich habe erkannt, was mir gut tut und was nicht; erfahren, was mich glücklich macht und bin bei mir selbst angekommen. Ich will nicht mehr sein, wie andere und irgendwelchen Idealen hinterherstreben oder mich für andere zu verbiegen! Ich bin ich, ich bin mir treu und ich bin glücklich, so wie ich bin!

#Embrace: Das Problem mit den Idealen
©pexels.com/Julian Jagtenberg

Dein Körper ist das Zuhause deiner Seele

Wir verstehen unseren Körper sehr oft falsch und denken, wenn wir so aussehen, wie Person xy dann werden oder sind wir glücklich. Dabei vergessen wir, dass das Gefühl glücklich zu sein, nie von Außen kommen kann, sondern immer nur von Innen, also von unserer Seele. Unsere geistige Haltung beeinflusst unseren Körper, unsere Ausstrahlung, Charisma und das Leuchten, das oft beschrieben wird. „Schönheit“ ist also ein Inside Job. Wir müssen in einen Monolog mit unserer Seele gehen und alte Muster durchbrechen. Wir dürfen uns nicht mehr sagen, dass wir häßlich oder etwas nicht wert sind, denn das wird unseren Körper krank machen und auch unsere Seele. Energie darf nicht mehr für diese negativen Gedanken genutzt, sondern muss endlich wieder für positives Denken und positive Gedanken verwendet werden.

Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist und der Weg, den wir diesbzgl. gehen müssen auch ab und an etwas länger ist, aber es ist ein Weg, der es wert ist zu gehen.

#Embrace: Das Problem mit den Idealen
©pixabay.com/jdalton

Du bist nicht dein Körper, du hast einen Körper! Ein Zuhause für deine Seele. Wenn dir jemand etwas anderes ins Gesicht sagen sollte, dann stehe auf und sage ihm, dass du hübsch bist, dass es dir egal ist, was er über dich und deinen Körper denkt. Steh auf, mach dich gerade und zeige, dass du bereit bist eine Kriegerin zu sein. Sacke nicht in dir zusammen und ergebe dich deiner Neurosen. Aussehen ist vergänglich und das ist auch nicht das was zählt oder wichtig ist. Wenn wir daran gemessen werden, dann umgeben wir uns mit den falschen Personen. Wir sind so viel mehr!

Du bist hübsch, du bist wundervoll und einzigartig! Lass dir nie etwas anderes einreden. Genieße dein Leben, lache und liebe. Liebe dich mit deinen Macken, Stärken und Schwächen. Nimm dich selbst an. Dein Körper ist nur die Hülle oder sagen wir ein Instrument und kein Schmuckstück. Unser Körper ist das Medium, dass wir nutzen, um unsere Seele zum Ausdruck zu bringen, um aktiv Momente zu erleben, Ziele und Visionen zu leben, sowie Moment zu erleben.

Ich wünsche dir, dass du zu dir selbst findest, dich annimmst und mir dir glücklich bist. Sei du selbst und verstelle dich nicht für andere.

Deine Esther

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Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?

Du fragst dich, was nach dem Ausmisten kommt? Was tun, mit der zusätzlichen Zeit und dem zusätzlichen Platz?

In den letzten Posts der Minimalismus für Anfänger- Reihe habe ich dir erzählt, wie du ausmisten kannst und wo du den Ballast los wirst. Heute möchte ich dir erklären, was nach dem Ausmisten kommt und was du erwarten kannst, aber auch, was du selbst tun kannst und solltest. Doch es ist zu sagen, dass das, was dann kommt individuell unterschiedlich ist und es nicht eine „Lösung“ für alle gibt. Auch wenn dieser Post zur Blogreihe Minimalismus für Anfänger gehört, bin ich der Meinung, dass es sich doch schon um ein Fortgeschrittenen Thema handelt. Schau selbst und sag mir deine Meinung dazu.

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?

Wie du bereits erkennst und wahrscheinlich auch schon weißt, hört es rein mit dem Ausmisten nicht auf. Während des Ausmistens bzw. Reduzierens und auch schon davor, fängst du an deinen Konsum zu überdenkend und auch bewusster zu konsumieren. Das ist ein automatischer Prozess. Es wäre ja auch ein Teufelskreis, wenn du ausmistest und auf der anderen Seite weiterhin so konsumierst, wie vorher.

Doch was passiert jetzt nach dem Ausmisten? Was kannst du mit deiner gewonnenen Zeit und Raum machen? Was bei dir folgt, hängt ganz davon ab, wo du dich in deinem Leben befindest und in wie weit du deine anderen Bedürfnisse schon erfüllt siehst. Du fragst dich jetzt von welchen Bedürfnissen ich spreche…?

Minimalismus ist ein Werkzeug, um andere Dinge zu erreichen. Dinge, die einem wichtig sind und die einen erfüllen. Durch Minimalismus hast du die Zeit, Kraft und Energie dich genau diesen Dingen zu widmen.

Maslow’sche Bedürfnispyramide

Was ist denn das jetzt nun schon wieder? Wenn du das Buch „simplify your life“ gelesen hast, dann kennst du die Pyramide schon. Auch wenn du dich mit Marketing auseinandergesetzt oder Marketing studiert hast, kennst du die Maslow’sche Bedürfnispyramide. Falls weder das eine, noch das andere bei dir zutrifft, habe ich sie dir nochmal aufgezeichnet:

 

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?- BedürfnisseKomische Pyramide denkst du dir jetzt? Was soll sie mir sagen? Maslow versuchte damals herauszufinden, warum Menschen zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Bedürfnisse hatten, die ihn antrieben. Warum investiert eine Person viel Energie und Zeit in die persönliche Sicherheit, während ein anderer Zeit und Energie investiert, um Anerkennung zu erhalten? Die Pyramide wird von unten nach oben gelesen, wobei die wichtigsten und dringlichsten Bedürfnisse die Basis der Pyramide bilden und je weiter man in der Pyramide nach oben schreitet, desto geringer wird die Dringlichkeit des Bedürfnisses.

Der Mensch widmet sich immer zuerst dem dringlichsten Bedürfnis. Wenn dieses befriedigt ist, verliert es bis auf weiteres seine motivierende Wirkung und der Mensch versucht dann das nächstmögliche Bedürfnis zu stillen.

Wenn wir bei dir z. B. davon ausgehen, dass du die vier wichtigsten Bedürfnisse befriedigt hast, dann wäre also dein nächstes Bedürfnis, dass es zu stillen gilt, das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, also der Entwicklung und Entfaltung deiner Persönlichkeit.

Persönlichkeitsentwicklung bzw. Persönliche Weiterentwicklung

Von Gesprächen mit Freunden und Bekannten und auch von mir selbst weiß ich, dass dies das höchste und auch schwierigste Ziel ist. Doch was bedeutet Persönlichkeitsentwicklung genau. Es gibt zwar eine Definition des Begriffes und doch ist die Auslegung sehr individuell. Auch die Werkzeuge, um sich persönlich weiterzuentwickeln sind unterschiedlich und es gibt Unmengen von Coaches, die einem bei der Erreichung oder Befriedigung dieses Bedürfnisses helfen. Zur Definition des Begriffes nehme ich die von brainguide.de:

„Unter Persönlichkeitsentwicklung versteht man die Entwicklung der individuellen Verhaltens- und Ausdrucksweisen, der eigenen Stärken und des persönlichen Stils. Ziel der Persönlichkeitsentwicklung ist es, sich dem Idealzustand einer erfolgreichen und glücklichen Persönlichkeit soweit wie möglich anzunähern. Der erste Schritt in diese Richtung ist eine kritische Selbsteinschätzung, bei der man sich mit seinen eigenen Schwächen auseinandersetzt und seine Lebensziele klar definiert. Die Persönlichkeitsentwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess, in dessen Verlauf Selbstbewusstsein und Souveränität gestärkt werden. Diese wirken sich unmittelbar auf die individuelle Ausstrahlung und das Kommunikationsverhalten aus. Zudem fördern sie Flexibilität und Unabhängigkeit sowie eine bessere Bewältigung von Krisen und Problemen. Die Stärkung der eigenen Potenziale beeinflusst eine positive private Zukunftsentwicklung des Einzelnen erheblich und leistet in beruflicher Hinsicht einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg.“

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?- Veränderung

Der erste Schritt ist also eine kritische Selbsteinschätzung. Das ist genau das, was schon während des Reduzierens und Minimalisierens stattfindet, wenn du dich damit auseinandersetzt. Leider gibt es Menschen, die Angst davor haben, sich mit sich selbst und ihrem Leben auseinander zu setzen. Es können Wut, Enttäuschung und Traurigkeit ans Licht kommen und das sind Gefühle, mit denen wir uns nicht gerne auseinandersetzen. Es ist jedoch gut sich mit diesen zu konfrontieren und diese Gefühle zu verarbeiten, um frei im Hier und Jetzt und auch in der Zukunft zu leben. Anhand der Definition kannst du auch sehen, dass Persönlichkeitsentwicklung individuell ist, da jeder andere Stärken hat und jeder auch eine andere Vorstellung von einer erfolgreichen und glücklichen Persönlichkeit.

