Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt: Nachhaltigkeit auf der Berger Straße

BeitragsbildKlimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt

Eine Freundin von mir fragte mich vor zwei Wochen, ob ich Lust hätte am Klimagourmet-Genuss-Spaziergang teilzunehmen. Hört sich interessant an, dachte ich mir und sagte kurzerhand zu ohne zu wissen, was mich erwarten würde.

Der Klimagourmet-Genuss-Spaziergang war Teil der Klimagourmet-Woche. Diese wird seit 2014 jährlich vom Energiereferat der Stadt Frankfurt veranstaltet .

Was ist die Klimagourmetwoche?

„Klimagourmet unterstützt ambitionierte Unternehmen und Initiativen, die einen Beitrag zum Klimaschutz und zu nachhaltigen Entwicklung leisten wollen“. (Mehr Informationen hier)

In der Klimagourmetwoche finden verschiedene Veranstaltung und Kochkurse. Weiterhin gibt es auch noch eine Wanderausstellung.

Es gibt zwei Kriterien, die ein Unternehmen erfüllen muss, wenn es Teil dieser Initiative sein möchte und auch als Geschäft im Guide erwähnt werden möchte:

„ • Ihre Lokalität ist öffentlich zugänglich, und die Speisekarte bietet mindestens ein kreatives vegetarisches Hauptgericht (nicht nur der Beilagensalat oder die Nudeln mit Tomatensoße). Auch ein Imbiss, ein Marktstand oder eine Bäckerei kann vegetarische Produkte anbieten.
• Ein Teil Ihres Angebots soll zusätzlich einer anderen Kategorie entsprechen, also regional, saisonal, bio, fair oder vegan sein.“

Der Klimagourmet-Genuss-Spaziergang

Wir bereits im Titel dieses Blogposts erwähnt, fand der Genuss-Spaziergang auf der Berger Straße in Frankfurt statt. Dort bin ich öfters, sei es bei gramm.genau, mit Freunden mal was trinken gehen oder auch schon mal zum Minimalismus Stammtisch. Genau hatte ich mir aber sonst noch nie richtig angeschaut, was diese Straße alles zu bieten hat.

Ich fragte mich, was man in ca. 1,5 Stunden noch alles über diese Straße lernen könnte und im Speziellen in Bezug auf Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Ich war neugierig darauf zu erfahren, welche Konzepte und warum diese der Umwelt gut tun.

So trafen wir uns also um 17 Uhr Treffen am Merianplatz. Die bunt gemischte Gruppe von jung bis alt wurde von Herrn Fay vom Energiereferat der Stadt Frankfurt begrüßt. Noch vor einer kleinen Einleitung über die Klimagourmetwoche und den Spaziergang verteilte Herr Fay Jutebeutel (inkl. Informationsmaterial und Holzkochlöffel). Dieser trug nicht nur das Fairtrade Zeichen, sondern auch das GOTS Zertifikat.

Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt: Inhalt Jutebeutel

In seiner Erklärung erzählte er einiges zum Thema CO2 Fußabdruck. In den Gesichtern der Teilnehmer war zu erkennen, dass einige darüber noch nichts gehört hatten. Da die Veranstaltung „Klimargourmet-Genuss-Spaziergang“ hieß, lag der Fokus auf der Nahrung, aber es gab auch andere Aspekte des Klimaschutzes, die im Laufe des Spaziergangs erläutert wurden.
Wusstest du, dass in Deutschland 14% des CO2 Ausstosses durch unsere Ernährung verursacht wird?

Auf los geht’s los

Der erste Halt unseres Spazierganges war gramm.genau, der Unverpackt Laden in Frankfurt, von dem ich ja bereits berichtet habe (Hier). Dort erklärte uns Franzi etwas dazu, was gramm.genau ist, wie es entstanden ist, wie das Konzept und was der aktuelle Stand z.B. zum Lieferservice ist. Abschließend konnten die Teilnehmer, die den Laden noch nicht kannten, noch einmal durch den Laden gehen und es gab auch noch einen kleinen Snack (Rote Beete Suppe und Linsen Curry, beides vegan).

Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt: Linsencurry und Rote Beete

Vorbei am Burgerladen „Wiesenlust“, bei dem es neben Fleisch aus der Wetterau auch vegane Burger im Angebot gibt und einem Bücherregal ging es weiter zur Kreuzung Berger Straße und Habsburgeralle. Dort wurde uns anhand der Renovierung eines Hauses erklärt, wie ein Passivhaus funktioniert, welche Arten von Energie es gibt und was die Vorteile sind. Da ich leider nichts zu schreiben dabei hatte und mein Kopf sich leider nicht jedes Detail merken kann, kann ich hier keine näheren Details wiedergeben.

Der Abschluss fand im Weltladen Bornheim statt, der vor knapp 20 Jahren seinen Anfang hatte, als Mitglieder der Eine-Welt-Gruppe in der kaholischen Pfarrei St. Josef/Frankfurt-Bornheimes zum ersten Mal fair gehandelte Produkte verkauften. Geschäftsführer sind Frau Ursula Artmann und Herr Stefan Diefenbach.

Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt: Eingangsschild Weltladen

Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt: Schaufenster Weltladen

Herr Diefenbach war es auch, der uns etwas über die Geschichte des Ladens, als auch die Produkte die dort verkauft werden, erzählte. In dem Fachgeschäft für Fairen Handel gibt neben Kaffee, Schokolade und Gewürzen auch z.B. Aleppo Seife oder Kunsthandwerk aus aller Welt. Teilweise handelt es sich bei den Artikeln des Kunsthandwerkes um Recyclingartikel. Hier durften wir Schokolade naschen und Herr Diefenbach beantwortet all unsere Fragen. (Zu diesem Geschäft werdet ihr in nächster Zeit noch mal mehr Details bekommen.) Leider war unsere Tour auch hier zu Ende. Die Zeit verging wie im Flug.

Klimagourmet-Genuss-Spaziergang Frankfurt:Upcyclingprodukte

Taschen, überall Taschen…

Beinahe hätte ich es vergessen… Bereits vor ein paar Wochen viel mir auf, dass es auf der Berger Straße bei mehreren Geschäften sogenannte Taschenstationen sind. Was sind Taschenstationen wirst du dich jetzt fragen? Das ist eine Initiative des Gewerbevereins Bornheim Mitte. Einige Händler auf der Berger Straße engagieren sich für die Umwelt und möchten weniger Plastiktüten verbrauchen. Daher gibt es auf der Berger Straße insgesamt 10 Taschenstationen, bei denen du dich an Jutebeuteln bedienen kannst, falls du deinen mal zuhause vergessen haben solltest. Du kannst aber, wenn du zu viel Jute-/ Baumwollbeutel besitzt, diese auch dort hinein legen. Andere werden es dir danken, wenn sie selbst mal keinen Beutel dabei haben.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich die Idee super finde, aber die Zeit doch leider etwas knapp bemessen war, wenn man in Betracht zieht, dass immer wieder Fragen gestellt und diskutiert wurde. Trotz allem werde ich auch nächstes Jahr wieder an der Klimagourmetwoche teilnehmen. Man lernt nie aus.

Deine Esther

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Zero Waste Home: Wie ein Vortrag von Bea Johnson dein Leben verändern kann

Zero Waste Home: Wie ein Vortrag dein Leben verändern kann- Vortragsbild

Ja du hast richtig gelesen, ein Vortrag kann dein ganzen Leben verändern, zumindest hat er das bei mir!

Bevor ich dir verrate, wie das passieren konnte und was ein Vortrag und ein Meet& Greet alles bewirken können, erzähle ich dir noch kurz, wie ich zu dieser Chance kam.

Zero Waste Home: Ein Vortrag von Bea Johnson, der dein Leben verändern kann

Wenn du meine Posts zu meiner Less Waste Challenge gelesen hast und auch den zum DIY Workshop, dann kennst du bereits gramm.genau, den Unverpacktladen in Frankfurt. Das Team hat zusammen mit der FES (Frankfurter Entsorgung- und Service GmbH) und dem Haus am Dom Bea am 02.05.2017 zu einem Vortrag nach Frankfurt eingeladen. Das passte Bea- glaube ich- auch ganz gut, denn sie hatte 7 Stunden Aufenthalt in Frankfurt, bevor es für sie weiter nach Südafrika ging. Ich nenne das effektive Zeitplanung.

