Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt: Nachhaltigkeit auf der Berger Straße

BeitragsbildKlimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt

Eine Freundin von mir fragte mich vor zwei Wochen, ob ich Lust hätte am Klimagourmet-Genuss-Spaziergang teilzunehmen. Hört sich interessant an, dachte ich mir und sagte kurzerhand zu ohne zu wissen, was mich erwarten würde.

Der Klimagourmet-Genuss-Spaziergang war Teil der Klimagourmet-Woche. Diese wird seit 2014 jährlich vom Energiereferat der Stadt Frankfurt veranstaltet .

Was ist die Klimagourmetwoche?

„Klimagourmet unterstützt ambitionierte Unternehmen und Initiativen, die einen Beitrag zum Klimaschutz und zu nachhaltigen Entwicklung leisten wollen“. (Mehr Informationen hier)

In der Klimagourmetwoche finden verschiedene Veranstaltung und Kochkurse. Weiterhin gibt es auch noch eine Wanderausstellung.

Es gibt zwei Kriterien, die ein Unternehmen erfüllen muss, wenn es Teil dieser Initiative sein möchte und auch als Geschäft im Guide erwähnt werden möchte:

„ • Ihre Lokalität ist öffentlich zugänglich, und die Speisekarte bietet mindestens ein kreatives vegetarisches Hauptgericht (nicht nur der Beilagensalat oder die Nudeln mit Tomatensoße). Auch ein Imbiss, ein Marktstand oder eine Bäckerei kann vegetarische Produkte anbieten.
• Ein Teil Ihres Angebots soll zusätzlich einer anderen Kategorie entsprechen, also regional, saisonal, bio, fair oder vegan sein.“

Der Klimagourmet-Genuss-Spaziergang

Wir bereits im Titel dieses Blogposts erwähnt, fand der Genuss-Spaziergang auf der Berger Straße in Frankfurt statt. Dort bin ich öfters, sei es bei gramm.genau, mit Freunden mal was trinken gehen oder auch schon mal zum Minimalismus Stammtisch. Genau hatte ich mir aber sonst noch nie richtig angeschaut, was diese Straße alles zu bieten hat.

Ich fragte mich, was man in ca. 1,5 Stunden noch alles über diese Straße lernen könnte und im Speziellen in Bezug auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Ich war neugierig darauf zu erfahren, welche Konzepte und warum diese der Umwelt gut tun.

So trafen wir uns also um 17 Uhr Treffen am Merianplatz. Die bunt gemischte Gruppe von jung bis alt wurde von Herrn Fay vom Energiereferat der Stadt Frankfurt begrüßt. Noch vor einer kleinen Einleitung über die Klimagourmetwoche und den Spaziergang verteilte Herr Fay Jutebeutel (inkl. Informationsmaterial und Holzkochlöffel). Dieser trug nicht nur das Fairtrade Zeichen, sondern auch das GOTS Zertifikat.

Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt: Inhalt Jutebeutel

In seiner Erklärung erzählte er einiges zum Thema CO2 Fußabdruck. In den Gesichtern der Teilnehmer war zu erkennen, dass einige darüber noch nichts gehört hatten. Da die Veranstaltung „Klimargourmet-Genuss-Spaziergang“ hieß, lag der Fokus auf der Nahrung, aber es gab auch andere Aspekte des Klimaschutzes, die im Laufe des Spaziergangs erläutert wurden.
Wusstest du, dass in Deutschland 14% des CO2 Ausstosses durch unsere Ernährung verursacht wird?

Auf los geht’s los

Der erste Halt unseres Spazierganges war gramm.genau, der Unverpackt Laden in Frankfurt, von dem ich ja bereits berichtet habe (Hier). Dort erklärte uns Franzi etwas dazu, was gramm.genau ist, wie es entstanden ist, wie das Konzept und was der aktuelle Stand z.B. zum Lieferservice ist. Abschließend konnten die Teilnehmer, die den Laden noch nicht kannten, noch einmal durch den Laden gehen und es gab auch noch einen kleinen Snack (Rote Beete Suppe und Linsen Curry, beides vegan).

Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt: Linsencurry und Rote Beete

Vorbei am Burgerladen „Wiesenlust“, bei dem es neben Fleisch aus der Wetterau auch vegane Burger im Angebot gibt und einem Bücherregal ging es weiter zur Kreuzung Berger Straße und Habsburgeralle. Dort wurde uns anhand der Renovierung eines Hauses erklärt, wie ein Passivhaus funktioniert, welche Arten von Energie es gibt und was die Vorteile sind. Da ich leider nichts zu schreiben dabei hatte und mein Kopf sich leider nicht jedes Detail merken kann, kann ich hier keine näheren Details wiedergeben.

Der Abschluss fand im Weltladen Bornheim statt, der vor knapp 20 Jahren seinen Anfang hatte, als Mitglieder der Eine-Welt-Gruppe in der kaholischen Pfarrei St. Josef/Frankfurt-Bornheimes zum ersten Mal fair gehandelte Produkte verkauften. Geschäftsführer sind Frau Ursula Artmann und Herr Stefan Diefenbach.

Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt: Eingangsschild Weltladen

Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt: Schaufenster Weltladen

Herr Diefenbach war es auch, der uns etwas über die Geschichte des Ladens, als auch die Produkte die dort verkauft werden, erzählte. In dem Fachgeschäft für Fairen Handel gibt neben Kaffee, Schokolade und Gewürzen auch z.B. Aleppo Seife oder Kunsthandwerk aus aller Welt. Teilweise handelt es sich bei den Artikeln des Kunsthandwerkes um Recyclingartikel. Hier durften wir Schokolade naschen und Herr Diefenbach beantwortet all unsere Fragen. (Zu diesem Geschäft werdet ihr in nächster Zeit noch mal mehr Details bekommen.) Leider war unsere Tour auch hier zu Ende. Die Zeit verging wie im Flug.

Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt:Upcyclingprodukte

Taschen, überall Taschen…

Beinahe hätte ich es vergessen… Bereits vor ein paar Wochen viel mir auf, dass es auf der Berger Straße bei mehreren Geschäften sogenannte Taschenstationen sind. Was sind Taschenstationen wirst du dich jetzt fragen? Das ist eine Initiative des Gewerbevereins Bornheim Mitte. Einige Händler auf der Berger Straße engagieren sich für die Umwelt und möchten weniger Plastiktüten verbrauchen. Daher gibt es auf der Berger Straße insgesamt 10 Taschenstationen, bei denen du dich an Jutebeuteln bedienen kannst, falls du deinen mal zuhause vergessen haben solltest. Du kannst aber, wenn du zu viel Jute-/ Baumwollbeutel besitzt, diese auch dort hinein legen. Andere werden es dir danken, wenn sie selbst mal keinen Beutel dabei haben.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Idee super finde, aber die Zeit doch leider etwas knapp bemessen war, wenn man in Betracht zieht, dass immer wieder Fragen gestellt und diskutiert wurde. Trotz allem werde ich auch nächstes Jahr wieder an der Klimagourmetwoche teilnehmen. Man lernt nie aus.

Deine Esther

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Warum ich eine „Not-To-Do-Liste“ habe

Beitragsbild: Warum ich eine "Not-To-Do-Liste" habe

Wir alle haben To Do Listen, aber ich kenne niemanden persönlich, der eine Not-To-Do-Liste hat. Die meisten von uns notieren sich auf die ein oder andere Art und Weise Dinge, die er oder sie erledigen muss/ will/ kann oder möchte. Doch ich kenne bisher niemanden persönlich, der eine Not-To-Do-Liste hat.

Was ist eine Not-To-Do-Liste?

Eine Not-To-Do-Liste ist eine Aufzählung Dingen, die man nicht mehr tun möchte und sie kann zusätzlich auch Worte oder Sätze beinhalten, die man nicht mehr sagen möchte. Wir alle tun Dinge, die wir eigentlich nicht tun wollen, weil sie uns nicht gut tun oder weil sie uns z.B. ablenken, von für uns wichtigen Dingen. Wir alle sagen z.B. bestimmte Wörter, die uns teilweise selbst an uns stören. Eine Not-To-Do-Liste enthält also alles, was du nicht mehr tun und sagen möchtest.

Warum ich eine Not-To-Do-Liste habe

Bis vor ein paar Wochen hatte ich auch keine Liste. Jedoch viel mir im Laufe der letzten Wochen auf, dass es einige Wörter, Sätze oder Wortkombinationen gab, die mich persönlich gestört haben. Ich habe diese dann aufgelistet und arbeite täglich daran, diese nicht mehr zu nutzen.

Du denkst, dass sich das jetzt einfach anhört, aber ich kann dir sagen, dass dies leider nicht so ist. Es ist eine täglich Aufgabe, die Wörter nicht zu nutzen und ich ertappe mich immer noch dabei, dass ich eines der Wörter bzw. Wortkombinationen bereits auf der Zunge liegen habe oder auch schon den Anfang des Wortes ausgesprochen habe. Aber probier es selbst mal aus.

Nicht nur, dass auf meiner Liste Worte stehen, nein auch Dinge, die ich nicht mehr tun möchte, die aus welchen Gründen auch immer, in den letzten Wochen wieder Einzug in mein Leben erhalten haben… Das sind Dinge, die mich vom Erreichen meiner Ziele abhalten; die mich ablenken; Dinge, die mich nicht glücklich machen und Dinge, die ich tue und nach denen es mir nicht gut geht.