Nachhaltigkeit/Zero Waste

Viele der Minimalisten, die ich kenne (mich eingeschlossen), beschäftigen sich nach dem Reduzieren mit dem Thema Nachhaltigkeit. Durch all das, was man losgelassen hat und der Frage, was ein Mensch wirklich braucht, kommt es auf gewisse Art und Weise automatisch dazu. Während des Ausmistens hast du dir ja auch die Frage gestellt, wohin mit all dem Zeug? Du wolltest und solltest ja auch nicht alles weg werfen, denn das ist Verschwendung. Verschwendung von Ressourcen, von Arbeitszeit etc.

Du fragst dich als nächstes dann, wie du Ressourcenverschwendung verhindern kannst, was du anders machen kannst. So kommst du dann zum Thema Nachhaltigkeit. Auch hier gibt es wieder verschiedene Ausprägungen: Nur noch regionale und saisonale Lebensmittel kaufen, Plastikfrei Leben, nachhaltige Kleidung und Second- Hand kaufen, Zero Waste usw.

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?- Nachhaltigkeit
©pixabay.com

Wie du in meinem Blogpost von letzter Woche gelesen hast, ist die Frau, die mich in der Hinsicht inspiriert und motiviert hat, Bea Johnson. Viele werden ihren Blog ZeroWasteHome kennen oder ihr Buch gelesen haben. Ich kann dir sagen, dass es unglaublich ist, wie eine Person so motivierend sein kann und was ein Gespräch von 45 Minuten und ein Vortrag von etwas mehr als einer Stunde erreichen können. Wie du anfängst über dein Leben nachzudenken und über das, was du besser machen kannst. Vielleicht ist es teilweise ein wenig dogmatisch, aber für mich ist Bea eine Inspirationsquelle.

Reduzieren der Arbeitszeit

Auch das Reduzieren der Arbeitszeit oder auch ein Jobwechsel können als nächstes kommen, wenn du mit dem Ausmisten fertig bist. Während des Loslassen und Reduzierens wird dir bewusst, was dir im Leben wichtig ist und wie du dein Leben gestalten möchtest. Dies hat wieder etwas mit der Persönlichkeitsentwicklung zu tun und deinen Idealen. Du merkst außerdem, dass du jetzt, wo du nicht mehr unsinnig konsumierst, weniger Geld benötigst, was dazu führen kann, dass du dich dazu entscheidest, weniger zu arbeiten.

Wenn du jedoch in einer finanziellen Krise steckst, dann ist das natürlich nicht deine Priorität und dein Bedürfnis. Dein dringendsten Bedürfnis ist es deine Finanzen wieder in Ordnung zu bekommen, deine Schulden abzubezahlen und vielleicht noch ein Notfallgroschen auf die Seite zu legen.

Hobbys

Da du dich nicht mehr andauernd um deinen Kram kümmern musst (putzen, reparieren, pflegen, organisieren), hast du nun Zeit dich deinem Hobby bzw. deinen Hobbys zu widmen. Vielleicht gibt es aber auch etwas, dass du schon immer mal ausprobieren wolltest, aber bis jetzt nie die Zeit dazu hattest? Wie oft habe ich schon den Spruch gehört: „Wenn ich die Zeit hätte, dann….“ Oder hast du, so wie ich, einen grünen Daumen und wolltest schon immer mal etwas selbst anbauen auf deinem Balkon oder deinem Garten? Vielleicht bist du aber auch eher der poetische oder kreative Typ und dich erfüllt es Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben oder zu fotografieren. Es sind hier keine Grenzen gesetzt.

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?- Schreiben
©pixabay.com

Auch wenn du gerne liest, hast du jetzt viel mehr Zeit dazu. Falls du dir jetzt Gedanken machst, wie Bücher und Minimalismus zusammenpassen, dann kann ich dir sagen: sehr gut! Wie Joshua Fields Millburn von TheMinimalists dazu gesagt hat: „Wenn dich Bücher glücklich machen und dein Leben bereichern, dann behalte sie und selbst wenn es eine ganze Bibliothek ist.“ Außerdem hast du noch die Möglichkeit dir die Bücher auszuleihen oder als Ebook zuzulegen.

Es geht nicht darum, des Ausmistwillens, alles loszuwerden, auch Dinge, die uns glücklich machen. Klar, wenn wir ein Buch gelesen haben, dass vielleicht ganz nett war, aber das wir kein weites Mal lesen werden  dann lasse ich es gehen. Anderen Menschen kann dieses Buch dann vielleicht helfen.

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Vielleicht wolltest du dich aber auch schon immer mal ehrenamtlich engagieren? Dann geh aktiv auf die Suche nach Vereinen, Organisationen und Institutionen, wo deine Hilfe benötigt wird und wo du dir auch vorstellen kannst, zu helfen. Anderen Menschen zu helfen, wird dir auch selbst helfen und du wirst von den Menschen, denen du hilfst, selbst so viel lernen. Fremde Menschen werden dein Leben bereichern.

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?- Helfende Hände
©pixabay.com

 

Wie du siehst, gibt so vieles, was du machen kannst, anstatt shoppen zu gehen und dich um deinen „Kram“ zu kümmern. Die Möglichkeiten sind unendlich. Nicht aufgezählt habe ich, mehr Zeit mit Familie, Partner und Freunden zu verbringen.

Jetzt bin ich gespannt von dir zu hören, was bei dir nach dem Ausmisten kam und mit welchen Dingen du dich aktuell beschäftigst. Also hau rein in die Tasten.

Liebe Grüße,

deine Esther

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Zero Waste Home: Wie ein Vortrag von Bea Johnson dein Leben verändern kann

Zero Waste Home: Wie ein Vortrag dein Leben verändern kann- Vortragsbild

Ja du hast richtig gelesen, ein Vortrag kann dein ganzen Leben verändern, zumindest hat er das bei mir!

Bevor ich dir verrate, wie das passieren konnte und was ein Vortrag und ein Meet& Greet alles bewirken können, erzähle ich dir noch kurz, wie ich zu dieser Chance kam.

Zero Waste Home: Ein Vortrag von Bea Johnson, der dein Leben verändern kann

Wenn du meine Posts zu meiner Less Waste Challenge gelesen hast und auch den zum DIY Workshop, dann kennst du bereits gramm.genau, den Unverpacktladen in Frankfurt. Das Team hat zusammen mit der FES (Frankfurter Entsorgung- und Service GmbH) und dem Haus am Dom Bea am 02.05.2017 zu einem Vortrag nach Frankfurt eingeladen. Das passte Bea- glaube ich- auch ganz gut, denn sie hatte 7 Stunden Aufenthalt in Frankfurt, bevor es für sie weiter nach Südafrika ging. Ich nenne das effektive Zeitplanung.

Auf jeden Fall hatte ich mich gleich zu dem Vortrag angemeldet, als ich davon erfahren habe. Als ich dann noch ein oder zwei Tage vorher gefragt wurde, ob ich an dem Meet & Greet teilnehmen möchte, bin ich vor Freude hüpfend und strahlend (wie ein kleines Kind) durch meine Wohnung. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade in einem Telefonat und ich glaube mein Gesprächspartner, wusste nichts mehr so ganz genau, wie er mit der Situation umgehen sollte…. 😉 Ich glaube das folgende Foto zeigt, wie happy ich war, Bea persönlich zu treffen:

Zero Waste Home: Wie ein Vortrag von Bea Johnson dein Leben verändern kann- Meet&Greet
©gramm.genau

Es ist schwer, das in Worte zu fassen, was ich erlebt habe und was sich seitdem in meinem Denken geändert hat. Ich glaube aber das folgende Video, dass ich dazu gemacht habe, gibt dir einen kleinen Eindruck davon, was ich gerade erlebe, was ich ändere und wie sich meine Gedanken und auch Meinungen geändert haben:

Und hier auch nochmal die Links zu Beas Homepage und ihrem TedTalk.

Mich würde interessieren, wen du inspirierend findest und gerne mal treffen würdet. Vielleicht hast du ja ein bestimmtes Vorbild?