Auf jeden Fall hatte ich mich gleich zu dem Vortrag angemeldet, als ich davon erfahren habe. Als ich dann noch ein oder zwei Tage vorher gefragt wurde, ob ich an dem Meet & Greet teilnehmen möchte, bin ich vor Freude hüpfend und strahlend (wie ein kleines Kind) durch meine Wohnung. Zu dem Zeitpunkt war ich gerade in einem Telefonat und ich glaube mein Gesprächspartner, wusste nichts mehr so ganz genau, wie er mit der Situation umgehen sollte…. 😉 Ich glaube das folgende Foto zeigt, wie happy ich war, Bea persönlich zu treffen:

Zero Waste Home: Wie ein Vortrag von Bea Johnson dein Leben verändern kann- Meet&Greet
©gramm.genau

Es ist schwer, das in Worte zu fassen, was ich erlebt habe und was sich seitdem in meinem Denken geändert hat. Ich glaube aber das folgende Video, dass ich dazu gemacht habe, gibt dir einen kleinen Eindruck davon, was ich gerade erlebe, was ich ändere und wie sich meine Gedanken und auch Meinungen geändert haben:

Und hier auch nochmal die Links zu Beas Homepage und ihrem TedTalk.

Mich würde interessieren, wen du inspirierend findest und gerne mal treffen würdet. Vielleicht hast du ja ein bestimmtes Vorbild?

Liebe Grüße,

deine Esther

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Fashion Revolution: Meine Meinung zu H&M’s Nachhaltigkeitsarbeit

Hallo und herzlich Willkommen zum letzten Blogpost anlässlich der Fashion Revolution Week. Ich weiß, ich bin etwas zu spät, aber die Tücken der Technik haben mir einen Streich gespielt…

Im heutigen Post möchte ich mit dir über H&M sprechen und im Detail über die H&M Conscious Kampagne, sowie die Nachhaltigkeitsarbeit von H&M, die ich nun seit mehr als einem Jahr beobachte und verfolge. Ich habe die letzten Nachhaltigkeitsberichte von H&M gelesen und mich auch anderweitig informiert.

Meine Meinung zu H&M’s Nachhaltigkeitsarbeit

Früher war ich eine regelmäßige H&M Shopperin. Die Mode war bzw. ist stylisch und günstig. Ich musste nicht groß Kleidung anprobieren, da ich genau wusste, welche Größe mir passt. Ich war zu faul mich mit der Art und Weise zu beschäftigen, wie Kleidung hergestellt wird und wollte mir darüber auch keine Gedanken machen. Aber als ich mich dann genau mit diesen Themen beschäftigt habe, hat sich damals meine Meinung zu dem Unternehmen geändert. Ich wollte nicht mehr, dass Menschen für meine Kleidung sterben aufgrund der schlechten Arbeitsbedingungen in den Sweatshops. Trotzdem habe ich weiterhin das Unternehmen und seine Arbeit verfolgt. Ich wollte wissen, ob irgendwann ein Umdenken bei H&M stattfindet und sie mehr in Richtung Nachhaltigkeit unternehmen. Nachhaltig in Bezug auf Ressourcen, auf die Umwelt, auf die Menschen.

Bevor wir ins Detail gehen, habe ich eine Frage an dich:

Weisst du eigentlich, welche und wie viele Marken zum H&M Konzern gehören? Wie, da gibt es mehrere Marken fragst du du dich jetzt? Ja die gibt es! Zum H&M Konzern gehören COS, cheapmonday, weekday, monki, & other stories und natürlich H&M (Home).

Wichtiges aus dem Geschäftsbericht 2016

Deutschland ist das Land mit dem größten Umsatz von H&M weltweit, gefolgt von den USA. Der Umsatz in Deutschland betrug 2016 ca. 3,9 Mrd. €. und weltweit machte der Konzern einen Umsatz von 23 Mrd. €. (23 Mrd. Schwedische Kronen). Dies war nach eigenen Worten eine Umsatz- Steigerung von „leider nur“ 7%.