Meine Not-To-Do-Liste

Nun schreibe ich die ganze Zeit über dieses schöne neue Werkzeug, dass mir hilft, aber ich habe dir noch gar nicht gezeigt, was aktuell auf meiner Liste steht. Also hier nun meine Not-To-do Liste:

  • Aufgaben nicht zu Ende bringen: Ja, darin bin ich gut. ich fange eine Aufgabe an und nach der Hälfte mache ich nicht mehr weiter. Ab sofort wird jede Aufgabe sobald angefangen, auch zu Ende gebracht!
  • Immer erreichbar sein: Es ist jetzt nicht der Fall, dass ich 7 tage die Woche/ 24 Stunden lang erreichbar bin. Jedoch merke ich, dass ich mein Handy mittlerweile wieder öfters mit mir herumtrage. Und dann schau ich doch mal schnell, ob es eine neue E-Mail gab, oder ob mir jemand geschrieben hat usw. Ich werde daher ab sofort ab 20 Uhr abends mein Handy weglegen und auf Flugmodus stellen. Wie ich das am Wochenende tagsüber handhaben werde, muss ich mir noch überlegen.
  • Dinge (z.B. Dokumente) mehrfach in die Hand nehmen: Auch das ist eine Eigenart, die mich stört. Statt einen Brief gleich abzuheften bzw. in meinem Fall einzuscannen, lege ich ihn erstmal auf den Ablagestapel und wenn der dann irgendwann zu groß ist, sitze ich stunden daran abzulegen und einzuscannen. Das kann ich mir sparen. Außerdem stört mich der Stapel persönlich, denn wie du weißt, liebe ich es, wenn es aufgeräumt ist und sich nichts irgendwo stapelt oder herumliegt.
  • Fernsehen: Leider ist der Fernseher aktuell wieder zwei Mal die Woche an und letzte Woche an einem tag sogar ziemlich lang. In dieser zeit hätte ich so viel tun und erleben können und stattdessen habe ich mich berieseln lassen.
  • Unterbrechungen zulassen
  • Mein E-Mailprogramm ständig offen lassen: Das ist so eine Unart von mir, die immer wieder durchkommt. Ich schaffe es wochenlang genau dies nicht zu tun und dann lasse ich es schludern. Es reicht völlig meine E-Mails dreimal am Tag zu kontrollieren.
  • Dinge auf der To-Do Liste übernachten lassen oder besser bekannt als Aufschieberitis oder Prokrastination: Irgendwie hat es sich eingeschlichen, dass ich die Dinge, die ich mir für einen tag oder eine Wochen vorgenommen habe, nicht alle erledige und so schlummern sie weiter auf der To-Do Liste und werden immer brav weitergeschoben. Warum ich das mache, weiß ich nicht wirklich. Vielleicht, weil manche von diesen Aufgaben unangenehm sind oder gefühlt ewig benötigen, um sie zu erledigen.
  • Mich als „Opfer“ der Umstände sehen
  • Mir keine Zeit für mich nehmen: Jeder benötigt mal Zeit für sich. Gerade ändert sich einiges in meinem Leben und da ist das irgendwie in Vergessenheit geraten.
  • Alles verstehen wollen: Ich bin jemand der alles verstehen möchte und dann auch viel hinterfragt. Oft bringt es aber rein gar nichts, jedes Detail zu kennen und alles zu verstehen. Ich werde hier die Pareto- Regel einsetzen oder auch besser bekannt als die 80/20- Regel.
  • Es allen recht machen wollen: Das kennst du vielleicht auch? Man will es jedem recht machen. Doch das ist gar nicht möglich. Wir sind alle so unterschiedlich, eben individuell, dass jeder eine andere Meinung hat und wenn du es einem Recht gemacht hast oder vielleicht mehreren, dann sind andere unzufrieden. Also streichen wir das mal ganz schnell aus dem Leben.
  • Folgende Wörter/Sätze nutzen: Problem; Herausforderung; Warum?; Ja, aber..; Ja, ich..; Entschuldigung; Ja, weil..; Aber…; Das kannst du dir schenken.
  • Nur wissen und nicht anwenden: Ich habe mir in den letzten Monaten viel Wissen durch u.a. Bücher angeeignet, jedoch vieles von dem was, ich gelernt habe und nun weiß, nicht angewendet. Da frag ich mich ehrlich, warum das so ist. Ab sofort wird wissen umgesetzt bzw. angewendet.

Zum letzt genannten Punkt gibt es übrigens ein wundervolles Zitat von Johann Wolfgang von Goethe: „Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug, zu wollen, man muss auch tun.“

Warum du dir eine Not-To-Do-Liste anlegen und dich daran halten solltest

So nun kennst du meine Liste und fragst dich jetzt, warum du eine solche Liste haben solltest. Das kann ich dir gerne sagen, denn es gibt sehr gute Gründe, sich eine solche Liste anzulegen und sich auch daran zu halten:

  1. Du bist fokussierter.
  2. Zeitfresser werden eliminiert.
  3. Du tust nichts, was dir keinen Nutzen bringt.
  4. Du tust nichts mehr, was dich unnötige Energie kostet.
  5. Du machst Ressourcen frei.
  6. Du erkennst deine Interessen und Bedürfnisse.
  7. Du lernst Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden.
  8. Verbesserung deines Sprachschatzes
  9. Dadurch, dass du die Dinge nicht mehr tust, die dich stören oder Ablenken, hast du Zeit für die Dinge, die dir wichtig sind.
  10. Du bist produktiver, wenn du gewisse Dinge nicht mehr tust.

Wenn du wissen willst oder dich inspirieren lassen möchtest, was andere auch ihrer Not-To-Do Liste haben, dann schau doch mal bei Ivan Blatter oder hier vorbei.

Warum ich eine Not-to-do Liste habe

Wie sieht es bei dir aus? Gibt es auch Dinge, die du nicht mehr tun möchtest oder Sätze, die du nicht mehr sagen möchtest? Dann schreib dir doch auch eine Liste. Gerne kannst du diese auch in die Kommentare schreiben und wir arbeiten im September zusammen daran, die Dinge auf der Liste nicht mehr zu tun.

Deine Esther

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11 inspirierende Minimalismus Zitate

Beitragsbild11 inspirierende Minimalismus Zitate

Wie einige von euch vielleicht auf Facebook gesehen habe, habe ich vor zwei Wochen jeden Tag ein Zitat zum Thema Minimalismus gepostet und dieses kommentiert bzw. interpretiert. Ich möchte die Zitate hier noch einmal zusammentragen und noch sieben Zitate hinzufügen, die dich zum Nachdenken anregen sollen.

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Martin Luther King

Wir wahr diese Aussage von Martin Luther King doch ist, denn oft vergleichen wir uns mit anderen anhand unserer Gehälter, unseren Autos, Häuser oder Wohnungen. Dabei vergessen wir, dass es viel wichtiger ist hilfsbereit und menschlich zu sein, denn das ist es, was uns voranbringt.

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Marie von Eber- Eschenbach

Ich interpretiere dieses nicht anhand von materiellem Besitz, denn oft unterschätzen wir, was wir IN UNS haben. Unseren Charakter, unsere Stärken, unser Wissen,…. Im Gegenteil dazu steht, dass z. B. einen Jobtitel überschätzen. Wir meinen, dass nur, weil wir jetzt die Position als xy innehaben, wir der Erfolgstyp sind. Dabei sagt ein Titel nichts, aber auch gar nichts über uns als Person aus. Es zeigt leider, dass wir mit uns nicht im Reinen sind und meinen andere mit unwichtigen Dingen beeindrucken zu müssen.

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Bruce Lee

Ich interpretiere diese Zitat so, dass wir nur das annehmen sollen (z.B. Geschenke), was wir wirklich brauchen. Außerdem sollen wir uns nichts kaufen, was unnütz ist, z.B. den tausendsten Dekoartikel, die zwanzigste Jeans oder den 10 Lippenstift. Wie ich den letzten Satz interpretieren soll, weiß ich noch nicht aber vielleicht hast du einen Tipp?

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Johann Wolfgang von Goethe 1

Wir alle kennen doch die Menschen oder waren selbst welche, denen immer aufgefallen ist, was fehlt und was wir auf jeden Fall noch kaufen müssen bzw. brauchen. Dabei vergessen wir leider zu oft, was wir bereits schon besitzen und, dass das, was wir begehren, uns weder glücklich macht, noch dass wir es brauchen.

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Franz von Assisi

Schon damals schlaue Worte und heute haben sie, finde ich, noch eine viel größere Bedeutung, wenn ich mich in der Welt umschaue. Viele wollen immer mehr und mehr besitzen, obwohl sie gar nichts mehr benötigen und sowieso schon viel zu viel haben. Wenn sich diese Menschen in Einfachheit üben würden und von ihrem Besitz abgeben, dann würden meines Erachtens weniger Menschen ausgebeutet (z.B. in der Produktion von Fast Fashion Kleidung), weniger Wälder abgerodet, weniger Feld verschlissen und es würde vielen besser gehen.

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Theodor Fontane

Dieses Zitat von Theodor Fontane, einem ehemaligen deutschen Schriftsteller, ähnelt etwas dem von Johann Wolfgang von Goethe (zwei Zitate zuvor). Oft machen wir uns bewusst, was uns fehlt und fangen an danach zu verlangen bzw. zu streben. Doch laut ihm, ist das einzige Mittel um sich wohl zu fühlen, mit dem zufrieden zu sein, was wir besitzen. Ich würde sogar noch weiter gehen, denn wenn wir zufrieden sind, mit dem was gegeben ist und dem, was wir besitzen, so lernen wir dankbar zu sein und das wiederum erfüllt uns mit innerem Frieden und Glück.

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Sokrates

Schon die alten griechischen Philosophen wussten, wie wichtig es ist bewusst zu leben. Sich bewusst zu machen was um uns herum geschieht, wie wir uns fühlen. In der heutigen Zeit rennt das Leben an vielen einfach nur so vorbei, ohne, dass es von den Menschen wirklich gelebt wird. Wir hetzen von Termin zu Termin. Versuchen Menschen zu imponieren, die wir oft nicht mögen. Versuchen so erfolgreich zu leben wie andere. Dabei vergessen wir, was im Leben wichtig ist: Jeden Moment bewusst zu leben, zu gestalten und zu erleben.

Minimalismus ist für mich Teil des bewussten Lebens, denn ich weigere mich (mittlerweile) diese Oberflächlichkeiten mit zu machen und ein Leben mir aufzwängen zu lassen, das nicht meines ist. Es ist interessant, wie sich meine Ansichten in den letzten beiden Jahren geändert haben. Durch das Loslassen von unnötigen Ballast, habe ich wieder freien Blick auf das, was mir wichtig ist und genau das lebe ich.

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Unbekannt

Zu diesem Zitat muss ich dir eine kleine Geschichte erzählen, die sich letztens in einer Facebook- Gruppe von Minimalisten ereignete und die genau dazu passt. Einer der Gruppenmitglieder fragte in die Runde, ob Interesse daran bestehe, eine -nennen wir es mal- Gruppe für Extremminimalisten aufzumachen. Minimalisten, die nur noch das besitzen, was in einen Rucksack passt und das wars. Es gibt ja keine feste Definition des Minimalismus und das ist auch gut so. Es wurde dann versucht dem Minimalismus eine feste Grenze zu setzen, wie es sie z. B. unter Veganern gibt. Einige fangen an zu vergleichen, wie wenig sie denn noch besitzen.

Minimalismus bedeute nicht, dass man gar nichts mehr besitze sollte oder nur noch xx Gegenstände. Auch bedeutet Minimalismus nicht, nur noch so viel zu besitzen wie in einen Rucksack passt. Beim Minimalismus geht es darum, sich von Ballast zu trennen und nur das zu besitzen, was man benötigt und was einen erfüllt. Das ist und bleibt für jeden unterschiedlich. Jeder definiert Ballast als etwas anderes und jeder trägt auch einen unterschiedlichen Ballast. Für die eine Person sind negative Menschen und Emotionen Ballast, von dem sie sich trennen. Für andere sind es Bücher und wieder andere fühlen sich generell von dem „Kram“ in der Wohnung erdrückt.