Liebe Grüße,

deine Esther

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Fashion Revolution: Meine Meinung zu H&M’s Nachhaltigkeitsarbeit

Hallo und herzlich Willkommen zum letzten Blogpost anlässlich der Fashion Revolution Week. Ich weiß, ich bin etwas zu spät, aber die Tücken der Technik haben mir einen Streich gespielt…

Im heutigen Post möchte ich mit dir über H&M sprechen und im Detail über die H&M Conscious Kampagne, sowie die Nachhaltigkeitsarbeit von H&M, die ich nun seit mehr als einem Jahr beobachte und verfolge. Ich habe die letzten Nachhaltigkeitsberichte von H&M gelesen und mich auch anderweitig informiert.

Meine Meinung zu H&M’s Nachhaltigkeitsarbeit

Früher war ich eine regelmäßige H&M Shopperin. Die Mode war bzw. ist stylisch und günstig. Ich musste nicht groß Kleidung anprobieren, da ich genau wusste, welche Größe mir passt. Ich war zu faul mich mit der Art und Weise zu beschäftigen, wie Kleidung hergestellt wird und wollte mir darüber auch keine Gedanken machen. Aber als ich mich dann genau mit diesen Themen beschäftigt habe, hat sich damals meine Meinung zu dem Unternehmen geändert. Ich wollte nicht mehr, dass Menschen für meine Kleidung sterben aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen in den Sweatshops. Trotzdem habe ich weiterhin das Unternehmen und seine Arbeit verfolgt. Ich wollte wissen, ob irgendwann ein Umdenken bei H&M stattfindet und sie mehr in Richtung Nachhaltigkeit unternehmen. Nachhaltig in Bezug auf Ressourcen, auf die Umwelt, auf die Menschen.

Bevor wir ins Detail gehen, habe ich eine Frage an dich:

Weisst du eigentlich, welche und wie viele Marken zum H&M Konzern gehören? Wie, da gibt es mehrere Marken fragst du du dich jetzt? Ja die gibt es! Zum H&M Konzern gehören COS, cheapmonday, weekday, monki, & other stories und natürlich H&M (Home).

Wichtiges aus dem Geschäftsbericht 2016

Deutschland ist das Land mit dem größten Umsatz von H&M weltweit, gefolgt von den USA. Der Umsatz in Deutschland betrug 2016 ca. 3,9 Mrd. €. und weltweit machte der Konzern einen Umsatz von 23 Mrd. €. (23 Mrd. Schwedische Kronen). Dies war nach eigenen Worten eine Umsatz- Steigerung von „leider nur“ 7%.

Meine Meinung zu H&M's Nachhaltigkeitsarbeit- Umsatzzahlen Deutschland
©H&M Hennes & Mauritz AB

 

 

 

 

 

 

Was ist die H&M Conscious Kampagne?

Einige oder viele von uns kennen die Conscious Kampagne wahrscheinlich durch das Zurückbringen unserer Kleidung in die Läden, wodurch man dann einen % Gutschein erhält, den man dann bei seinem nächsten Kauf bei H&M einsetzen kann. Die zurückgebrachte Kleidung, so wird uns versichert, wird recycelt. Seit diesem Jahr heißt die Kampagne nun „Bring it.“

Das Ziel von H&M ist es, einen geschlossenen Kreislauf für Textilien zu erschaffen, so dass nicht mehr länger genutzte Kleidung weiterverwendet und in Textilfasern für neue Produkte recycelt werden kann. Gleichzeitig soll dies dabei helfen, natürliche Ressourcen zu schonen und sicherzustellen, dass keine Kleidung mehr auf den Mülldeponien landet.

Seit dem Start der H&M Conscious Kampagne 2013 wurden weltweit mehr als 39,000 Tonnen Kleidung zurück gegeben, was umgerechnet etwa 196 Mio. T- Shirts sind. Alleine in 2016 wurden 15,888 Tonnen Kleidung zurückgegeben und das Ziel von H&M sind 25,000 Tonnen im Jahr 2020.

Doch nun kommen wir zu dem Problem oder der Herausforderung am Recycling der Kleidung. Aktuell ist es nicht möglich mehr als 20% eines Kleidungsstückes aus recycelter Baumwolle herzustellen aus Gründen der Qualität und Haltbarkeit. Weiterhin lassen sich Mischstoffe nicht recyceln und somit zur Herstellung neuer Kleidungsstücke nutzen, da die Stoffe noch nicht getrennt werden können. Laut Greenpeace können nur 14% der gesammelten Kleidung zur Herstellung von recycelten Fahren genutzt werden. Dies ist verständlich, wenn man sich darüber Gedanken macht, wie oft ein Kleidungsstück z.B. aus 100% Baumwolle besteht und kein Elasthan oder sonstiges zusätzlich verwendet wird.

H&M’s Visionen

H&M hat sich seine neuen Visionen hoch gesteckt:

100% Leading the change
100% Circular & Renewable
100% Fair and Equal

Hört sich im ersten Moment gut an, aber es gibt da einen „kleinen“ Haken an der Sache, denn H&M selbst gibt zu, dass sie bei diesen Visionen teilweise selbst noch nicht wissen, wie sie dies erreichen können. Laut dem Nachhaltigkeitsbericht bedeutet 100% nicht das genaue Ziel, sondern soll eher die Ambitionen und die Verpflichtungen des Unternehmens demonstrieren! Ich frage mich, wie das Unternehmen, dann weiß, wie es seine Visionen erreichen wird, also welche Wege es gehen muss. Vielleicht ist das mehr in den diversen Zielen zu finden? Schauen wir uns die Ziele Mal genauer an.

Ziele von H&M

1. Ziel: 100% Bio- Baumwolle bis 2020
In dem Nachhaltigkeitsbericht wird das Ziel genannt bis 2020 nur noch 100% Bio- Baumwolle für die Kollektionen zu nutzen. Doch wenn man sich dieses Ziel und das was H&M diesbzgl. tut, genauer anschaut, stellt man fest, dass da meiner Meinung nach, ein klein wenig Greenwashing betrieben wird, denn aktuell kommen 43% der Baumwolle aus nachhaltigen Ressourcen wie Bio- Baumwolle, recycelte Baumwolle und Baumwolle (nach der Better Cotton Initiative.)

Bei letzterer handelt es nicht nicht um Bio- Baumwolle und die „Vorschriften“ sind nicht wirklich gegeben. Ich meine damit, es wir nicht vorgegeben, dass keine Pestizide verwendet werden dürfen. Die Vorgabe ist nur die Baumwolle von Bauern zu beziehen, die den Einsatz von Pestiziden minimieren. Für mich heißt das, dass es schon reicht, wenn ein Bauer den Einsatz von Pestiziden oder Herbiziden um 1% verringert. Dann ist das für mich aber persönlich nicht nachhaltig, höchstenfalls „ein wenig“ nachhaltiger. Außerdem ist recycelte Baumwolle auch keine Bio- Baumwolle. Ich habe gelesen, dass der Weg zu mehr Baumwolle der „Better Cotton Initiative“ ein schleichender Weg ist, weg von Bio- Baumwolle.

2. Ziel: Klimapositiv produzieren bis 2040

Ein weiteres Ziel von H&M ist es bis 2040 klimapositiv zu produzieren. Dies finde ich ein gutes Ziel und zeigt einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit durch ressourcenschonende Produktion auf. Die Emission von Treibgasen wurde bereits um 46% auf knapp 80 Tonnen reduziert. Alleine die Produktion der Kleidung, also die Herstellung in den Sweatshops macht 48% im kompletten Prozess aus. Außerdem arbeitet H&M mit Cradle to Cradle und dem WWF zusammen.

3. Ziel: Keine schädlichen Chemikalien bis 2020

Da ich in meinem letzte Blogpost über giftige Chemikalien in der Textilherstellung gesprochen haben, darf ich dir das Ziel von H&M natürlich diesbezüglich auch nicht enthalten. Bis 2020 sollen keine gefährlichen Chemikalien in der Produktionen mehr eingesetzt werden. Bei der Textilherstellung wird bereits seit 2013 kein PFC mehr eingesetzt und damit war H&M das erste Textilunternehmen der Fast Fashion Industrie. Dafür und für Ihren Einsatz wurden sie von Greenpeace auch unter die TOP 3 Fast Fashion Unternehmen gewählt, die auf einem guten Weg sind hinzu einer Freiheit von gefährlichen Chemikalien. Aber, leider fehlt bis heute die Fallstudie, die die PFC Freiheit belegt.

Aber es gibt auch noch andere Probleme und Herausforderungen.

Mindestlohn und Kinderarbeit 

Was ich persönlich auch kritisch finde, ist die  Verlagerung der Produktion nach Äthiopien. Dort gibt es – im Privatsektor- keinen Mindestlohn und daher sind die Produktions- und Lohnkosten noch günstiger als in Bangladesch. Auch wenn H&M in seinem Nachhaltigkeitsbericht angibt, dass es mehr als den Mindestlohn zahlt, so reicht dies aber immer noch nicht aus, davon zu leben!