Meine Meinung zu H&M's Nachhaltigkeitsarbeit- Umsatzzahlen Deutschland
©H&M Hennes & Mauritz AB

 

 

 

 

 

 

Was ist die H&M Conscious Kampagne?

Einige oder viele von uns kennen die Conscious Kampagne wahrscheinlich durch das Zurückbringen unserer Kleidung in die Läden, wodurch man dann einen % Gutschein erhält, den man dann bei seinem nächsten Kauf bei H&M einsetzen kann. Die zurückgebrachte Kleidung, so wird uns versichert, wird recycelt. Seit diesem Jahr heißt die Kampagne nun „Bring it.“

Das Ziel von H&M ist es, einen geschlossenen Kreislauf für Textilien zu erschaffen, so dass nicht mehr länger genutzte Kleidung weiterverwendet und in Textilfasern für neue Produkte recycelt werden kann. Gleichzeitig soll dies dabei helfen, natürliche Ressourcen zu schonen und sicherzustellen, dass keine Kleidung mehr auf den Mülldeponien landet.

Seit dem Start der H&M Conscious Kampagne 2013 wurden weltweit mehr als 39,000 Tonnen Kleidung zurück gegeben, was umgerechnet etwa 196 Mio. T- Shirts sind. Alleine in 2016 wurden 15,888 Tonnen Kleidung zurückgegeben und das Ziel von H&M sind 25,000 Tonnen im Jahr 2020.

Doch nun kommen wir zu dem Problem oder der Herausforderung am Recycling der Kleidung. Aktuell ist es nicht möglich mehr als 20% eines Kleidungsstückes aus recycelter Baumwolle herzustellen aus Gründen der Qualität und Haltbarkeit. Weiterhin lassen sich Mischstoffe nicht recyceln und somit zur Herstellung neuer Kleidungsstücke nutzen, da die Stoffe noch nicht getrennt werden können. Laut Greenpeace können nur 14% der gesammelten Kleidung zur Herstellung von recycelten Fahren genutzt werden. Dies ist verständlich, wenn man sich darüber Gedanken macht, wie oft ein Kleidungsstück z.B. aus 100% Baumwolle besteht und kein Elasthan oder sonstiges zusätzlich verwendet wird.

H&M’s Visionen

H&M hat sich seine neuen Visionen hoch gesteckt:

100% Leading the change
100% Circular & Renewable
100% Fair and Equal

Hört sich im ersten Moment gut an, aber es gibt da einen „kleinen“ Haken an der Sache, denn H&M selbst gibt zu, dass sie bei diesen Visionen teilweise selbst noch nicht wissen, wie sie dies erreichen können. Laut dem Nachhaltigkeitsbericht bedeutet 100% nicht das genaue Ziel, sondern soll eher die Ambitionen und die Verpflichtungen des Unternehmens demonstrieren! Ich frage mich, wie das Unternehmen, dann weiß, wie es seine Visionen erreichen wird, also welche Wege es gehen muss. Vielleicht ist das mehr in den diversen Zielen zu finden? Schauen wir uns die Ziele Mal genauer an.

Ziele von H&M

1. Ziel: 100% Bio- Baumwolle bis 2020
In dem Nachhaltigkeitsbericht wird das Ziel genannt bis 2020 nur noch 100% Bio- Baumwolle für die Kollektionen zu nutzen. Doch wenn man sich dieses Ziel und das was H&M diesbzgl. tut, genauer anschaut, stellt man fest, dass da meiner Meinung nach, ein klein wenig Greenwashing betrieben wird, denn aktuell kommen 43% der Baumwolle aus nachhaltigen Ressourcen wie Bio- Baumwolle, recycelte Baumwolle und Baumwolle (nach der Better Cotton Initiative.)