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Justus Jonas

Wie wahr diese Worte doch sind! Ich weiß ja nicht, wie es bei dir ist oder war, aber mein Weg hin zum einfachen Leben war anstrengend. Ich würde nicht sagen kompliziert, aber auf jeden Fall anstrengend! Zum einen das Ausmisten, das Verschenken, das Verkaufen und das Spenden von Dingen. Es kostet nicht nur Zeit, sonder auch Nerven. Zumindest war es bei mir so. Zum Anderen das Auseinandersetzen mit sich selbst, seiner Vergangenheit und seiner Umgebung. Ich hätte nie gedacht, wie schmerzlich es teilweise ist, Dinge abzuschließen und sich mit sich selbst zu befassen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum einige doch kein einfacheres Leben führen? Weil sie Angst haben sich mit sich selbst zu befassen. Es ist ja auch bequemer einfach so weiter zu machen wie bisher. Wir lieben eben unsere Komfortzone. Dazu hat Michael von Minimalismus & Leben übrigens einen tollen Blogbeitrag geschrieben.

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Johann Wolfgang von Goethe 2

Auch wenn dieses Zitat schon einige hundert Jahre alt ist, so ist es heute immer noch aktuell. Ich kenne leider selbst einige Menschen, die dadurch, dass sie auf etwas großen Wert legen und auch alleine durch das Streben danach ihr Freunde komplett aus den Augen verlieren. Ihre Werte und das, was für sie wichtig ist, haben sich komplett verschoben. Ich weiß nicht, ob das nur vorübergehend ist oder zum Dauerzustand wird. Trotzdem finde ich es sehr schade, dass so etwas überhaupt passiert. Okay wir alle entwicklen und weiter und manchmal auch in unterschiedliche Richtungen. Doch ich bin mir nicht sicher, ob es sich in solchen Fällen um das Entwicklen in unterschiedlichen Richtungen handelt.

11 inspirierende Minimalismus Zitate: Dalai Lama / Tendzin Gyatsho

Wer kennt, was in diesem Zitat beschrieben wird, der hebe bitte die Hand. Ich hebe sie gleich mit.🙋🏻 Es gibt ein Objekt der Begierde. Endlich ist es soweit und du kaufst es dir und denkst, dass du dann glücklich und zufrieden bist. Doch irgendwie stellt sich das Gefühl nicht ein oder wenn dann nur kurz und du fängst an etwas neues zu begehren, weil du dann denkst zufriedener zu sein usw. usw.

Falls du ein Mann bist, dann tut es mir leid, aber ich kann diese Situation als Frau nun mal am besten mit Handtaschen erklären… Ich wollte früher immer die ein bestimmtes Handtaschen Modell von einer bestimmten Marke haben. Lange habe ich damals mit mir gehadert, ob ich mir sie wirklich kaufen soll (da nicht ganz so günstig). Als ich mich endlich dazu entschlossen hatte, dachte ich mir, super, jetzt bin ich zufrieden, denn ich besitze ja jetzt, was ich begehrt habe. Doch fehlgeschlagen! Das Gefühl hielt nur ein paar Tage, dann war die Handtasche, die ich so lange haben wollte, nur noch irgendeine Handtasche, die mich nicht wirklich glücklich machte. So fing ich an mich daran zu machen, das nächste Objekt meiner Begierde zu finden und zu kaufen. Ich glaube ein gute Vergleich sind für die Männer sind Sneakers. Persönlich bin ich diesem Hamsterrad mittlerweile entkommen und habe erkannt, dass Genügsamkeit mich eindeutig zufriedener macht. Ich schaue mir die schönen Dinge mittlerweile in Schaufenstern oder an/ bei anderen Personen an, aber ich muss und will sie nicht mehr besitzen.

Liebe Grüße

Esther

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Was Minimalismus mit Achtsamkeit zu tun hat

Was Minimalismus mit Achtsamkeit zu tun hat

So oft hast du den Begriff Achtsamkeit in letzter Zeit gelesen oder gehört. Jetzt fragst du dich vielleicht, was das genau ist, wie es funktioniert und was es dir bringt.

Was Minimalismus mit Achtsamkeit zu tun hat

Ich werde zu Beginn kurz auf die Definition und die Historie eingehen, bevor ich dir erkläre, warum ich der Meinung bin, dass Achtsamkeit und Minimalismus zusammengehören.

Was ist Achtsamkeit?

Eigentlich ist es „nur“ die Wahrnehmung des gegenwärtigen Augenblicks bzw. eine Form der Aufmerksamkeit. Du und dein Geist befinden sich im Hier und Jetzt. Du schaltest deinen inneren Autopiloten und dein Gedankenkarusell aus. Ich gebe dir mal ein Bespiel für den Autopiloten, von dem ich spreche.

Stelle dir vor du sitzt im Auto und fährst von Ort A zu Ort B. Der Autopilot ist an. In dem Moment, an dem du an Ort B ankommst, kannst dich eigentlich gar nicht mehr bewusst darin erinnern, wie du dahin gekommen bist. Du weißt zwar, dass du die Strecke mit dem Auto gefahren bist, kannst dich aber nicht mehr daran erinnern, was auf der Strecke so passiert ist, wie du Fahrspuren gewechselt hast oder vielleicht auch, dass du z.B. durch einen Wald gefahren bist. Das ist der Autopilot, von dem ich spreche und der mir in meinem Leben schon oft begegnet ist.

Vielleicht denkst du jetzt, dass ich von Konzentration spreche. Nein das tue ich nicht, denn wenn wir uns auf etwas konzentrieren, dann verengen wir unseren Blick. Achtsamkeit ist genau das Gegenteil. Wir machen unsere Sinne frei. Wir sind an unserer inneren Entwicklung interessiert.
Wichtig ist es dabei aber, dass du die Situation, in der du dich befindest, NICHT bewertest. Du nimmst dich und deine Umgebung bewusst war, aber ohne zu bewerten.
Viele machen dies, in dem sich sich auf ihren Atem konzentrieren und durch eine Distanz zu seinen Gedanken aufzubauen, also eine Art Meditation. Daher wird auch oft von der Achtsamkeitsmeditation gesprochen. Achtsamkeit ist ein Ur- Element buddhistischer Heilsuche und Spiritualität.

Die primäre Bedeutung des Begriffes Achtsamkeit, ist die Fähigkeit zur Erinnerung, etwas im Gedächtnis zu behalten und nicht zu vergessen. Es gibt jedoch keine „richtige“ Definition des Begriffes, denn Wörter erhalten ihre Bedeutung oft dadurch, wie sie in der Gesellschaft und in welchem Kontext sie genutzt werden.

Wirkungen von Achtsamkeit

Achtsamkeit kann helfen, Stress zu reduzieren. Man könnte Achtsamkeit auch als eine Art inneren Minimalismus beschreiben, denn dadurch, dass man sich im Hier und Jetzt befindet und den Moment lebt, entledigt man sich aller unnötigen Gedanken. Inzwischen wird das Prinzip der Achtsamkeit im Rahmen der Therapie oder Prävention einer Vielzahl verschiedener psychischer und körperlicher Störungen bzw. Probleme eingesetzt, nicht zuletzt auch, um dem immer weiter verbreiteten Stress in Berufs- und Arbeitswelt (Stichwort „Burn-Out“) entgegen zu wirken. Wissenschaftler haben nachgewiesen wie heilsam Achtsamkeit ist. Es ist bekannt, dass Achtsamkeit Depressionen lindern kann, Stress reduziert und sie verringert auch Rückfallrisiko von Suchtkranken.

Achtsamkeitsübungen können aber auch noch andere Wirkungen haben, wie z.B. die Öffnung für neue Erfahrungen, die Intensivierung von Wahrnehmung und Erleben, eine verfeinerte Selbstwahrnehmung oder verbesserte zwischenmenschliche Beziehungen.

Was Minimalismus mit Achtsamkeit zu tun hat

Da es keine „richtige“ oder „falsche“ Definition des Begriffes Achtsamkeit gibt, kann ich jetzt nur davon sprechen, wie ich Achtsamkeit lebe und warum Achtsamkeit und Minimalismus  für mich zusammen gehören.

Wie ich zu Beginn beschrieben habe, laufe ich des Öfteren im Autopilot, gerade beim Autofahren. Immer wenn ich mich dabei erwische, hole ich mich zurück in die Realität, in dem ich bewusst ein- und ausatme. Ich versuche meine Gedanken, die in meinem Kopf herumschwirren wie Wolken zu betrachten, die am Himmel vorbeiziehen. Ich nehme sie wahr und lasse sie wieder gehen. Genau hier sehe ich Parallelen zwischen Achtsamkeit und Minimalismus. Wir sollten Gegenstände, Gefühle und auch Menschen ziehen lassen, die wir nicht „benötigen“. Wir sollten uns immer wieder daran erinnern, dass wir uns selbst genug sein können. Wir sollten nur noch die wichtigsten „Dinge“ in unserem Leben haben. (Mit Dingen meine ich hier Gegenstände, Gedanken, Erinnerungen etc.). Dinge, die wir wirklich brauchen. Oft haben wir doch Gedanken, die uns kein bisschen weiterbringen und die uns auch nicht behilflich sind in unserem Leben. Lassen wir diese gehen, dann machen wir uns frei.  Frei für das, was uns wichtig ist, was uns persönlich weiterbringt, frei für Dinge, die uns gut tun, die uns bereichern.

Nicht umsonst haben viele Menschen einen Terminkalender bzw. darin eine ewig lange „To Do“- Liste. Es spricht nichts gegen Listen, um sich daran zu erinnern, was wir noch tun wollen oder müssen, falls wir es nicht gleich tun können. Jedoch sollten wir nicht jede kleinste Kleinigkeit in diese Liste bringen, denn dadurch behindern wir den freien Fluss unserer Gedanken.

Achstamkeitsübungen

Zum Schluss möchte ich dir noch ein paar Übungen an die Hand geben, die mir geholfen haben, Achtsamkeit im Alltag zu leben.

Achtsamkeitsübungen im Alltag

Bevor du dir jetzt die Übungen anschaust und los legst noch ein kleiner Hinweis. Fange klein an. Die Achtsamkeitsübungen hören sich einfach an, aber gerade am Anfang wird es schwer sein ein paar Minuten achtsam zu sein. Hier ein paar Beispiele, wie du Achtsamkeit in den Alltag einbauen kannst:

  1. Morgens nach dem Aufstehen entweder noch im Bett liegend, auf der Bettkante oder eine Stuhl sitzend 10 Minuten sich des Wachseins bewusst werden und in den Körper hinein hören. Deine Körperempfindungen und aufsteigenden Gedanken Emotionen/Stimmungen wahrnehmen.
  2. Achtsam atmen: Ich atme ein, ich atme aus….Klingt einfach und ist es im Prinzip auch, aber du wirst zu Beginn feststellen, dass deine Gedanken  zwischenzeitlich von der Atmung abschießen werden. Dann muss  Du musst sie dann wieder einfangen und Zurück zu deiner Atmung lenken.
  3. Achtsam essen und trinken: das hat zur Folge, dass wir jeden Bissen genießen und bei einigen sogar, dass sie weniger essen, da sie auf ihren Körper hören, in ihn hinein fühlen.
  4. Achtsam tägliche Haushaltsaufgaben erledigen wie z.B. Spüle, Bügeln, Kochen, Anziehen, Autofahren, Hinsetzen….
  5. Achtsam warten: Nutze Wartezeiten, um deine Gedanken auf die Atmung zu lenken. Dafür eignen sich Situationen wie Rote Ampeln, Supermarktkassen, aber auch das Warten auf das Essen im Restaurant.