Meine Meinung zu H&M's Nachhaltigkeitsarbeit-Löhne H&M in Produktionsländern
©H&M Hennes & Mauritz AB

H&M sagt selbst, dass sie die Löhne nicht alleine erhöhen können und dass sie die Kooperationen von Regierungen und anderen Herstellern benötigen. Aber wie zu sehen ist, kann das Unternehmen selbst schon kleine Schritte machen. Es sollte sich darum kümmern, dass 100% der Produktionsstätten an der „Fair wage Method“ von H&M teilnehmen und nicht nur <50%.

Außerdem gibt H&M indirekt zu, dass „Kinderarbeit“ theoretisch vorkommen kann, aber sie nennen auch Maßnahmen, die dann vollzogen werden (Eltern bekommen den monatlichen Ausfall bezahlt, Kind wird wieder in die Schule geschickt etc.). Ich finde aber, dass eine Abmahnung für die Produktionsstätte beim ersten Verstoß nicht ausreicht (erst beim zweiten Verstoß fliegt man raus) und dass H&M noch mehr tun sollte, um zu verhindern, dass dies überhaupt passieren kann!

Als ich mir den Bericht genauer durchgelesen habe, sind mir einige Sätze aufgefallen, die Interpretationsspielraum lassen…

  • „Ambition to dress customers in a sustainable way“.
  • „ to achieve a fair, equal workplace within group long suppliers“
  • „ Products should always be produced with greatest possible consideration for people and the environment“
  • „need to create Fashion without compromising on design, quality, price OR sustainability“. Vielleicht bin ich hier etwas zu kritisch, aber da gehört kein ODER hin, sondern ein UND, also „and“. Es sollte nicht entweder oder sein, sondern alles!

H&M Conscious Exklusive Kollektion

Letzte Woche wurde die neue Conscious Exklusive Kollektion rausgebracht, die aus 30 Artikeln besteht. Nur ein paar Tage vor dem Jahrestag des Unglücks des Rana Plaza Komplexes. Letztes Jahr hat H&M genau am Jahrestag veröffentlicht. Ob das ein Zufall ist?
Auch hier habe ich etwas genauer hingeschaut. Was mir aufgefallen ist, ist, dass viele Kleidungsstücke aus Lyocell/ Tendcell, Baumwolle und Seide bestehen. Mit der Baumwolle ist das so eine Sache. Wenn du dir die Artikel einzeln ansiehst, dann steht da z. B. aus 100% Baumwolle. Also ist da keine Bio- Baumwolle drin?

Bei einem Blick in das aktuelle Magazin zur Kampagne, steht jedoch dann Bioseide, Biobaumwolle und Bioleinen… Ich in verwirrt! Enthalten die Produkte jetzt Bio- Naturfasern oder konventionelle?

Zwei der Artikel, und zwar ein Kleid und eine Handtasche sind aus wiedergewonnenen und recycelten PET- Flaschen. Das Kleid besteht aus 88 dieser Flaschen und die Tasche aus 25 Flaschen. Auch wenn ich die Idee des Recyclings gut finde, so handelt es sich doch hier immer noch um Plastik und zwar um Mikroplastik. Weiterhin frage ich mich, woher dieses Plastik stammt. Ist es Plastik, dass man aus den Weltmeeren gefischt hat oder das am Strand angeschwemmt wurde? Oder ist es Plastik, dass in der Produktion angefallen ist? Zu dieser Frage, konnte ich keine wirkliche Antwort finden.

Awards

Wusstest du, dass H&M 2013 den PETA Vegan Fashion Award für Damen Outerwear und 2015 sogar den Award als „most animal- friendly clothing company“ (Tierfreundlichstes Kleidungsunternehmen) gewonnen hat?

In 2016 wurde H&M unter die TOP 3 von 100 Unternehmen im Fashion Transparency Index gewählt.
Im Bericht von 2017 nur noch unter den ersten vier. Adidas, Marc& Spencer und Reebok erzielen bessere Ergebnisse. Ich könnte mir vorstellen, dass dies damit zu tun, hat, dass die Ziele nicht mehr so genau sind, wie früher und das durch die Transparenz verloren geht.

Mein Fazit

Alles in Allem würde ich sagen, dass H&M auf einem guten Weg ist mit seiner Nachhaltigkeitsarbeit. Es gibt jedoch noch viel zu tun und die Ziele müssen noch viel genauer definiert werden. In den letzten Jahren war dies auch der Fall, und das Unternehmen hatte sich selbst 7 definierte Ziele gesetzt. Diese sind nicht mehr zu finden und wurde durch die drei 100% Visionen ersetzt. Auch der Weg, wie sie dies erreichen wollen, welche Schritte sie gehen wollen, muss genauer definiert sein.

Ich schließe diesen Post ab, mit der Worten der Huffington Post, die ich so genau unterschreiben würde. „Fast Fashion kann niemals wirklich nachhaltig sein, da das Business Modell von Natur aus schon nicht nachhaltig ist“. Damit ist gemeint, wer jährlich so viele Kollektionen heraus bringt und immer mehr Länder mit dieser Mode überschwemmt, der kann nicht nachhaltig handeln. Denk mal über diesen Satz nach und lass mir dein Kommentar da, wie du zu dieser Aussage stehst.

Und hier sind noch ein paar Dokumentation und Informative Seiten, die ich dir empfehle:
Dokumentationen und Filme
Der Film „the true cost“-> www.truecostmovie.com (Netflix, Itunes oder hier)
Sweatshop Deadly Fashion
ARD Panorama- Tod in der Fabrik: der Preis für billige Kleidung
ZDF Zoom- Die billige Masche von H&M
Informative Seiten
Fashion Revolution Fanzine

Fashion Theory

H&M Sustainability Report

Greenpeace Detox

Utopia

Huffington Post

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Fashion Revolution: Schädliche Chemikalien in der Textilindustrie

Fashion revolution- schädliche Chemikalien in der Textilindustrie- Beitragsbild

Zur Herstellung von Kleidungsstücken werden oft Chemikalien benutzt, um als Pestizide für den Anbau, zum Färben, zum Aufrauen oder für andere Produktionsschritte. Diese teilweise schädlichen Chemikalien sind weder gut für die Umwelt, noch für uns! Leider können wir selbst nicht sehen und erkennen, welche chemischen Stoffe bei der Produktion unserer Kleidung genutzt werden. Aber zumindest können wir Wissen darüber erlangen und mit unserer Entscheidung für nachhaltige Mode, den Einsatz schädlicher Chemikalien reduzieren.

Die Bilder von Abwasserverschmutzung, die du in diesem Post sehen werdet, stammen aus der Nähe von Zulieferbetrieben internationaler Textilhersteller. Untersuchungen von Greenpeace haben gezeigt, dass die Abwässer schwer abbaubare Chemikalien enthalten, die sich in die Nahrungskette oder in einem Organismus anreichern und wie Hormone wirken können. Das kann zu einer langfristigen Schädigung von Umwelt und Gesundheit führen.

Leider muss ich dir zu Anfang sagen, dass es keine komplette Chemikalienfreiheit im Textilgewerbe gibt. Selbst beim G.O.T.S- Siegel sind in der Produktionskette optische Aufheller erlaubt. G.O.T.S, IVN und Bluesign können nur garantieren, dass möglich wenige bedenkliche Chemikalien eingesetzt werden.

Ich werde dir im folgenden nun 11 Chemikaliengruppen vorstellen, die besonders schädlich und gefährlich sind und erklären, warum dies der Fall ist. Diese 11 betreffen hauptsächlich die Kleidungsherstellung. Insgesamt werden zwischen 7000- 8000 verschiedene Chemikalien, sowie rund 4000 Farbstoffe eingesetzt. Der größte Teil des Chemie-Cocktails wird während und nach der Produktion wieder aus den Stoffen herausgewaschen. Doch immerhin 10 Prozent verbleiben in den Kleidungsstücken. (Quellen: Umweltinstitut 1  und Umweltinstitut 2 )

In meinem letzten Blogpost hatte ich bereits erwähnt, dass u. a. zum Anbau von konventioneller Baumwolle Pestizide, Insektizide und Herbizide genutzt werden und, dass Herbizide (Entlaubungsmittel) in der EU in Pflanzenschutzmittel nicht mehr zugelassen sind. Chemische Düngemittel vernichten nicht nur Schädlinge, sondern auch zahlreiche Nützlinge und für die Bodenfruchtbarkeit wichtige Bodenlebewesen. Außerdem kontaminieren die Giftstoffe vielerorts Flüsse, Seen und das Grundwasser.