Bei letzterer handelt es nicht nicht um Bio- Baumwolle und die „Vorschriften“ sind nicht wirklich gegeben. Ich meine damit, es wir nicht vorgegeben, dass keine Pestizide verwendet werden dürfen. Die Vorgabe ist nur die Baumwolle von Bauern zu beziehen, die den Einsatz von Pestiziden minimieren. Für mich heißt das, dass es schon reicht, wenn ein Bauer den Einsatz von Pestiziden oder Herbiziden um 1% verringert. Dann ist das für mich aber persönlich nicht nachhaltig, höchstenfalls „ein wenig“ nachhaltiger. Außerdem ist recycelte Baumwolle auch keine Bio- Baumwolle. Ich habe gelesen, dass der Weg zu mehr Baumwolle der „Better Cotton Initiative“ ein schleichender Weg ist, weg von Bio- Baumwolle.

2. Ziel: Klimapositiv produzieren bis 2040

Ein weiteres Ziel von H&M ist es bis 2040 klimapositiv zu produzieren. Dies finde ich ein gutes Ziel und zeigt einen Weg zu mehr Nachhaltigkeit durch ressourcenschonende Produktion auf. Die Emission von Treibgasen wurde bereits um 46% auf knapp 80 Tonnen reduziert. Alleine die Produktion der Kleidung, also die Herstellung in den Sweatshops macht 48% im kompletten Prozess aus. Außerdem arbeitet H&M mit Cradle to Cradle und dem WWF zusammen.

3. Ziel: Keine schädlichen Chemikalien bis 2020

Da ich in meinem letzte Blogpost über giftige Chemikalien in der Textilherstellung gesprochen haben, darf ich dir das Ziel von H&M natürlich diesbezüglich auch nicht enthalten. Bis 2020 sollen keine gefährlichen Chemikalien in der Produktionen mehr eingesetzt werden. Bei der Textilherstellung wird bereits seit 2013 kein PFC mehr eingesetzt und damit war H&M das erste Textilunternehmen der Fast Fashion Industrie. Dafür und für Ihren Einsatz wurden sie von Greenpeace auch unter die TOP 3 Fast Fashion Unternehmen gewählt, die auf einem guten Weg sind hinzu einer Freiheit von gefährlichen Chemikalien. Aber, leider fehlt bis heute die Fallstudie, die die PFC Freiheit belegt.

Aber es gibt auch noch andere Probleme und Herausforderungen.

Mindestlohn und Kinderarbeit 

Was ich persönlich auch kritisch finde, ist die  Verlagerung der Produktion nach Äthiopien. Dort gibt es – im Privatsektor- keinen Mindestlohn und daher sind die Produktions- und Lohnkosten noch günstiger als in Bangladesch. Auch wenn H&M in seinem Nachhaltigkeitsbericht angibt, dass es mehr als den Mindestlohn zahlt, so reicht dies aber immer noch nicht aus, davon zu leben!

Meine Meinung zu H&M's Nachhaltigkeitsarbeit-Löhne H&M in Produktionsländern
©H&M Hennes & Mauritz AB

H&M sagt selbst, dass sie die Löhne nicht alleine erhöhen können und dass sie die Kooperationen von Regierungen und anderen Herstellern benötigen. Aber wie zu sehen ist, kann das Unternehmen selbst schon kleine Schritte machen. Es sollte sich darum kümmern, dass 100% der Produktionsstätten an der „Fair wage Method“ von H&M teilnehmen und nicht nur <50%.

Außerdem gibt H&M indirekt zu, dass „Kinderarbeit“ theoretisch vorkommen kann, aber sie nennen auch Maßnahmen, die dann vollzogen werden (Eltern bekommen den monatlichen Ausfall bezahlt, Kind wird wieder in die Schule geschickt etc.). Ich finde aber, dass eine Abmahnung für die Produktionsstätte beim ersten Verstoß nicht ausreicht (erst beim zweiten Verstoß fliegt man raus) und dass H&M noch mehr tun sollte, um zu verhindern, dass dies überhaupt passieren kann!