Sitzen und warten im Park

Generell kann ich dir auch noch folgende Tipps geben:

„Innerliche Notizen“ machen: Was denke, fühle, empfinde ich in diesem Moment? Darauf achten, wo Dinge bewertet werden und in welcher Weise das getan wird. Du beschreibst deine Gefühle und deine momentane Situation. Du erlebst gerade zum Beispiel das Gefühl Wut. Versuche dein Gefühl möglichst genau zu beschrieben. Wo im Körper nimmst du das Gefühl war? Wie groß ist es? Welche Form hat es? Wodurch wurde es ausgelöst? Beschreibe die Situation in der du das Gefühl erlebst. Wo bist du und mit wem? Was ist um dich herum?

Abends vor dem Einschlafen noch einmal reflektieren, wo es tagsüber gelungen war, achtsam zu sein. Wo wäre noch mehr Achtsamkeit möglich gewesen? Wo ist man zufrieden mit sich selbst gewesen? Was wurde in diesen Momenten gedacht und gefühlt?

Gedanken beobachten: Gedanken beobachten als wären sie Wolken im Himmel die an uns vorbei ziehen. Lass sie kommen und wieder gehen.

Himmel mit Wolken

Bewusste Wahrnehmung der Umgebung:  Wann bist du das letzte Mal spazieren gewesen und hast dir bewusst gemacht, was um dich herum passiert? Wie die Blumen riechen, wie sie aussehen? Wie der Wind sich auf deiner Haut anfühlt? Nimm bewusst wahr, was du hast, fühlst und auch riechst.

So und jetzt bist du dran, dich in Achtsamkeit zu üben und dir innerliche Notizen zu machen, wie es sich anfühlt. Du wirst mit der Zeit feststellen, welche positiven Resultate du erreichen kannst.

Deine Esther

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Wenn Großeltern ausmisten- Reduzieren im Alter

Wenn Großeltern ausmisten- Reduzieren im Alltag- Großeltern Hand in Hand

Kennst du das auch, wenn Großeltern in einem gewissen Alter anfangen ihre Wohnung auszumisten und Dinge loszulassen? Nein? Ich bis vor kurzem auch nicht.

Ich lese immer von Menschen, die sich darüber aufregen, dass sie sich um den Hausstand der Großeltern kümmern müssen, wenn diese ins Altersheim kommen oder gar sterben. Erst diese Woche hat sich in einer Minimalisten- Facebook Gruppe wieder ein Mitglied darüber beschwert, dass als die Schwiegeroma ins Altersheim kam, Sachen verkauft und verschenkt werden mussten. Alleine ungefähr 150 kg Lebensmittel mussten entsorgt werden, da diese seit Jahren nicht mehr gut waren. Als ich das gelesen habe, musste ich wirklich schlucken. Das Mitglied stellte die Frage: „Warum war es den Menschen vor uns wichtiger Konsum zu sammeln, als die Welt der nachfolgenden Generationen zu retten?“ und bekam als Antwort: „Weil sie den Mangel des Krieges erlebt haben.“

Wenn Großeltern ausmisten- Reduzieren im Alter

Meine Großeltern, die weit über 80 sind, fangen gerade an ihr Leben auszumisten und sich von Dingen aus Ihrem Leben zu trennen, die sie nicht mehr benötigen. Wenn ich ehrlich bin, war ich etwas überrascht, dass sie sich von den Dingen, die sie nicht mehr benötigen, trennen. Ich finde es sogar irgendwie komisch. Versteh mich nicht falsch, ich finde es gut, aber für mich hat es einen Hauch von „sich auf den Tod vorbereiten“, wenn du verstehst, was ich meine.

Meine Großväter meinen es ernst

Letztes Wochenende war ich bei meinen Großeltern und mein Opa fragte dann, ob wir dieses oder jenes benötigen könnten. Wie du dir vorstellen kannst, war das bei allem nicht der Fall, egal ob es nun das Werkzeug war oder irgendwelche Blumenvasen aus den 70ern oder 80ern ging. Für mich war und ist das ein wenig befremdlich, hat man doch immer, wie oben beschrieben, davon gehört, dass Erben, Familie oder Nachfahren ganze Wohnungen entrümpeln müssen. Ich finde es aber auf der anderen Seite gut, dass sie diese Aufgabe nicht den Nachfahren bzw. jüngeren Generationen aufbürden wollen.

Auf die Frage hin, warum mein Opa jetzt anfängt alte Dinge auszumisten, die schon teilweise seit Jahren in irgendeiner Ecke stehen und nicht genutzt werden, meinte er nur, dass er, wenn er sterben wird, nicht will, dass die Erben diese Aufgabe erledigen müssen und sich mit dem „alten Kram“ auseinander setzen müssen.

Wenn Großeltern ausmisten- Reduzieren im Alltag- Werkzeugschuppen

Das Einfache Leben kann also auch im hohen Alter noch Einzug in das Leben der Menschen gewinnen. Jedoch frage ich mich, warum gerade ältere Menschen erst so spät diesen Gedanken haben. Warum reduziert man die Besitztümer nicht von Zeit zu Zeit in jüngeren Jahren?

Mangel zu Kriegszeiten

Auch wenn meine Großeltern zu Kriegszeiten aufgewachsen sind und man zu dieser Zeit nichts weggegeben oder weggeworfen hat, denn man wusste ja nie, ob man es anderweitig gebrauchen konnte und damals gab es auch nicht so eine Überauswahl an Gegenständen, die viele besitzen wollen bzw. bei denen uns die Firmen erzählen, dass wir sie benötigen könnten… Trotzdem. Die Kriegszeit ist lange vorbei und in der Zwischenzeit dürften auch die Älteren verstanden haben, dass wir in Deutschland keinen Mangel erleben werden, wie sie ihn von damals kennen.

Auch mein anderer Großvater fängt gerade an aufzuräumen und auszumisten. Warum sind es eigentlich die Großväter, die so denken? Meine Omas sind davon beide nicht begeistert. Eine versucht sogar immer heimlich Sachen wieder ins Haus zurück zu holen, was ihr natürlich nicht gelingt.

Wenn Großeltern ausmisten- Reduzieren im Alltag Alter Koffer

Bereits Frank von Assisi sagte: Denke daran, wenn du diese Erde verlässt, dann kannst du nichts mitnehmen als das, was du gegeben hast.“ Ich glaube das dies auch ein wenig der Hintergedanke ist. Meine Großeltern haben viel erlebt in ihrem Leben, viel gesehen. Sie merken, dass sie jetzt nicht mehr so agil sind, wie noch vor ein paar Jahren und dass das Wichtigste ist, dass wir uns daran erinnern, was sie uns gegeben haben. Seien es Geschichten, die sie uns erzählt haben oder Ratschläge, die sie uns gegeben haben. An diese Momente werden wir uns erinnern, aber nicht daran, wie viele Bücher sie besaßen oder wie viele Dekorationsartikel. Verstehst du was ich meine?

Warum unsere Eltern den Großeltern nacheifern sollten

Wie gesagt, finde ich es gut, dass meine Großväter den Schritt machen und sich von Dingen trennen, die niemand mehr benötigt, selbst die Enkel nicht mehr. Selbst meine Eltern bekommen gerade die Aufgabe durch alte Kindersachen von mir und meinem Bruder zu schauen, die sich auf dem Dachboden befunden haben und sich von Dingen zu trennen. Ich glaube, dass dieser Druck nicht unbedingt produktiv ist, aber ich warte ab, wie sich die Situation entwickelt und halte mich so lange zurück… Denn seien wir mal ehrlich, ich brauche meinen Strampelanzug von Anfang der 80er definitiv nicht mehr. Ich will auch nicht wissen, was sich sonst noch so in den Kisten befindet. Mich würde es auch nicht wundern, wenn einige der Kleidungsstücke von Motten bereits angefressen wurden. Ich lasse ich überraschen, was meine Eltern mir so alles über das Ausmisten erzählen und werde berichten…

Wie sieht es bei deinen Eltern oder Großeltern aus?

Dein Esther

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Ich bin zurück- Was war los?

was war los? Beitragsbild

Es war die letzten Wochen ruhig hier, um ehrlich zu sein zu ruhig. Doch was war los? Das möchte ich dir gerne heute erklären und darauf eingehen, wie wichtig es ist mal einen Gang runter zuschalten, sich auf etwas voll und ganz zu fokussieren und auch mal das Leben zu leben und zu genießen.

Was war los?

Ich bin jemand, der viele Ideen, Visionen und Träume hat. Zusätzlich gibt es aktuell neben Minimalismus und Nachhaltigkeit noch viele weitere Themen, die mich interessieren. Themen, über die ich mich informieren möchte und über die ich so viel wie möglich lernen möchte. Ich habe mich in den letzten Wochen gefragt, ob ich vielleicht sogar eine Scanner- Persönlichkeit bin. Wie gesagt, interessieren mich viele Themen, aber nach einer bestimmten Zeit werden diese Themen für mich auch wieder uninteressant bzw. finde ich neue Themen, die mich noch mehr interessieren und die ich verfolgen möchte. Leider bin ich zusätzlich noch einer der Menschen, der alles am Liebsten SOFORT umsetzen und erreichen will, was natürlich vollkommen utopisch ist. Das wurde mir wieder mal in den letzten Wochen bewusst. Ich hatte soviel im Kopf, wollte so viel gleichzeitig machen und erreichen und am Besten gestern anstatt morgen. Dadurch wurde ich mit einer Reizüberflutung konfrontiert.

Kommen wir nochmal kurz auf meine Ideen zurück. Einige haben mich gefragt, ob ich denn keine Ideen habe, worüber ich schreiben möchte, weil nichts mehr von mir kommt. Nein, daran lag es ganz bestimmt nicht. Eher im Gegenteil: Die Liste meiner Ideen und Themen wird immer länger 😉 Ich hatte eher das Gefühl, dass ich mir und meiner Kreativität selbst im Weg stand. Die ambitionierten Blogger hätten mich jetzt wahrscheinlich gefragt, ob ich denn nicht mit einem Redaktionsplan arbeite. Doch das habe ich getan! Aber hier liegt genau das Problem. Ich habe monatlich geplant, worüber ich sowohl hier, als auch auf YouTube bloggen wollte. Doch wenn es dann soweit war, dann hatte ich das Gefühl, dass das Thema, zumindest aktuell, irgendwie nicht passt. So habe ich dann verzweifelt nach einem anderen Thema gesucht und das Chaos war perfekt.