Fashion Revolution: Schädliche Chemikalien in der Textilindustrie- Tödliches Abwasser
©pixabay.com/ Dzed

 

In den Baumwoll-Anbaugebieten können Pflanzengifte im Trinkwasser sowie in Lebens- und Futtermitteln nachgewiesen werden. Die Baumwollbauern wissen meist gar nicht, wie sie sich selbst vor den giftigen Dämpfen schützen sollen, da sie oft nicht lesen und schreiben können und daher die Warnhinweise nicht verstehen. Das ist jedoch wichtig, denn um ein Baumwolle T- Shirt zu gewinnen, werden bis zu 150 gr. Pestizide versprüht.

Zu den Symptomen einer akuten Pestizid-Vergiftung zählen Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bewusstlosigkeit, Atemnot, Schlaflosigkeit, Hautirritationen, Herzrhythmusstörungen und Krämpfe bis hin zum Tod. Langzeitwirkungen von Pestiziden sind Schädigungen des Nervensystems, des Hormonhaushalts, des Reproduktions- und des Immunsystems. Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit pro Jahr 20.000 Menschen an Pestizidvergiftung in der Landwirtschaft. (Quelle:)

Aber kommen wir nun zu den 11 gefährliche Substanzen bzw. Chemikalien in der Textilbranche:

Alkylphenole

Alkylphenole werden in der Textilindustrie hauptsächlich zum Waschen während dem Färben der Textilien genutzt. Sie wirken ähnlich wie Östrogene und haben Einfluss auf Fische und andere Wassertiere. Seit 2005 ist der Verkauf von Produkten mit einem Teil der Gruppe von Alkylphenolen in der EU verboten.

Phthalate

Phthalate oder auch Weichmacher gehören zu den wichtigsten Industriechemikalien und kommen auch in der Textilindustrie zum Einsatz. Anwendung finden sie bei Gummi, Kunstleder, aber auch oft in aufgedruckten Motiven auf T-Shirts sowie Farbstoffen. Sie sind teils krebserregend. Phthalate, wie z. B. DEHP und DBP (Dubutylphtalat) werden in Europa als „fortpflanzungsgefährdend“ klassifiziert und die Verwendung ist eingeschränkt bzw. mittlerweile teilweise in Europa seit 2015 nach dem EU- Chemikalienrecht REACH verboten. Dadurch, dass sie in den Hormonhaushalt eingreifen, stehen sie unter dem Verdacht Unfruchtbarkeit auszulösen.

Bromierte und chlorierte Flammschutzmittel

Eine der bekanntesten Gruppen von Bromierten Flammschutzmittel (BFR) ist PBDE (Polybromierte Diphenylether). Es wird genutzt, um Textilien feuerbeständig zu machen. Manche PBDE können jedoch das Hormonsystem schädigen. Das EU Chemikalienrecht hat die Anwendung einiger PBDE daher eng eingegrenzt und als „prioritär gefährlich“ eingestuft.
Viele bromierte Flammschutzmittel sind in der Umwelt nur schwer abbaubar und reichern sich in Lebewesen an. Sie lassen sich sogar in der Muttermilch nachweisen.

Azofarben

Einige Azofarbstoffe gelten als krebserregend und sind in Deutschland verboten. Da sie billig sind, werden sie jedoch in anderen Ländern weiterhin zum Färben verwendet. Azorfarbstoffe sind die am häufigsten eingesetzten Farbstoffe in der Textilindustrie.

Fashion Revolution: Schädliche Chemikalien in der Textilindustrie - Wasserverschmutzung Azofarben
©Greenpeace

Einige Azorfarbstoffe werden während der Anwendung gespalten und setzten Amine frei, die krebserregend sind. Die EU hat die Azorfarbstoffe, bei denen dies der Fall ist, in allen Textilien verboten, die mit der menschlichen Haut in Verbindung kommen.

Wo ich gerade über Farben spreche, fällt mir noch folgendes ein: Viele Frauen haben das kleine Schwarze im Kleiderschrank. Aber wusstest du, dass schwarz die mit Abstand am stärksten Schadstoff belastete Färbung in Textilien ist? Wenn die Färbung minderwertig ist, dann kann sie sich mit dem Stoff nicht richtig verbinden und wird durch unseren Schweiß ausgewaschenen und gelangt in unserer Körper. Das wiederum kann dann zu Hautreizungen und Allergien führen.

 

 

 

Zinnorganische Verbindungen

Zinnorganische Verbindungen werden als Antischimmel- bzw. Antipilzmittel eingesetzt. Vor allem in Socken, Schuhen und auch Sportklamotten finden sie Anwendung, um die Geruchsbildung zu vermeiden, der durch Schweiß entsteht. Außerdem wirken sie antibakteriell.

Nach den Einschätzungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) können zinnorganische Verbindungen jedoch die Fruchtbarkeit einschränken und das Nervensystem angreifen und deshalb sind sie in der EU verboten. Das Problem der Übertragung der giftigen Chemikalien auf die Haut besteht jedoch nach wie vor in Deutschland, da kaum noch Kleidung in Deutschland hergestellt wird. Seit 2012 sind Produkte, die mehr als 0,1% zinnorganische Verbindungen enthalten, daher verboten (einschl. Konsumgütern). Das BfR nimmt dazu folgendermaßen Stellung: »Man muss davon ausgehen, dass in einigen importierten Textilien, insbesondere aus Nicht-EU-Staaten, solche problematischen Farbstoffe enthalten sein können«.

Eine der bekanntesten Verbindungen dieser Gruppe ist TBT (Tributylzinn).
 TBT gehört zu den giftigsten Chemikalien überhaupt. Sie löst unter anderem Leber- und Nierenschäden, Unfruchtbarkeit, Immunschwäche und Stoffwechselstörungen aus. Verboten ist TBT, aber bisher nur als Schiffsanstrich. In der Textilindustrie kommt sie nach wie vor zum Einsatz.

Perflourierte Chemikalien (PFC)

Perflourierte Chemikalien (PFC) haben eine Anti- Haft und wasserabweisende Eigenschaft und sind in der Industrie weit verbreitet. Sie werden bei Kleidung genutzt um die Kleidungs- und Lederprodukte wasser- und schmutzabweisend zu machen. Ein Großteil dieser Chemikalien können von der Umwelt aber nicht oder nur teilweise abgebaut werden. PFC reichert sich im Körpergewebe an und wird teilweise über die Nahrungskette aufgenommen. Wenn PFC bei uns im Körper angereichert ist, kann es die Leber beeinträchtigen und das Hormonsystem stören. Außerdem beeinflusst PFC das sich entwickelnde Immunsystem von Ungeborenen.

Chlorbenzole

Auch Chlorbenzole, die z. B. in der Herstellung von Farbstoffen genutzt werden, beeinträchtigen häufig die Leber, die Schilddrüse und das zentrale Nervensystem. Chlorbenzole sind in Europa bereits teils verboten oder es wird an einem Verbot gearbeitet. Die giftigste Chemikalie (HCB= Hexachlorbenzol) dieser Gruppe ist außerdem hormonell wirksam.

Fashion Revolution: Schädliche Chemikalien in der Textilindustrie -
©fashionunited.de

Chlorierte Lösungen/ Lösungsmittel

Lösungsmittel werden zum Lösen anderer Substanzen (Chemikalienrückstände) und zur Reinigung von Stoffen in der Textilindustrie genutzt. Seit 2008 ist die Verwendung in der EU stark eingeschränkt, da sie nicht nur ozonschädigend sind, sonder auch bekannt dafür Leber, Nieren und das zentrale Nervensystem zu schädigen. Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit sind dann bekannte Folgen.

Chlorphenole

Chlorbenzole sind z. B. in Pestiziden enthalten und sie werden zur Herstellung von Farbstoffen genutzt.
Pentachlorphenol (PCP)  ist für den Menschen hochgiftig und kann viele Organe im Körper schädigen. Es ist ebenfalls hochgiftig für Wasserorganismen. Die EU hat die Produktion von PCP-haltigen Produkten im Jahr 1991 verboten und beschränkt nun auch stark den Verkauf und die Verwendung aller Produkte, die diese Chemikalie enthalten. Ich bin jedoch der Meinung, dass die EU den Verkauf und die Verwendung nicht nur stark einschränken sollte, sondern komplett verbieten.