Als ich mir den Bericht genauer durchgelesen habe, sind mir einige Sätze aufgefallen, die Interpretationsspielraum lassen…

  • „Ambition to dress customers in a sustainable way“.
  • „ to achieve a fair, equal workplace within group long suppliers“
  • „ Products should always be produced with greatest possible consideration for people and the environment“
  • „need to create Fashion without compromising on design, quality, price OR sustainability“. Vielleicht bin ich hier etwas zu kritisch, aber da gehört kein ODER hin, sondern ein UND, also „and“. Es sollte nicht entweder oder sein, sondern alles!

H&M Conscious Exklusive Kollektion

Letzte Woche wurde die neue Conscious Exklusive Kollektion rausgebracht, die aus 30 Artikeln besteht. Nur ein paar Tage vor dem Jahrestag des Unglücks des Rana Plaza Komplexes. Letztes Jahr hat H&M genau am Jahrestag veröffentlicht. Ob das ein Zufall ist?
Auch hier habe ich etwas genauer hingeschaut. Was mir aufgefallen ist, ist, dass viele Kleidungsstücke aus Lyocell/ Tendcell, Baumwolle und Seide bestehen. Mit der Baumwolle ist das so eine Sache. Wenn du dir die Artikel einzeln ansiehst, dann steht da z. B. aus 100% Baumwolle. Also ist da keine Bio- Baumwolle drin?

Bei einem Blick in das aktuelle Magazin zur Kampagne, steht jedoch dann Bioseide, Biobaumwolle und Bioleinen… Ich in verwirrt! Enthalten die Produkte jetzt Bio- Naturfasern oder konventionelle?

Zwei der Artikel, und zwar ein Kleid und eine Handtasche sind aus wiedergewonnenen und recycelten PET- Flaschen. Das Kleid besteht aus 88 dieser Flaschen und die Tasche aus 25 Flaschen. Auch wenn ich die Idee des Recyclings gut finde, so handelt es sich doch hier immer noch um Plastik und zwar um Mikroplastik. Weiterhin frage ich mich, woher dieses Plastik stammt. Ist es Plastik, dass man aus den Weltmeeren gefischt hat oder das am Strand angeschwemmt wurde? Oder ist es Plastik, dass in der Produktion angefallen ist? Zu dieser Frage, konnte ich keine wirkliche Antwort finden.

Awards

Wusstest du, dass H&M 2013 den PETA Vegan Fashion Award für Damen Outerwear und 2015 sogar den Award als „most animal- friendly clothing company“ (Tierfreundlichstes Kleidungsunternehmen) gewonnen hat?

In 2016 wurde H&M unter die TOP 3 von 100 Unternehmen im Fashion Transparency Index gewählt.
Im Bericht von 2017 nur noch unter den ersten vier. Adidas, Marc& Spencer und Reebok erzielen bessere Ergebnisse. Ich könnte mir vorstellen, dass dies damit zu tun, hat, dass die Ziele nicht mehr so genau sind, wie früher und das durch die Transparenz verloren geht.

Mein Fazit

Alles in Allem würde ich sagen, dass H&M auf einem guten Weg ist mit seiner Nachhaltigkeitsarbeit. Es gibt jedoch noch viel zu tun und die Ziele müssen noch viel genauer definiert werden. In den letzten Jahren war dies auch der Fall, und das Unternehmen hatte sich selbst 7 definierte Ziele gesetzt. Diese sind nicht mehr zu finden und wurde durch die drei 100% Visionen ersetzt. Auch der Weg, wie sie dies erreichen wollen, welche Schritte sie gehen wollen, muss genauer definiert sein.

Ich schließe diesen Post ab, mit der Worten der Huffington Post, die ich so genau unterschreiben würde. „Fast Fashion kann niemals wirklich nachhaltig sein, da das Business Modell von Natur aus schon nicht nachhaltig ist“. Damit ist gemeint, wer jährlich so viele Kollektionen heraus bringt und immer mehr Länder mit dieser Mode überschwemmt, der kann nicht nachhaltig handeln. Denk mal über diesen Satz nach und lass mir dein Kommentar da, wie du zu dieser Aussage stehst.