Naja und dann war da auch noch das „normale“ Leben, das passiert ist. Leider waren da in den letzten Wochen auch nicht so schöne, um genauer zu sein, traurige Momente dabei. Zusätzlich weißt du ja wahrscheinlich auch, dass das Thema Bewerbungen und Jobsuche bei mir aktuell eine sehr hohe Priorität hat. Daher habe ich mir auch in diesem Bereich Unterstützung gesucht und an einem Coaching teilgenommen.

Fokus und Prioritäten setzen

So sehr es mir auch die letzten Wochen gefehlt hat zu schreiben und zu drehen, musste ich Prioritäten setzen und an der ein oder anderen Stelle Abstriche machen. Oft haben wir viele Ideen und Ziele zusätzlich zu dem, was wir sonst noch so in unserem Leben zu tun haben, sei es Arbeit, Familie, Hobbys etc. Wir versuchen irgendwie alles unter einen Hut zu bekommen und verzetteln uns dann allzu oft. Wir bekommen dabei gar nicht mit, wie das Leben an uns vorbei zieht und wie es sich von selbst lebt, ohne, dass wir davon viel mitbekommen. Bei manchen Menschen habe ich die Vermutung, dass sie noch nicht mal mitbekommen, dass sie ihr Leben gelebt bekommen und vergessen es selbst zu gestalten. Genau das wollte ich die letzten Wochen verhindern. Ich hatte Angst, dass das Leben nur noch so an mir vorbei rollt und ich vergesse, es achtsam zu leben. Daher habe ich mich dann bewusst dafür entschieden, einen Gang runter zu schalten und mich nach und nach auf Dinge zu fokussieren.

Was war los? Fokus auf das Wichtigste- Kameraobjektiv
©pixabay.de

Entschleunigung

Das heutige Leben ist oft sehr schnell. Manchmal ist es so schnell, dass wir gar nicht hinter kommen. Andauernd gibt es neue technische Gadgets. Kaum ist das eine auf dem Markt, ist es schon nicht mehr aktuell und das Unternehmen bringt kurz danach schon wieder das Nächste auf dem Markt. Kaum ist eine Marketingkampagne auf dem Markt, ist sie nicht mehr up-to-date und die Mitarbeiter brauchen neue kreative Ideen. Muss denn alles immer so schnell sein und funktionieren? Geht es nicht auch langsam und dafür beständig? Was bringt es denn schnell zu handeln und dann zu merken, dass es die falsche Handlung war, weil man sich vorher nicht die Zeit genommen hat, Vor- und Nachteile zu evaluieren und sich Alternativen einfallen zu lassen? Aufgrund dieser Geschwindigkeit sind viele von uns heutzutage auch so gestresst. Hier zähle ich mich dazu, was aber daran liegt, dass ich, wie gesagt, alles sofort und auf einmal möchte. Das dies nicht nachhaltig ist und keine nachhaltige Wirkung hat, ist mir gerade in den letzten Wochen meiner Abstinenz bewusst geworden.

Ich bin froh, dass ich gemerkt habe, dass ich mich selbst blockiere. Es ist entscheidend zu merken, dass wir abgelenkt sind von den Dingen um uns herum. Ich rede hier nicht von materiellen Dingen, sondern von Ereignissen, Wünschen und Zielen. Daher habe ich entschieden, dass ich erstmal einen Schritt zurück gehe und auch mal eine Pause einlege. Eine Pause, in der ich zur Ruhe komme und den Kopf frei bekomme, um mich zu fokussieren. Eine Zeit, in der ich alles unternehme, was mir gut tut, um mich zu befreien und die Gedanken wieder fließen zu lassen.

Was war los? Entschleunigung- Tasse Tee trinken am See
©pixabay.de

Nachdem ich nun einige der Themen für mich „abgearbeitet“ habe und meinen Kopf freier ist, melde ich mich nun also mit neuer Energie und Motivation zurück. Wie machst du das, wenn es zu viel auf einmal zu tun gibt? Hast du eine Strategie? Wie entscheidest du, was in dem Moment am wichtigsten ist?

 

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Das Problem mit Idealen- Warum wir mehr sind als unser Körper

#Embrace: Das Problem mit den Idealen

Letzte Woche war der Film „Embrace“ für einen Tag im Kino. Ein Film, bei dem es um das gestörte Verhältnis, vor allem von uns Frauen, zu unserem Körper geht.

Das bringt mich zum Thema des heutigen Blogposts, das nicht eng mit dem Minimalismus zu tun hat oder zumindest mit Minimalismus in Verbindung gebracht wird, es aber doch ist. Viele Menschen versuchen einem Ideal hinterher zu rennen oder nach zu eifern. Ein Ideal, dass es nicht gibt. Wir merken gar nicht, dass es uns gar nicht glücklich macht, diesem Ideal zu entsprechen.

Das Problem mit den Idealen

Kennst du das auch? Du schaust dir irgendwelche YouTube Videos, Instagram oder Facebook Fotos von vorher- nachher Bildern an und denkst, dass du genauso (und nicht anders) aussehen willst oder vielleicht auch musst? Vielleicht bist du auch gerade in solch einem Prozess? Ich sage nicht, dass das prinzipiell eine schlechte Sache ist. Natürlich sollte man nicht so viel Übergewicht haben, dass man sich nicht mehr bewegen kann oder, dass man aufgrunddessen mit Krankheiten wie Diabetes konfrontiert wird. Leider, und darauf komme ich noch ein paar Mal in diesem Post zurück, machen wir das oft nicht für uns selbst, sondern für „die Anderen“, denn wir wollen so sein wie sie. Es ist zu vergleichen mit Konsum. Wir wollen, dass besitzen, was andere besitzen, wir wollen so sein wie sie. Das ist der absolut der falsche Weg.

Eigenbild vs. Fremdbild

Wir vergeuden so viel Zeit, Energie und Geld um Idealen zu entsprechen. Alles, um gemocht und geliebt zu werden. Diese (Schönheits-)ideale werden uns von der Wirtschaft und im Speziellen der Kosmetik- und Modeindustrie vorgesetzt. Doch wer sagt eigentlich, dass diese Ideale wirklich real sind. Das, was wir sehen sind doch meist Fotos, die mit Photoshop bearbeitet wurden und diese haben nichts, aber auch gar nichts, mehr mit Natürlichkeit und der Realität zu tun. Wo ist die Natürlichkeit geblieben? Und wer sagt eigentlich, dass wir dann gemocht und liebt werden, wenn wir so sind wie andere oder so viel Erfolg haben wie andere? Wir verlieren uns dabei selbst.

Oft haben wir auch ein komplettes Bild von uns und unserem Körper. Wir nehmen uns „falsch“ war. Wir machen uns kleiner, als wir sind, wir zweifeln vielleicht sogar an uns. Es scheint, dass wir ein Beziehungsproblem mit unserem Körper haben. Jeder hat kleine Makel, doch das ist nichts, für das wir uns schlecht fühlen sollten. Ganz im Gegenteil! Unsere Makel und Schwächen sind ein Teil von dem, was uns ausmacht und was uns auch interessant macht. Falten und Dehnungsstreifen zeigen, was wir im Leben schon alles erlebt und erreicht haben. Wir haben gelacht, wir haben viel erlebt und als Frauen haben Kinder auf die Welt gebracht.

#Embrace: Das Problem mit den Idealen
©pixabay.com/ AlexisLeon

Unser Eigenbild wird geprägt durch Erlebnisse und Erfahrungen in der Kindheit, aber auch durch ein Idealbild. Und hier sind wir wieder bei den Idealen. Unsere Erfahrungen oder Erlebnisse aus unserer Vergangenheit prägen uns. Durch unsere Erfahrungen fühlen wir uns vielleicht, als wären wir etwas nicht wert. Uns wurde vielleicht auch mal gesagt, dass wir dick oder häßlich sind. Wir nehmen uns das dann zu Herzen und glauben, dass die ganze Welt genauso darüber denkt.

Das Fremdbild im Gegensatz dazu entspricht in der Regel objektiven Tatsachen. In der Regel, weil das in der Pubertät oft anders ist. Oft müssen sich dort heranwachsende Jugendliche Dinge anhören, die KEINESFALLS der Realität und objektiven Tatsachen entsprechen. Aufgrund dieser dummen und unüberlegten Kommentare fühlen wir uns ungeliebt. Viele suchen dann einen Ersatz für den Mangel an positiven Emotionen. Vielleicht ist es aber auch der Ersatz für fehlende Stärke gegenüber diesen Personen, die dazu führt, dass wir etwas anderes suchen, dass uns stark macht, dass uns „Gewalt“ gibt über eine Situation. Ich habe diese Erfahrungen damals selbst gemacht und glaube, dass dies ein Grund ist, warum viele Jugendliche und auch Erwachsene in Essstörungen geraten.

Dove Real Beauty Sketches

Um nochmal auf das falsche Eigenbild von uns zurück zu kommen, möchte ich euch ein Experiment von Dove zeigen, bei dem es ganz genau darum ging. Frauen wurden gefragt sich selbst (ihr Gesicht) einem FBI Phantomzeichner zu beschreiben, der dann aufgrund dieser Beschreibungen ein Bild angefertigt hat. Zusätzlich wurden die Personen vorher gebeten, als sie gewartet haben, sich eine andere Person genauer anzuschauen, die ebenfalls gewartet hat, und diese dann später auch dem Phantomzeichner zu beschreiben. Abschließend wurden dann jeder einzelnen Person die beiden Zeichnungen gezeigt. Die Unterschiede zwischen dem Eigenbild und dem Fremdbild waren sehr interessant und für mich auch aussagekräftig. Aber schaut selbst:

Dove Real Beauty Sketches 

Und auch dieses Video zeigt, wie schön wir Frauen uns wirklich fühlen und einschätzen…

Während meines Master Studiums habe ich damals mit einer Kommilitonin selbst eine Studie durchgeführt, in der wir verglichen haben, in wie weit das Eigenbild vom Fremdbild abweicht. Es ging damals nicht um Schönheit, sondern um Charaktereigenschaften, um Stärken und Schwächen. Das Ergebnis war jedoch genau das gleiche. Das Fremdbild, also wie andere Menschen uns einschätzen, wie wir auf andere wirken, ist oft ein ganz anderes, als das Bild, wie wir uns selbst sehen.

Ich frage mich schon seit langem, warum dies so ist. Warum schätzen wir uns oft anders ein? Warum machen wir uns kleiner, als wir eigentlich sind? Und warum machen wir uns von den Meinungen der Anderen abhängig? Wir alle haben Fehler, Ecken und Kanten. KEINER, aber auch KEINER ist fehlerfrei und perfekt.