Kurzkettige Chlorparaffine

Kurzkettige Chlorparaffine (SCCP) werden in der Textilindustrie als Flammschutz- sowie als Veredelungsmittel für Leder und Textilien verwendet. Sie sind hochgiftig für aquatische Organismen, werden nur schwer in der Umwelt abgebaut und besitzen die Eigenschaft, sich stark in lebenden Organismen anzureichern. In einigen Anwendungen dürfen sie in der EU seit 2004 nicht mehr genutzt werden. Hier haben wir wieder ein gutes Beispiel, bei dem ich mich frage, warum diese Chemikalien nur teilweise verboten sind und teilweise weiterhin genutzt werden dürfen. Wenn ich doch weiß, dass etwas schädlich ist, dann verbiete ich es doch komplett und nicht nur für einige Anwendungen. Ich stelle mir in solchen Fällen oft die Frage, ob da nicht Lobbyisten ihre Finger mit im Spiel haben…

Schwermetalle

Schwermetalle sind nicht oder nur schwer abbaubar. Sie wirken teilweise krebserregend und erbgutschädigend. Wegen der hohen Giftigkeit gelten strenge Grenzwerte. Ob diese in Ländern wie China und Indien jedoch eingehalten werden ist fraglich, denn eine Belastung von Textilien mit Schwermetallen wird immer wieder nachgewiesen. Es reicht anscheinend nicht aus, nur Stichproben zu nehmen.

Schwermetalle wie Cadmium, Quecksilber und Chrom (VI) werden für bestimmte Farbstoffe und Pigmente verwendet. Sie können sich in unserem Körper anreichern und irreversible Schäden anrichten, einschließlich der Schädigung des zentralen Nervensystems (durch Blei und Quecksilber) oder der Nieren (Cadmium). Chrom (VI) wird in Teilprozessen der Ledergerbung genutzt und ist schon bei niedriger Konzentration giftig! Chrom VI ist ätzend und kann mein Menschen unabhängig von der Dosis schnell zu allergischen Hautreaktionen führen. Außerdem ist sechswertiges Chrom krebserregend.
Die Verwendung von Cadmium, Quecksilber und Blei ist in Europa schon seit längerer Zeit stark eingeschränkt. Das betrifft auch bestimmte Anwendungen von Quecksilber und Cadmium in Textilien.

Fashion revolution: Schädliche Chemikalien in der Textilbranche
©Greenpeace

 

 

 

 

 

 

Zusätzlich habe ich während meiner Recherche noch Informationen zu folgende Chemikalien gefunden, die ich dir nicht vorenthalten möchte:

Kunstharze gehören zu den häufigsten Kontakt-Allergenen. Ausdünstungen von Kunstharzen gelten als Ursache für trockene Schleimhäute, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Es wird geschätzt, dass 90 Prozent aller konventionell hergestellten Baumwoll-Textilien mit Kunstharzen behandelt wurden.

Wenn wir Kleidung kaufen, die knitterfrei ist, dann wurde diese oft mit Formaldehyd behandelt. Formaldehyd wird in der Textilherstellung genutzt, damit Kleidung weniger knittert und ihre Form behält. Es gilt jedoch als krebserregend, hautreizend und kann Allergie verursachen. Das Gas wirkt ätzend. Ab einer Konzentration von 0,15 Prozent in Textilien gilt die Kennzeichnungspflicht „enthält Formaldehyd“.

Last but not least: Auch wenn wir, die Jeans im Used-Look tragen, vielleicht nicht davon betroffen sind, aber die Arbeiter sind es definitiv. Der Used- Look wird in vielen Ländern durch Sandstrahlung mit Quarzsand hervorgerufen. Dabei entsteht Feinstaub, der extrem gesundheitsschädlich für Arbeiter ist, da er sich in der Lunge absetzt. Die Mitarbeiter werden davor nicht oder nur wenig geschützt. Das führt über kurz oder lang dann zum Erstickungstod. In der Türkei ist diese Technik seit 2009 verboten, doch in Ländern wie Indien und Bangladesch wird sie leider noch weiterhin verwendet.

 

So, das war es mit den Schreckensnachrichten für heute. Wahrscheinlich musst du, genau wie ich, erstmal all diese Informationen sacken lassen und verdauen. Falls du dich jedoch noch weiter informieren möchtest, lasse ich dir noch ein paar Links da.

Greenpeace:

http://www.greenpeace.org/austria/de/marktcheck/News/kleidung/-2011/detox/

http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/marktcheck/uploads/media/Schmutzige_Waesche_de_gesamt.pdf

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20130417-toxic-threats-polluting-paradise_0.pdf

http://www.greenpeace.org/switzerland/Global/switzerland/publications/Greenpeace/2012/chemie%20und%20wasser/Ratgeber_Textil-Standards_8(1).pdf

https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/gefahrliche-substanzen-der-textilindustrie

http://www.greenpeace.org/austria/de/marktcheck/News/kleidung/-2011/detox/chemikalien-fur-textilien-1/

 

Umweltbundesamt

Umweltinstitut

Utopia

ZDF 37°: Gift auf unserer Haut

ZDF Planet e: Gefahr aus dem Kleiderschrank

arte Themenabend: Schick aber schädlich

Ich wünsche dir trotzdem schon mal ein schönes und erholsames Wochenende.

Deine Esther

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Fashion Revolution: Nachhaltige Rohstoffe in der Textilindustrie

BeitragsbildFashion Revolution Week: Nachhaltige Rohstoffe in der Textilindustrie- Steine

Jeder hat schon mal von Elasthan, Polyester oder Polyacryl gehört bzw. hat diese Begriffe in seinen Kleidungsstücken schon mal gelesen. Doch sind diese Stoffe in unserer Kleidung nachhaltig? Welche nachhaltige Rohstoffe gibt es in der Textilindustrie und warum sind diese nachhaltig?
Darüber werde ich dich heute informieren und auch ein klein wenig auf genutzt Chemikalien eingehen. Diese werden jedoch im Detail im nächsten Blogpost angesprochen.

Nachhaltige Rohstoffe in der Textilbranche

Vielleicht denkst du, dass viele Stoffe in der Textilbranche doch nachhaltig sind, weil sie, wie z. B. Baumwolle, ja nachwachsen. Doch die Frage, die sich stellen sollte, ist, unter welchen Bedingungen die Rohstoffe nachwachsen und wie sie gewonnen werden. Wenn wir das verstehen, werden wir merken, dass einige Rohstoffe oder die Gewinnung dieser eben nicht so nachhaltig sind, wie wir denken.

Generell können Textilien aus Naturfasern oder aus Chemiefasern hergestellt werden. Chemiefasern werden wiederum zum größten Teil aus Erdöl oder Erdgas hergestellt. Es gibt jedoch auch Chemifasern, die aus Naturstoffen hergestellt werden, wie ich dir nachher zeige. Aber lass uns erstmal auf die wichtigsten nachhaltigen Rohstoffe der Textilbranche eingehen.

Baumwolle/ Bio- Baumwolle

Baumwolle finden wir heute in so viele Kleidungsstücken, sei es Bio- Baumwolle oder konventionelle Baumwolle. Nicht umsonst ist Baumwolle weltweit die beliebteste Naturfaser und hat einen Anteil von 38% an der Weltfaserproduktion.
Aber wusstest du, dass für die Herstellung von 1kg konventioneller Baumwolle bis zu 20.000 Liter Wasser verbraucht werden? Weiterhin werden 25 % der weltweit eingesetzten Pestizide im konventionellen Baumwollanbau verwendet. Alleine in den USA wird 86% der Baumwolle gentechnisch manipuliert angebaut, was dadurch begründet wird, dass die Baumwollpflanze äußerst empfindlich ist für Schädlinge, denn es gehen immerhin ca. 50% der Welternte durch Parasiten und Krankheiten verloren.

Baumwollzweig
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Der erste und unter Verbrauchern wohl bekannteste Schritt in Richtung nachhaltige Mode ist die Umstellung auf Bio-Baumwolle, da diese diverse Voraussetzung und Anforderungen erfüllen muss. Wie ich in meinem letzten Post geschrieben habe, werden im Produktionsprozess von Biobaumwolle keine Pestizide, chemische Dünger oder Insektizide eingesetzt, die das Grundwasser und Erde belasten würden. Außerdem müssen die Bauern darauf achten keine Monokulturen zu züchten und es wird KEIN genmanipuliertes Saatgut eingesetzt. Laut dem Umweltinstitut München e.V. bewahrt man mit dem Kauf eines einzelnen Bio-Baumwolle T-Shirts ganze sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und künstlichem Dünger. Wenn die Biobaumwolle per Hand geerntet wird, so wird das Produkt nicht nur schonender geerntet, es schützt auch den Boden und die Umwelt, denn es müssen keine Entlaubungsmittel genutzt werden.

Entlaubungsmittel oder auch Herbizide genannt, werden u. a. bei der Ernte von Baumwolle, Sojabohnen und Tomaten eingesetzt. Als Entlaubungsmittel wurden oder werden zum Beispiel Natriumchlorat, Calciumcyanamid, Natriumpolyborate wie Dimethipin verwendet. Natriumchlorat wird größtenteils als Bleichmittel in der Papierindustrie verwendet und ist auch für die Textilindustrie geeignet. Chlorate und viele andere Entlaubungsmittel sind jedoch innerhalb der EU als Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln nicht mehr zugelassen und das sicher nicht ohne Grund.