Und hier sind noch ein paar Dokumentation und Informative Seiten, die ich dir empfehle:
Dokumentationen und Filme
Der Film „the true cost“-> www.truecostmovie.com (Netflix, Itunes oder hier)
Sweatshop Deadly Fashion
ARD Panorama- Tod in der Fabrik: der Preis für billige Kleidung
ZDF Zoom- Die billige Masche von H&M
Informative Seiten
Fashion Revolution Fanzine

Fashion Theory

H&M Sustainability Report

Greenpeace Detox

Utopia

Huffington Post

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Fashion Revolution: Schädliche Chemikalien in der Textilindustrie

Fashion revolution- schädliche Chemikalien in der Textilindustrie- Beitragsbild

Zur Herstellung von Kleidungsstücken werden oft Chemikalien benutzt, um als Pestizide für den Anbau, zum Färben, zum Aufrauen oder für andere Produktionsschritte. Diese teilweise schädlichen Chemikalien sind weder gut für die Umwelt, noch für uns! Leider können wir selbst nicht sehen und erkennen, welche chemischen Stoffe bei der Produktion unserer Kleidung genutzt werden. Aber zumindest können wir Wissen darüber erlangen und mit unserer Entscheidung für nachhaltige Mode, den Einsatz schädlicher Chemikalien reduzieren.

Die Bilder von Abwasserverschmutzung, die du in diesem Post sehen werdet, stammen aus der Nähe von Zulieferbetrieben internationaler Textilhersteller. Untersuchungen von Greenpeace haben gezeigt, dass die Abwässer schwer abbaubare Chemikalien enthalten, die sich in die Nahrungskette oder in einem Organismus anreichern und wie Hormone wirken können. Das kann zu einer langfristigen Schädigung von Umwelt und Gesundheit führen.

Leider muss ich dir zu Anfang sagen, dass es keine komplette Chemikalienfreiheit im Textilgewerbe gibt. Selbst beim G.O.T.S- Siegel sind in der Produktionskette optische Aufheller erlaubt. G.O.T.S, IVN und Bluesign können nur garantieren, dass möglich wenige bedenkliche Chemikalien eingesetzt werden.

Ich werde dir im folgenden nun 11 Chemikaliengruppen vorstellen, die besonders schädlich und gefährlich sind und erklären, warum dies der Fall ist. Diese 11 betreffen hauptsächlich die Kleidungsherstellung. Insgesamt werden zwischen 7000- 8000 verschiedene Chemikalien, sowie rund 4000 Farbstoffe eingesetzt. Der größte Teil des Chemie-Cocktails wird während und nach der Produktion wieder aus den Stoffen herausgewaschen. Doch immerhin 10 Prozent verbleiben in den Kleidungsstücken. (Quellen: Umweltinstitut 1  und Umweltinstitut 2 )

In meinem letzten Blogpost hatte ich bereits erwähnt, dass u. a. zum Anbau von konventioneller Baumwolle Pestizide, Insektizide und Herbizide genutzt werden und, dass Herbizide (Entlaubungsmittel) in der EU in Pflanzenschutzmittel nicht mehr zugelassen sind. Chemische Düngemittel vernichten nicht nur Schädlinge, sondern auch zahlreiche Nützlinge und für die Bodenfruchtbarkeit wichtige Bodenlebewesen. Außerdem kontaminieren die Giftstoffe vielerorts Flüsse, Seen und das Grundwasser.

Fashion Revolution: Schädliche Chemikalien in der Textilindustrie- Tödliches Abwasser
©pixabay.com/ Dzed

 

In den Baumwoll-Anbaugebieten können Pflanzengifte im Trinkwasser sowie in Lebens- und Futtermitteln nachgewiesen werden. Die Baumwollbauern wissen meist gar nicht, wie sie sich selbst vor den giftigen Dämpfen schützen sollen, da sie oft nicht lesen und schreiben können und daher die Warnhinweise nicht verstehen. Das ist jedoch wichtig, denn um ein Baumwolle T- Shirt zu gewinnen, werden bis zu 150 gr. Pestizide versprüht.