Durch meinen Weg zum Minimalismus habe ich mich selbst viel besser kennengelernt und entdecke heute noch immer Seiten oder auch Charakterzüge an mir, die mir bis jetzt nie aufgefallen sind, die mich zu dem machen, was ich bin. Ich habe erkannt, was mir gut tut und was nicht; erfahren, was mich glücklich macht und bin bei mir selbst angekommen. Ich will nicht mehr sein, wie andere und irgendwelchen Idealen hinterherstreben oder mich für andere zu verbiegen! Ich bin ich, ich bin mir treu und ich bin glücklich, so wie ich bin!

#Embrace: Das Problem mit den Idealen
©pexels.com/Julian Jagtenberg

Dein Körper ist das Zuhause deiner Seele

Wir verstehen unseren Körper sehr oft falsch und denken, wenn wir so aussehen, wie Person xy dann werden oder sind wir glücklich. Dabei vergessen wir, dass das Gefühl glücklich zu sein, nie von Außen kommen kann, sondern immer nur von Innen, also von unserer Seele. Unsere geistige Haltung beeinflusst unseren Körper, unsere Ausstrahlung, Charisma und das Leuchten, das oft beschrieben wird. „Schönheit“ ist also ein Inside Job. Wir müssen in einen Monolog mit unserer Seele gehen und alte Muster durchbrechen. Wir dürfen uns nicht mehr sagen, dass wir häßlich oder etwas nicht wert sind, denn das wird unseren Körper krank machen und auch unsere Seele. Energie darf nicht mehr für diese negativen Gedanken genutzt, sondern muss endlich wieder für positives Denken und positive Gedanken verwendet werden.

Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist und der Weg, den wir diesbzgl. gehen müssen auch ab und an etwas länger ist, aber es ist ein Weg, der es wert ist zu gehen.

#Embrace: Das Problem mit den Idealen
©pixabay.com/jdalton

Du bist nicht dein Körper, du hast einen Körper! Ein Zuhause für deine Seele. Wenn dir jemand etwas anderes ins Gesicht sagen sollte, dann stehe auf und sage ihm, dass du hübsch bist, dass es dir egal ist, was er über dich und deinen Körper denkt. Steh auf, mach dich gerade und zeige, dass du bereit bist eine Kriegerin zu sein. Sacke nicht in dir zusammen und ergebe dich deiner Neurosen. Aussehen ist vergänglich und das ist auch nicht das was zählt oder wichtig ist. Wenn wir daran gemessen werden, dann umgeben wir uns mit den falschen Personen. Wir sind so viel mehr!

Du bist hübsch, du bist wundervoll und einzigartig! Lass dir nie etwas anderes einreden. Genieße dein Leben, lache und liebe. Liebe dich mit deinen Macken, Stärken und Schwächen. Nimm dich selbst an. Dein Körper ist nur die Hülle oder sagen wir ein Instrument und kein Schmuckstück. Unser Körper ist das Medium, dass wir nutzen, um unsere Seele zum Ausdruck zu bringen, um aktiv Momente zu erleben, Ziele und Visionen zu leben, sowie Moment zu erleben.

Ich wünsche dir, dass du zu dir selbst findest, dich annimmst und mir dir glücklich bist. Sei du selbst und verstelle dich nicht für andere.

Deine Esther

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Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?

Du fragst dich, was nach dem Ausmisten kommt? Was tun, mit der zusätzlichen Zeit und dem zusätzlichen Platz?

In den letzten Posts der Minimalismus für Anfänger- Reihe habe ich dir erzählt, wie du ausmisten kannst und wo du den Ballast los wirst. Heute möchte ich dir erklären, was nach dem Ausmisten kommt und was du erwarten kannst, aber auch, was du selbst tun kannst und solltest. Doch es ist zu sagen, dass das, was dann kommt individuell unterschiedlich ist und es nicht eine „Lösung“ für alle gibt. Auch wenn dieser Post zur Blogreihe Minimalismus für Anfänger gehört, bin ich der Meinung, dass es sich doch schon um ein Fortgeschrittenen Thema handelt. Schau selbst und sag mir deine Meinung dazu.

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?

Wie du bereits erkennst und wahrscheinlich auch schon weißt, hört es rein mit dem Ausmisten nicht auf. Während des Ausmistens bzw. Reduzierens und auch schon davor, fängst du an deinen Konsum zu überdenkend und auch bewusster zu konsumieren. Das ist ein automatischer Prozess. Es wäre ja auch ein Teufelskreis, wenn du ausmistest und auf der anderen Seite weiterhin so konsumierst, wie vorher.

Doch was passiert jetzt nach dem Ausmisten? Was kannst du mit deiner gewonnenen Zeit und Raum machen? Was bei dir folgt, hängt ganz davon ab, wo du dich in deinem Leben befindest und in wie weit du deine anderen Bedürfnisse schon erfüllt siehst. Du fragst dich jetzt von welchen Bedürfnissen ich spreche…?

Minimalismus ist ein Werkzeug, um andere Dinge zu erreichen. Dinge, die einem wichtig sind und die einen erfüllen. Durch Minimalismus hast du die Zeit, Kraft und Energie dich genau diesen Dingen zu widmen.

Maslow’sche Bedürfnispyramide

Was ist denn das jetzt nun schon wieder? Wenn du das Buch „simplify your life“ gelesen hast, dann kennst du die Pyramide schon. Auch wenn du dich mit Marketing auseinandergesetzt oder Marketing studiert hast, kennst du die Maslow’sche Bedürfnispyramide. Falls weder das eine, noch das andere bei dir zutrifft, habe ich sie dir nochmal aufgezeichnet:

 

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?- BedürfnisseKomische Pyramide denkst du dir jetzt? Was soll sie mir sagen? Maslow versuchte damals herauszufinden, warum Menschen zu bestimmten Zeitpunkten bestimmte Bedürfnisse hatten, die ihn antrieben. Warum investiert eine Person viel Energie und Zeit in die persönliche Sicherheit, während ein anderer Zeit und Energie investiert, um Anerkennung zu erhalten? Die Pyramide wird von unten nach oben gelesen, wobei die wichtigsten und dringlichsten Bedürfnisse die Basis der Pyramide bilden und je weiter man in der Pyramide nach oben schreitet, desto geringer wird die Dringlichkeit des Bedürfnisses.

Der Mensch widmet sich immer zuerst dem dringlichsten Bedürfnis. Wenn dieses befriedigt ist, verliert es bis auf weiteres seine motivierende Wirkung und der Mensch versucht dann das nächstmögliche Bedürfnis zu stillen.

Wenn wir bei dir z. B. davon ausgehen, dass du die vier wichtigsten Bedürfnisse befriedigt hast, dann wäre also dein nächstes Bedürfnis, dass es zu stillen gilt, das Bedürfnis nach Selbstverwirklichung, also der Entwicklung und Entfaltung deiner Persönlichkeit.

Persönlichkeitsentwicklung bzw. Persönliche Weiterentwicklung

Von Gesprächen mit Freunden und Bekannten und auch von mir selbst weiß ich, dass dies das höchste und auch schwierigste Ziel ist. Doch was bedeutet Persönlichkeitsentwicklung genau. Es gibt zwar eine Definition des Begriffes und doch ist die Auslegung sehr individuell. Auch die Werkzeuge, um sich persönlich weiterzuentwickeln sind unterschiedlich und es gibt Unmengen von Coaches, die einem bei der Erreichung oder Befriedigung dieses Bedürfnisses helfen. Zur Definition des Begriffes nehme ich die von brainguide.de:

„Unter Persönlichkeitsentwicklung versteht man die Entwicklung der individuellen Verhaltens- und Ausdrucksweisen, der eigenen Stärken und des persönlichen Stils. Ziel der Persönlichkeitsentwicklung ist es, sich dem Idealzustand einer erfolgreichen und glücklichen Persönlichkeit soweit wie möglich anzunähern. Der erste Schritt in diese Richtung ist eine kritische Selbsteinschätzung, bei der man sich mit seinen eigenen Schwächen auseinandersetzt und seine Lebensziele klar definiert. Die Persönlichkeitsentwicklung ist ein kontinuierlicher Prozess, in dessen Verlauf Selbstbewusstsein und Souveränität gestärkt werden. Diese wirken sich unmittelbar auf die individuelle Ausstrahlung und das Kommunikationsverhalten aus. Zudem fördern sie Flexibilität und Unabhängigkeit sowie eine bessere Bewältigung von Krisen und Problemen. Die Stärkung der eigenen Potenziale beeinflusst eine positive private Zukunftsentwicklung des Einzelnen erheblich und leistet in beruflicher Hinsicht einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg.“

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?- Veränderung

Der erste Schritt ist also eine kritische Selbsteinschätzung. Das ist genau das, was schon während des Reduzierens und Minimalisierens stattfindet, wenn du dich damit auseinandersetzt. Leider gibt es Menschen, die Angst davor haben, sich mit sich selbst und ihrem Leben auseinander zu setzen. Es können Wut, Enttäuschung und Traurigkeit ans Licht kommen und das sind Gefühle, mit denen wir uns nicht gerne auseinandersetzen. Es ist jedoch gut sich mit diesen zu konfrontieren und diese Gefühle zu verarbeiten, um frei im Hier und Jetzt und auch in der Zukunft zu leben. Anhand der Definition kannst du auch sehen, dass Persönlichkeitsentwicklung individuell ist, da jeder andere Stärken hat und jeder auch eine andere Vorstellung von einer erfolgreichen und glücklichen Persönlichkeit.

Nachhaltigkeit/Zero Waste

Viele der Minimalisten, die ich kenne (mich eingeschlossen), beschäftigen sich nach dem Reduzieren mit dem Thema Nachhaltigkeit. Durch all das, was man losgelassen hat und der Frage, was ein Mensch wirklich braucht, kommt es auf gewisse Art und Weise automatisch dazu. Während des Ausmistens hast du dir ja auch die Frage gestellt, wohin mit all dem Zeug? Du wolltest und solltest ja auch nicht alles weg werfen, denn das ist Verschwendung. Verschwendung von Ressourcen, von Arbeitszeit etc.

Du fragst dich als nächstes dann, wie du Ressourcenverschwendung verhindern kannst, was du anders machen kannst. So kommst du dann zum Thema Nachhaltigkeit. Auch hier gibt es wieder verschiedene Ausprägungen: Nur noch regionale und saisonale Lebensmittel kaufen, Plastikfrei Leben, nachhaltige Kleidung und Second- Hand kaufen, Zero Waste usw.