Lenzing Modal®

Lenzig Modal ist nachhaltig produziertes Modal, das zu 100% aus nachhaltig bewirtschafteten Buchenwäldern besteht. Die Faser selbst ist eine künstlich hergestellte Faser auf Basis von Cellulose. Da Modal auf einem natürlich Rohstoff basiert, ist es auch hundertprozentig biologisch abbaubar. Lenzing Modal wird CO2-neutral produziert.

Hanf

Hanf braucht im Vergleich zu Baumwolle keine künstliche Bewässerung und ist daher dir die Textilproduktion ökologisch empfehlenswert. Es hat den Vorteil, dass es im Gegensatz zu Baumwolle auch auf europäischen Boden wächst und somit wesentlich energieschonender den Weg zu uns findet. Hanf hat außerdem den großen biologischen Vorteil von Natur aus relativ resistent gegenüber Schädlingen und Erkrankungen zu sein. Damit schließt sich die Notwendigkeit von Pestiziden schon grundsätzlich aus. Sie zählt zu den umweltschonendsten Fasern überhaupt. Der Anbau von Hanf benötigt weder Pflanzenschutz- noch Insektenschutzmittel und kommt mit sehr wenig Wasser aus.
Hanf ist sehr schnell wachsend und von Natur aus sehr widerstandsfähig. Ein Hanffeld erbringt dreimal soviel Fasern wie ein Baumwollfeld der gleichen Größe.

Die Fasern der Hanfpflanze weisen eine hohe Reißfestigkeit auf. Neben vielen anderen Hanf-Erzeugnissen überzeugt auch Kleidung aus Hanffaser durch ihre hohe Qualität bei gleichzeitig hervorragender Ökobilanz. Beim Tragen schützt Hanf vor UV-Strahlen und beweist sich als sehr stark und langlebig.

Bio-Wolle

Bio-Wolle stammt aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) von Tieren, die artgerecht und im Einklang mit der Natur gehalten werden.  In der konventionellen Schafzucht werden Schafe jedoch teilweise für die Wollproduktion durch Pestizidbäder geführt, um die Parasiten zu bekämpfen. Das fällt bei Bio- Wolle weg, denn dort sind diese verboten.

Wollschaf
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Bio Leinen

Leinen ist eine pflanzliche Naturfaser und wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Leinen hat einen charakteristischen, natürlichen Glanz und wirkt feuchtigkeitsregulierend. Der kontrollierte biologische Flachsanbau (kbA) verzichtet , genau wie alle anderen Bio- Textilrohstoffe auf chemische Düngemittel und Pestizide.

Bio-Seide

Bio-Seide wird nach kbT (kontrolliert Biologische Tierhaltung) Standards produziert, was bedeutet, dass die Raupen Maulbeerblätter (oder andere Pflanzen) essen, die frei von Pestiziden sind und es wird auch auf die sonst übliche, umfangreiche Hormonbehandlung der Tiere verzichtet. Bei der Stoffverarbeitung, dem Abkochen, Zwirnen, Weben und Färben der Bioseide werden ausschliesslich gesundheits- und umweltschonende Chemikalien und Farbstoffe verwendet. Zudem ist die Kette der Zulieferer leicht nachvollziebar, weil Bio-Seide so selten ist.

In der konventionellen und auch Bio- Maulbeerseidengewinnung verpuppen sich die Seidenspinnerraupen in ihren Kokons und werden danach durch Heißdampf oder kochendes Wasser abgetötet. Dadurch bleibt der Kokon unversehrt und die Seide kann an einem Endlosfaden (bis zu 900 m) abgehaspelt werden. Die Raupen sterben allerdings bei diesem Prozess. Deshalb finde ich diese Gewinnung nicht wirklich nachhaltig. Ich würde dann eher Kleidung aus dem folgenden Rohstoff kaufen.

Wildseide

Im Gegensatz zur Bio-Seide, stammt die Wildseide oder “Tussahseide” von wildlebenden Eichenspinnern oder Tussahspinnern. Beim Verlassen des Seidenkokons hinterlässt der Falter ein Loch im Kokon, welcher dann eingesammelt wird. Die Seidenraupen dürfen ihr Leben als Schmetterlinge fortsetzen und werden zur Gewinnung der Faser nicht getötet, weshalb sich auch der Begriff “vegetarische Seide” etabliert hat. Gewebte Wildseide ist gegenüber Zuchtseide gröber, mit kleinen Erhebungen und Knötchen. Mich persönlich stört das nicht und ich finde es wirkt dann auch eher natürlich.

Peace Silk

Peace Silk aus kontrolliert biologischem Anbau wird derzeit (Stand: 1.3.2013) lediglich von zwei Produzenten weltweit hergestellt und ist ein begehrter Rohstoff für immer mehr Designer, da es sich bei Peace Silk ebenfalls um “vegetarische Seide” handelt. Allerdings wird diese nicht wild gesammelt. Die Raupen werden (idealerweise nach kbT) aufgezogen, bis sie sich verpuppen. Dann, wenn es so weit ist, schneiden Arbeiter ein kleines Loch in den Kokon und lassen die Tiere über eine Woche im Dunkeln ruhen, bis sie geschlüpft sind. Peace Silk ist genau wie die Wildseide nicht ganz so fein und fest wie industrielle Zuchtseide.

Bambus

Bambus dient neben Holz von Buchen, Fichten, Eukalyptus und Pinien als Ausgangsmaterial für Viskose. Für die Textilerzeugung wird das Viskoseverfahren verwendet, welches u. a. den Einsatz von Natronlauge und Schwefelkohlenstoff benötigt. Um den Viskosfasern dann ein Baumwolle ähnliches Aussehen zu verleihen, werden die Viskosefasern in einem Nachbehandlungsprozess gewaschen und gebleicht. Hierzu wird jedoch Chlor-freie Bleiche und chlorfrei hergestelltem Zellstoff in Europa genutzt.

Bambuswald
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Lyocell/ Tencel

Tencel wird aus Zellulose hergestellt und ist ebenfalls ein Viskose-Produkt. Während bei der Herstellung von normaler Viskose einige Chemikalien beigemischt werden, geschieht der Herstellungsprozes von Tencel mit einem ungiftigen, organischen Lösungsmittel. Dieses Lösungsmittel ist nach der Herstellung wieder verwendbar dadurch besonders nachhaltig und umweltfreundlich.
Die Abfallprodukte dienen der Energieerzeugung bei der Produktion oder werden, wie z. B. Xylit, für die Lebensmittelindustrie verwendet. Tencel ist strapazierfähiger als Baumwolle und laut seiner Ökobilanz eine gute  Alternative zur konventionellen Baumwolle.

Lenpur Viskose

Ganz anders produziert wird die Lenpur Viskose. Die Grundlage hier bildet ausschließlich Zellulose aus dem Rückschnitt von Bäumen in der Forstwirtschaft. Deshalb wird sie auch oft “Peace Viskose” genannt, da zur Herstellung kein einziger Baum oder Bambus gefällt werden muss. Die Gewinnung er Zellulose findet wie auch bei Tencel mikroorganisch und ohne chemische Zusätze statt.

Aber das wichtigste und interessanteste zuletzt: Die Lenpur-Faser hat mit 99,8% eine höhere Naturreinheit als handgepflückte Baumwolle, bei gleichbleibend hervorragenden Funktionseigenschaften.

Seacell

Kleidung aus Seacell habe ich persönlich noch nie gesehen. Seacell wird aus Algen gewonnen. Algen haben  einen hohen Anteil an verschiedensten Spurenelementen, Kohlenhydraten, Fetten und Vitaminen. Beim Tragen dieser Kleidung sondert diese die Nährstoffe an den Körper ab. Zusätzlich soll durch die Algenextrakte die Produktion von Glucoseaminoglucanen im Körper angeregt werden, die einerseits die Heilung von Entzündungen der Haut beschleunigen und die andererseits die Haut vor freien Radikalen schützen. Seacell Kleidung werde daher auch als Kleidung mit Anti-Aging-Effekt bezeichnet.

Tyvek

Tyvek wurde von dem Modellabel Luxaa entwickelt. Es verfügt über Anti-Pilling- und Anti-Verfilzen-Eigenschaften, ist zu 100% recyclebar und antiallergen. Tyvek kann bis zu fünf mal zu neuem Tyvek recycelt werden, das bei der Herstellung eingesetzte Wasser wird dabei viele Male wiederverwendet. Nach seinem Tyvek-Leben wird das Material z. B. zu Schutzhelmen verarbeitet. Luxaa bietet sogar ein Rücknahmesystem für seine Tyvek-Produkte an und sorgt für ein entsprechendes Recycling.

Das Unternehmen Bleed aus Bayern nutzt Kork als Ersatz für Leder.

Korkplatte
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Das waren natürlich noch nicht alle nachhaltige Rohstoffe, die es gibt, denn auch Soja, Ananas oder auch Milkfibers (Polylactid) können für die Textilproduktion genutzt werden. Jedoch sind die genannten, diejenigen, die am häufigsten genutzt werden.

Wenn ihr noch mehr zu dem Thema Rohstoffe wissen möchtet, dann lasse ich euch noch ein paar Links da. Dort findet ihr auch teilweise nochmal Informationen zu zusätzlichen Zertifizierungen:

Utopia über veganes Leder

Utopia über Kleidung der Zukunft 

Umweltberatung Österreich

VCI 

Greendelicious zum Thema Peace Silk 

Lexikon der Nachhaltigkeit

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Workshop: Wie stelle ich Drogerieartikel selber her?-gramm.genau

Beitragsbild gramm.genau workshop

Habt ihr euch auch schon immer gefragt, wie man Dorgerieartikel wie z. B. Deo, Spülmittel oder Waschmittel selbst herstellen könnt? Seid ihr auch überwältigt von all den Rezepten, die es überall in Büchern und im Internet zu finden gibt? Ich bin es auf jeden Fall. Bei jedem neuen Rezept, dass ich sehe, frage ich mich: funktioniert das denn wirklich?

Ich hatte letzte Woche die Möglichkeit an einem zweistündigen Workshop „Wie stelle ich Drogerieartikel selber her?“ im gramm.genau  in Frankfurt teilzunehmen, um genau dieses herauszufinden. Ein Workshop wie dieser, muss ich gestehen, regt eher zu Taten an, als wenn ich ein Buch lesen oder die Informationen im Internet aufnehme. Denn sind wir mal ehrlich, wie viel von dem, was wir täglich als Informationen aufnehmen, setzen wir WIRKLICH um?

Wer oder was ist gramm.genau?

gramm.genau ist ein Unverpacktladen in Frankfurt, der im Januar seine Türen geöffnet hat. Das Team bestehend aus Christine, Franzi, Tamas und Jenny hat nach dem shop- im- shop Prinzip einen Platz im Laden Main Gemüse/ Suppengrün von Carolin Munte gefunden. Die vier stecken so viel Herzblut in das, was sie tun und versuchen auch Schülern bereits Nachhaltigkeit durch Führungen und Vorträge nahe zu bringen. Ich finde es super.

Wer das Fazit von meiner Less Waste Challenge gesehen hat, der kennt das Geschäft bereits 😉

Da fällt mir übrigens ein, dass ich von einigen vor ein paar Wochen gefragt wurde, ob gramm.genau der Unverpacktladen ist, für den es eine Crowdfunding Kampagne gab und über den berichtet wurde. Diese Frage kann ich mit nein beantworten. Wie ich erfahren habe, hatte die Crowdfunding Kampagne keinen Erfolg und den Laden wird es daher erstmal nicht geben.

Der Workshop: Wie stelle ich Drogerieartikel selber her?

Der Workshops wurde von Christine und Franzi gehalten, die sich vorher selbst durch einige Internetforen und Bücher gewälzt haben und auch Rezepte aus Büchern ausprobiert haben, um uns zu zeigen, wie einfach, günstig und auch nachhaltig es ist, Drogerieartikel zuhause herzustellen. Auch Carolin hat als Zuhörerin teilgenommen und dankenderweise ihr Inventar zur Verfügung gestellt, damit wir werkeln konnte.

Workshop „Wie stelle ich Drogeriertikel selber her?“- unser Raum im gramm.genauNach einer kleinen Vorstellungsrunde, immerhin war der Workshops ausgebucht mit 10 Personen, wurde uns erkläret, warum wir eigentlich überhaupt Drogerieartikel selbst herstellen sollten. Wir wurden darüber informiert, dass nur 30% von den Dingen, die wir in den gelben Sack oder die gelbe Tonne schmeißen, wirklich recycelt wird. Ist das nicht erschreckend? Da fragt man sich automatisch, was mit den restlichen 70% passiert? Tja, die landen irgendwo auf Müllhalden oder wir sehen diese als Müll irgendwo im Meer schwimmen. Das Plastik oder genauer die Plastikpartikel werden von Vögeln und Fischen aufgenommen und im Fettanteil gelagert. Fett, dass wir Menschen dann später zu uns nehmen.

Weiterhin ist es gesünder die Artikel selbst herzustellen mit einfachen Mitteln, als solche zu kaufen, die chemische Mittel enthalten, deren Namen wir noch nie gehört haben, geschweige denn aussprechen können und es ist auch viel günstiger.

Die Minimalisten unter euch fragen sich bestimmt, was sie sich dafür „anschaffen müssen“ und denken, dass es vieler Inhaltsstoffe bedarf. Ich kann euch beruhigen, denn im Endeffekt sind es genau fünf Inhaltsstoffe, von denen wir wahrscheinlich die meisten auch zuhause haben:

Natron
Kernseife
(Apfel-) Essig 5%
Waschsoda
Zitronensäure(-pulver) oder alternativ Zitronenschalen

Workshop „Wie stelle ich Drogeriertikel selber her?“- Waschsoda

Nicht viel, oder? Das dachte ich auch und vor allem ich habe bereits alles zuhause.
Was ich als sehr positiv empfand, war, dass uns die einzelnen Inhaltsstoffe erklärt wurden, aus was diese bestehen und wie sie (miteinander) reagieren. Außerdem wurden uns nebenbei noch ein paar kleine Tipps gegeben, die nicht teil des Workshops waren.
TIPP: Auch wenn es nicht besonders gut schmeckt, Apfelessig hilft bei Halsschmerzen! Aber bitte nicht schlucken, sondern gurgeln.

Außerdem habe ich gelernt, dass die meisten Kernseifen, die man kaufen kann, tierische Inhaltsstoffe haben (was für Veganer natürlich gut zu wissen ist).

Aber es sollte natürlich nicht nur bei theoretischem Wissen bleiben, denn wir durften selbst Deo, Allzweckreiniger, Spülmittel und Waschmittel herstellen, nachdem uns erklärt wurde, wie es hergestellt wurde. Außerdem durften wir die hergestellten Drogerieartikel mit nach Hause nehmen, in unserem mitgebrachten Flaschen und Gläsern. Leider hatte ich alle meine Gläser und Flaschen in Gebrauch, so dass ich mir nichts mitnehmen konnte, aber ich kann die Artikel ja jetzt zuhause herstellen.

Workshop „Wie stelle ich Drogeriertikel selber her?“-Topf, Hobel und Schneebesen

 

Workshop „Wie stelle ich Drogeriertikel selber her?“ Selbstgemachtes Rolldeo

So und nun lasse ich euch noch zwei kleine und einfache Rezept für Spülmittel und Allzweckreiniger da, die ihr schnell und einfach nachmachen könnt. Ein kleiner Hinweis jedoch noch: Wundert euch nicht, dass es beim Spülmittel nicht schäumt, denn das wird es nicht. Aber das hat nichts mit der Wirkung zu tun!

Rezept Spülmittel

Zutaten:
500 ml Wasser
1 TL natron
1 EL Waschsoda
ca. 20 Tropfen eines ätherischen Öls eurer Wahl

Ihr gebt alles zusammen in eine Flasche, egal ob Glasflasche oder eine alte Spüli- Flasche, die ihr noch besitzt. Dann einfach schütteln und Dada….. schon ist euer Spülmittel fertig!

Rezept Allzweckreiniger

Zutaten
3 TL Natron
3 TL Kernseife (kleingeraspelt)
700 ml heißes Wasser (am besten kochen und dann kurz warten)
Ein ätherisches Öl eurer Wahl

Ihr gebt Natron, Kernseife und Wasser zusammen und wartet ab, bis es abgekühlt ist, dann gebt ihr das ätherische Öl dazu und könnt es in eure Sprüh- oder Glasflasche umfüllen und sofort mit dem Putzen anfangen 😉

Workshop „Wie stelle ich Drogeriertikel selber her?“- gefüllte Gläser

Wenn ihr, egal bei welchem Unverpackladen in Deutschland, an solch einem Workshop teilnehmen könnt, dann empfehle ich euch anzumelden. Es macht so viel Spaß neue Rezepte auszuprobieren und sich mit anderen Menschen über bereits gemachte Erfahrungen auszutauschen.

Mich würde abschließend auch interessieren, welche Erfahrungen ihr bis jetzt gemacht habt, bzw. welche Drogerieartikel ihr bereits herstellt oder was euch davon abhält.

Und jetzt viel Spaß beim nachmachen und noch frohe Ostern.

Eure Esther

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