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?- Nachhaltigkeit
©pixabay.com

Wie du in meinem Blogpost von letzter Woche gelesen hast, ist die Frau, die mich in der Hinsicht inspiriert und motiviert hat, Bea Johnson. Viele werden ihren Blog ZeroWasteHome kennen oder ihr Buch gelesen haben. Ich kann dir sagen, dass es unglaublich ist, wie eine Person so motivierend sein kann und was ein Gespräch von 45 Minuten und ein Vortrag von etwas mehr als einer Stunde erreichen können. Wie du anfängst über dein Leben nachzudenken und über das, was du besser machen kannst. Vielleicht ist es teilweise ein wenig dogmatisch, aber für mich ist Bea eine Inspirationsquelle.

Reduzieren der Arbeitszeit

Auch das Reduzieren der Arbeitszeit oder auch ein Jobwechsel können als nächstes kommen, wenn du mit dem Ausmisten fertig bist. Während des Loslassen und Reduzierens wird dir bewusst, was dir im Leben wichtig ist und wie du dein Leben gestalten möchtest. Dies hat wieder etwas mit der Persönlichkeitsentwicklung zu tun und deinen Idealen. Du merkst außerdem, dass du jetzt, wo du nicht mehr unsinnig konsumierst, weniger Geld benötigst, was dazu führen kann, dass du dich dazu entscheidest, weniger zu arbeiten.

Wenn du jedoch in einer finanziellen Krise steckst, dann ist das natürlich nicht deine Priorität und dein Bedürfnis. Dein dringendsten Bedürfnis ist es deine Finanzen wieder in Ordnung zu bekommen, deine Schulden abzubezahlen und vielleicht noch ein Notfallgroschen auf die Seite zu legen.

Hobbys

Da du dich nicht mehr andauernd um deinen Kram kümmern musst (putzen, reparieren, pflegen, organisieren), hast du nun Zeit dich deinem Hobby bzw. deinen Hobbys zu widmen. Vielleicht gibt es aber auch etwas, dass du schon immer mal ausprobieren wolltest, aber bis jetzt nie die Zeit dazu hattest? Wie oft habe ich schon den Spruch gehört: „Wenn ich die Zeit hätte, dann….“ Oder hast du, so wie ich, einen grünen Daumen und wolltest schon immer mal etwas selbst anbauen auf deinem Balkon oder deinem Garten? Vielleicht bist du aber auch eher der poetische oder kreative Typ und dich erfüllt es Kurzgeschichten und Gedichte zu schreiben oder zu fotografieren. Es sind hier keine Grenzen gesetzt.

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?- Schreiben
©pixabay.com

Auch wenn du gerne liest, hast du jetzt viel mehr Zeit dazu. Falls du dir jetzt Gedanken machst, wie Bücher und Minimalismus zusammenpassen, dann kann ich dir sagen: sehr gut! Wie Joshua Fields Millburn von TheMinimalists dazu gesagt hat: „Wenn dich Bücher glücklich machen und dein Leben bereichern, dann behalte sie und selbst wenn es eine ganze Bibliothek ist.“ Außerdem hast du noch die Möglichkeit dir die Bücher auszuleihen oder als Ebook zuzulegen.

Es geht nicht darum, des Ausmistwillens, alles loszuwerden, auch Dinge, die uns glücklich machen. Klar, wenn wir ein Buch gelesen haben, dass vielleicht ganz nett war, aber das wir kein weites Mal lesen werden  dann lasse ich es gehen. Anderen Menschen kann dieses Buch dann vielleicht helfen.

Ehrenamtliche Tätigkeiten

Vielleicht wolltest du dich aber auch schon immer mal ehrenamtlich engagieren? Dann geh aktiv auf die Suche nach Vereinen, Organisationen und Institutionen, wo deine Hilfe benötigt wird und wo du dir auch vorstellen kannst, zu helfen. Anderen Menschen zu helfen, wird dir auch selbst helfen und du wirst von den Menschen, denen du hilfst, selbst so viel lernen. Fremde Menschen werden dein Leben bereichern.

Minimalismus für Anfänger: Was kommt nach dem Ausmisten?- Helfende Hände
©pixabay.com

 

Wie du siehst, gibt so vieles, was du machen kannst, anstatt shoppen zu gehen und dich um deinen „Kram“ zu kümmern. Die Möglichkeiten sind unendlich. Nicht aufgezählt habe ich, mehr Zeit mit Familie, Partner und Freunden zu verbringen.

Jetzt bin ich gespannt von dir zu hören, was bei dir nach dem Ausmisten kam und mit welchen Dingen du dich aktuell beschäftigst. Also hau rein in die Tasten.

Liebe Grüße,

deine Esther

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Zero Waste Home: Wie ein Vortrag von Bea Johnson dein Leben verändern kann

Zero Waste Home: Wie ein Vortrag dein Leben verändern kann- Vortragsbild

Ja du hast richtig gelesen, ein Vortrag kann dein ganzen Leben verändern, zumindest hat er das bei mir!

Bevor ich dir verrate, wie das passieren konnte und was ein Vortrag und ein Meet& Greet alles bewirken können, erzähle ich dir noch kurz, wie ich zu dieser Chance kam.

Zero Waste Home: Ein Vortrag von Bea Johnson, der dein Leben verändern kann

Wenn du meine Posts zu meiner Less Waste Challenge gelesen hast und auch den zum DIY Workshop, dann kennst du bereits gramm.genau, den Unverpacktladen in Frankfurt. Das Team hat zusammen mit der FES (Frankfurter Entsorgung- und Service GmbH) und dem Haus am Dom Bea am 02.05.2017 zu einem Vortrag nach Frankfurt eingeladen. Das passte Bea- glaube ich- auch ganz gut, denn sie hatte 7 Stunden Aufenthalt in Frankfurt, bevor es für sie weiter nach Südafrika ging. Ich nenne das effektive Zeitplanung.

Auf jeden Fall hatte ich mich gleich zu dem Vortrag angemeldet, als ich davon erfahren habe. Als ich dann noch ein oder zwei Tage vorher gefragt wurde, ob ich an dem Meet & Greet teilnehmen möchte, bin ich vor Freude hüpfend und strahlend (wie ein kleines Kind) durch meine Wohnung. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade in einem Telefonat und ich glaube mein Gesprächspartner, wusste nichts mehr so ganz genau, wie er mit der Situation umgehen sollte…. 😉 Ich glaube das folgende Foto zeigt, wie happy ich war, Bea persönlich zu treffen:

Zero Waste Home: Wie ein Vortrag von Bea Johnson dein Leben verändern kann- Meet&Greet
©gramm.genau

Es ist schwer, das in Worte zu fassen, was ich erlebt habe und was sich seitdem in meinem Denken geändert hat. Ich glaube aber das folgende Video, dass ich dazu gemacht habe, gibt dir einen kleinen Eindruck davon, was ich gerade erlebe, was ich ändere und wie sich meine Gedanken und auch Meinungen geändert haben:

Und hier auch nochmal die Links zu Beas Homepage und ihrem TedTalk.

Mich würde interessieren, wen du inspirierend findest und gerne mal treffen würdet. Vielleicht hast du ja ein bestimmtes Vorbild?

Liebe Grüße,

deine Esther

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Fashion Revolution: Meine Meinung zu H&M’s Nachhaltigkeitsarbeit

Hallo und herzlich Willkommen zum letzten Blogpost anlässlich der Fashion Revolution Week. Ich weiß, ich bin etwas zu spät, aber die Tücken der Technik haben mir einen Streich gespielt…

Im heutigen Post möchte ich mit dir über H&M sprechen und im Detail über die H&M Conscious Kampagne, sowie die Nachhaltigkeitsarbeit von H&M, die ich nun seit mehr als einem Jahr beobachte und verfolge. Ich habe die letzten Nachhaltigkeitsberichte von H&M gelesen und mich auch anderweitig informiert.

Meine Meinung zu H&M’s Nachhaltigkeitsarbeit

Früher war ich eine regelmäßige H&M Shopperin. Die Mode war bzw. ist stylisch und günstig. Ich musste nicht groß Kleidung anprobieren, da ich genau wusste, welche Größe mir passt. Ich war zu faul mich mit der Art und Weise zu beschäftigen, wie Kleidung hergestellt wird und wollte mir darüber auch keine Gedanken machen. Aber als ich mich dann genau mit diesen Themen beschäftigt habe, hat sich damals meine Meinung zu dem Unternehmen geändert. Ich wollte nicht mehr, dass Menschen für meine Kleidung sterben aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen in den Sweatshops. Trotzdem habe ich weiterhin das Unternehmen und seine Arbeit verfolgt. Ich wollte wissen, ob irgendwann ein Umdenken bei H&M stattfindet und sie mehr in Richtung Nachhaltigkeit unternehmen. Nachhaltig in Bezug auf Ressourcen, auf die Umwelt, auf die Menschen.

Bevor wir ins Detail gehen, habe ich eine Frage an dich:

Weisst du eigentlich, welche und wie viele Marken zum H&M Konzern gehören? Wie, da gibt es mehrere Marken fragst du du dich jetzt? Ja die gibt es! Zum H&M Konzern gehören COS, cheapmonday, weekday, monki, & other stories und natürlich H&M (Home).

Wichtiges aus dem Geschäftsbericht 2016

Deutschland ist das Land mit dem größten Umsatz von H&M weltweit, gefolgt von den USA. Der Umsatz in Deutschland betrug 2016 ca. 3,9 Mrd. €. und weltweit machte der Konzern einen Umsatz von 23 Mrd. €. (23 Mrd. Schwedische Kronen). Dies war nach eigenen Worten eine Umsatz- Steigerung von „leider nur“ 7%.

Meine Meinung zu H&M's Nachhaltigkeitsarbeit- Umsatzzahlen Deutschland
©H&M Hennes & Mauritz AB

 

 

 

 

 

 

Was ist die H&M Conscious Kampagne?

Einige oder viele von uns kennen die Conscious Kampagne wahrscheinlich durch das Zurückbringen unserer Kleidung in die Läden, wodurch man dann einen % Gutschein erhält, den man dann bei seinem nächsten Kauf bei H&M einsetzen kann. Die zurückgebrachte Kleidung, so wird uns versichert, wird recycelt. Seit diesem Jahr heißt die Kampagne nun „Bring it.“

Das Ziel von H&M ist es, einen geschlossenen Kreislauf für Textilien zu erschaffen, so dass nicht mehr länger genutzte Kleidung weiterverwendet und in Textilfasern für neue Produkte recycelt werden kann. Gleichzeitig soll dies dabei helfen, natürliche Ressourcen zu schonen und sicherzustellen, dass keine Kleidung mehr auf den Mülldeponien landet.

Seit dem Start der H&M Conscious Kampagne 2013 wurden weltweit mehr als 39,000 Tonnen Kleidung zurück gegeben, was umgerechnet etwa 196 Mio. T- Shirts sind. Alleine in 2016 wurden 15,888 Tonnen Kleidung zurückgegeben und das Ziel von H&M sind 25,000 Tonnen im Jahr 2020.

Doch nun kommen wir zu dem Problem oder der Herausforderung am Recycling der Kleidung. Aktuell ist es nicht möglich mehr als 20% eines Kleidungsstückes aus recycelter Baumwolle herzustellen aus Gründen der Qualität und Haltbarkeit. Weiterhin lassen sich Mischstoffe nicht recyceln und somit zur Herstellung neuer Kleidungsstücke nutzen, da die Stoffe noch nicht getrennt werden können. Laut Greenpeace können nur 14% der gesammelten Kleidung zur Herstellung von recycelten Fahren genutzt werden. Dies ist verständlich, wenn man sich darüber Gedanken macht, wie oft ein Kleidungsstück z.B. aus 100% Baumwolle besteht und kein Elasthan oder sonstiges zusätzlich verwendet wird.

H&M’s Visionen

H&M hat sich seine neuen Visionen hoch gesteckt:

100% Leading the change
100% Circular & Renewable
100% Fair and Equal

Hört sich im ersten Moment gut an, aber es gibt da einen „kleinen“ Haken an der Sache, denn H&M selbst gibt zu, dass sie bei diesen Visionen teilweise selbst noch nicht wissen, wie sie dies erreichen können. Laut dem Nachhaltigkeitsbericht bedeutet 100% nicht das genaue Ziel, sondern soll eher die Ambitionen und die Verpflichtungen des Unternehmens demonstrieren! Ich frage mich, wie das Unternehmen, dann weiß, wie es seine Visionen erreichen wird, also welche Wege es gehen muss. Vielleicht ist das mehr in den diversen Zielen zu finden? Schauen wir uns die Ziele Mal genauer an.

Ziele von H&M

1. Ziel: 100% Bio- Baumwolle bis 2020
In dem Nachhaltigkeitsbericht wird das Ziel genannt bis 2020 nur noch 100% Bio- Baumwolle für die Kollektionen zu nutzen. Doch wenn man sich dieses Ziel und das was H&M diesbzgl. tut, genauer anschaut, stellt man fest, dass da meiner Meinung nach, ein klein wenig Greenwashing betrieben wird, denn aktuell kommen 43% der Baumwolle aus nachhaltigen Ressourcen wie Bio- Baumwolle, recycelte Baumwolle und Baumwolle (nach der Better Cotton Initiative.)

Bei letzterer handelt es nicht nicht um Bio- Baumwolle und die „Vorschriften“ sind nicht wirklich gegeben. Ich meine damit, es wir nicht vorgegeben, dass keine Pestizide verwendet werden dürfen. Die Vorgabe ist nur die Baumwolle von Bauern zu beziehen, die den Einsatz von Pestiziden minimieren. Für mich heißt das, dass es schon reicht, wenn ein Bauer den Einsatz von Pestiziden oder Herbiziden um 1% verringert. Dann ist das für mich aber persönlich nicht nachhaltig, höchstenfalls „ein wenig“ nachhaltiger. Außerdem ist recycelte Baumwolle auch keine Bio- Baumwolle. Ich habe gelesen, dass der Weg zu mehr Baumwolle der „Better Cotton Initiative“ ein schleichender Weg ist, weg von Bio- Baumwolle.

2. Ziel: Klimapositiv produzieren bis 2040

Ein weiteres Ziel von H&M ist es bis 2040 klimapositiv zu produzieren. Dies finde ich ein gutes Ziel und zeigt einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit durch ressourcenschonende Produktion auf. Die Emission von Treibgasen wurde bereits um 46% auf knapp 80 Tonnen reduziert. Alleine die Produktion der Kleidung, also die Herstellung in den Sweatshops macht 48% im kompletten Prozess aus. Außerdem arbeitet H&M mit Cradle to Cradle und dem WWF zusammen.

3. Ziel: Keine schädlichen Chemikalien bis 2020

Da ich in meinem letzte Blogpost über giftige Chemikalien in der Textilherstellung gesprochen haben, darf ich dir das Ziel von H&M natürlich diesbezüglich auch nicht enthalten. Bis 2020 sollen keine gefährlichen Chemikalien in der Produktionen mehr eingesetzt werden. Bei der Textilherstellung wird bereits seit 2013 kein PFC mehr eingesetzt und damit war H&M das erste Textilunternehmen der Fast Fashion Industrie. Dafür und für Ihren Einsatz wurden sie von Greenpeace auch unter die TOP 3 Fast Fashion Unternehmen gewählt, die auf einem guten Weg sind hinzu einer Freiheit von gefährlichen Chemikalien. Aber, leider fehlt bis heute die Fallstudie, die die PFC Freiheit belegt.

Aber es gibt auch noch andere Probleme und Herausforderungen.

Mindestlohn und Kinderarbeit 

Was ich persönlich auch kritisch finde, ist die  Verlagerung der Produktion nach Äthiopien. Dort gibt es – im Privatsektor- keinen Mindestlohn und daher sind die Produktions- und Lohnkosten noch günstiger als in Bangladesch. Auch wenn H&M in seinem Nachhaltigkeitsbericht angibt, dass es mehr als den Mindestlohn zahlt, so reicht dies aber immer noch nicht aus, davon zu leben!

Meine Meinung zu H&M's Nachhaltigkeitsarbeit-Löhne H&M in Produktionsländern
©H&M Hennes & Mauritz AB

H&M sagt selbst, dass sie die Löhne nicht alleine erhöhen können und dass sie die Kooperationen von Regierungen und anderen Herstellern benötigen. Aber wie zu sehen ist, kann das Unternehmen selbst schon kleine Schritte machen. Es sollte sich darum kümmern, dass 100% der Produktionsstätten an der „Fair wage Method“ von H&M teilnehmen und nicht nur <50%.

Außerdem gibt H&M indirekt zu, dass „Kinderarbeit“ theoretisch vorkommen kann, aber sie nennen auch Maßnahmen, die dann vollzogen werden (Eltern bekommen den monatlichen Ausfall bezahlt, Kind wird wieder in die Schule geschickt etc.). Ich finde aber, dass eine Abmahnung für die Produktionsstätte beim ersten Verstoß nicht ausreicht (erst beim zweiten Verstoß fliegt man raus) und dass H&M noch mehr tun sollte, um zu verhindern, dass dies überhaupt passieren kann!

Als ich mir den Bericht genauer durchgelesen habe, sind mir einige Sätze aufgefallen, die Interpretationsspielraum lassen…

  • „Ambition to dress customers in a sustainable way“.
  • „ to achieve a fair, equal workplace within group long suppliers“
  • „ Products should always be produced with greatest possible consideration for people and the environment“
  • „need to create Fashion without compromising on design, quality, price OR sustainability“. Vielleicht bin ich hier etwas zu kritisch, aber da gehört kein ODER hin, sondern ein UND, also „and“. Es sollte nicht entweder oder sein, sondern alles!

H&M Conscious Exklusive Kollektion

Letzte Woche wurde die neue Conscious Exklusive Kollektion rausgebracht, die aus 30 Artikeln besteht. Nur ein paar Tage vor dem Jahrestag des Unglücks des Rana Plaza Komplexes. Letztes Jahr hat H&M genau am Jahrestag veröffentlicht. Ob das ein Zufall ist?
Auch hier habe ich etwas genauer hingeschaut. Was mir aufgefallen ist, ist, dass viele Kleidungsstücke aus Lyocell/ Tendcell, Baumwolle und Seide bestehen. Mit der Baumwolle ist das so eine Sache. Wenn du dir die Artikel einzeln ansiehst, dann steht da z. B. aus 100% Baumwolle. Also ist da keine Bio- Baumwolle drin?

Bei einem Blick in das aktuelle Magazin zur Kampagne, steht jedoch dann Bioseide, Biobaumwolle und Bioleinen… Ich in verwirrt! Enthalten die Produkte jetzt Bio- Naturfasern oder konventionelle?

Zwei der Artikel, und zwar ein Kleid und eine Handtasche sind aus wiedergewonnenen und recycelten PET- Flaschen. Das Kleid besteht aus 88 dieser Flaschen und die Tasche aus 25 Flaschen. Auch wenn ich die Idee des Recyclings gut finde, so handelt es sich doch hier immer noch um Plastik und zwar um Mikroplastik. Weiterhin frage ich mich, woher dieses Plastik stammt. Ist es Plastik, dass man aus den Weltmeeren gefischt hat oder das am Strand angeschwemmt wurde? Oder ist es Plastik, dass in der Produktion angefallen ist? Zu dieser Frage, konnte ich keine wirkliche Antwort finden.

Awards

Wusstest du, dass H&M 2013 den PETA Vegan Fashion Award für Damen Outerwear und 2015 sogar den Award als „most animal- friendly clothing company“ (Tierfreundlichstes Kleidungsunternehmen) gewonnen hat?

In 2016 wurde H&M unter die TOP 3 von 100 Unternehmen im Fashion Transparency Index gewählt.
Im Bericht von 2017 nur noch unter den ersten vier. Adidas, Marc& Spencer und Reebok erzielen bessere Ergebnisse. Ich könnte mir vorstellen, dass dies damit zu tun, hat, dass die Ziele nicht mehr so genau sind, wie früher und das durch die Transparenz verloren geht.

Mein Fazit

Alles in Allem würde ich sagen, dass H&M auf einem guten Weg ist mit seiner Nachhaltigkeitsarbeit. Es gibt jedoch noch viel zu tun und die Ziele müssen noch viel genauer definiert werden. In den letzten Jahren war dies auch der Fall, und das Unternehmen hatte sich selbst 7 definierte Ziele gesetzt. Diese sind nicht mehr zu finden und wurde durch die drei 100% Visionen ersetzt. Auch der Weg, wie sie dies erreichen wollen, welche Schritte sie gehen wollen, muss genauer definiert sein.

Ich schließe diesen Post ab, mit der Worten der Huffington Post, die ich so genau unterschreiben würde. „Fast Fashion kann niemals wirklich nachhaltig sein, da das Business Modell von Natur aus schon nicht nachhaltig ist“. Damit ist gemeint, wer jährlich so viele Kollektionen heraus bringt und immer mehr Länder mit dieser Mode überschwemmt, der kann nicht nachhaltig handeln. Denk mal über diesen Satz nach und lass mir dein Kommentar da, wie du zu dieser Aussage stehst.

Und hier sind noch ein paar Dokumentation und Informative Seiten, die ich dir empfehle:
Dokumentationen und Filme
Der Film „the true cost“-> www.truecostmovie.com (Netflix, Itunes oder hier)
Sweatshop Deadly Fashion
ARD Panorama- Tod in der Fabrik: der Preis für billige Kleidung
ZDF Zoom- Die billige Masche von H&M
Informative Seiten
Fashion Revolution Fanzine

Fashion Theory

H&M Sustainability Report

Greenpeace Detox

Utopia

Huffington Post

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