Zu den Symptomen einer akuten Pestizid-Vergiftung zählen Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bewusstlosigkeit, Atemnot, Schlaflosigkeit, Hautirritationen, Herzrhythmusstörungen und Krämpfe bis hin zum Tod. Langzeitwirkungen von Pestiziden sind Schädigungen des Nervensystems, des Hormonhaushalts, des Reproduktions- und des Immunsystems. Nach Schätzungen der WHO sterben weltweit pro Jahr 20.000 Menschen an Pestizidvergiftung in der Landwirtschaft. (Quelle:)

Aber kommen wir nun zu den 11 gefährliche Substanzen bzw. Chemikalien in der Textilbranche:

Alkylphenole

Alkylphenole werden in der Textilindustrie hauptsächlich zum Waschen während dem Färben der Textilien genutzt. Sie wirken ähnlich wie Östrogene und haben Einfluss auf Fische und andere Wassertiere. Seit 2005 ist der Verkauf von Produkten mit einem Teil der Gruppe von Alkylphenolen in der EU verboten.

Phthalate

Phthalate oder auch Weichmacher gehören zu den wichtigsten Industriechemikalien und kommen auch in der Textilindustrie zum Einsatz. Anwendung finden sie bei Gummi, Kunstleder, aber auch oft in aufgedruckten Motiven auf T-Shirts sowie Farbstoffen. Sie sind teils krebserregend. Phthalate, wie z. B. DEHP und DBP (Dubutylphtalat) werden in Europa als „fortpflanzungsgefährdend“ klassifiziert und die Verwendung ist eingeschränkt bzw. mittlerweile teilweise in Europa seit 2015 nach dem EU- Chemikalienrecht REACH verboten. Dadurch, dass sie in den Hormonhaushalt eingreifen, stehen sie unter dem Verdacht Unfruchtbarkeit auszulösen.

Bromierte und chlorierte Flammschutzmittel

Eine der bekanntesten Gruppen von Bromierten Flammschutzmittel (BFR) ist PBDE (Polybromierte Diphenylether). Es wird genutzt, um Textilien feuerbeständig zu machen. Manche PBDE können jedoch das Hormonsystem schädigen. Das EU Chemikalienrecht hat die Anwendung einiger PBDE daher eng eingegrenzt und als „prioritär gefährlich“ eingestuft.
Viele bromierte Flammschutzmittel sind in der Umwelt nur schwer abbaubar und reichern sich in Lebewesen an. Sie lassen sich sogar in der Muttermilch nachweisen.

Azofarben

Einige Azofarbstoffe gelten als krebserregend und sind in Deutschland verboten. Da sie billig sind, werden sie jedoch in anderen Ländern weiterhin zum Färben verwendet. Azorfarbstoffe sind die am häufigsten eingesetzten Farbstoffe in der Textilindustrie.

Fashion Revolution: Schädliche Chemikalien in der Textilindustrie - Wasserverschmutzung Azofarben
©Greenpeace

Einige Azorfarbstoffe werden während der Anwendung gespalten und setzten Amine frei, die krebserregend sind. Die EU hat die Azorfarbstoffe, bei denen dies der Fall ist, in allen Textilien verboten, die mit der menschlichen Haut in Verbindung kommen.

Wo ich gerade über Farben spreche, fällt mir noch folgendes ein: Viele Frauen haben das kleine Schwarze im Kleiderschrank. Aber wusstest du, dass schwarz die mit Abstand am stärksten Schadstoff belastete Färbung in Textilien ist? Wenn die Färbung minderwertig ist, dann kann sie sich mit dem Stoff nicht richtig verbinden und wird durch unseren Schweiß ausgewaschenen und gelangt in unserer Körper. Das wiederum kann dann zu Hautreizungen und Allergien führen.

 

 

 

Zinnorganische Verbindungen

Zinnorganische Verbindungen werden als Antischimmel- bzw. Antipilzmittel eingesetzt. Vor allem in Socken, Schuhen und auch Sportklamotten finden sie Anwendung, um die Geruchsbildung zu vermeiden, der durch Schweiß entsteht. Außerdem wirken sie antibakteriell.

Nach den Einschätzungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) können zinnorganische Verbindungen jedoch die Fruchtbarkeit einschränken und das Nervensystem angreifen und deshalb sind sie in der EU verboten. Das Problem der Übertragung der giftigen Chemikalien auf die Haut besteht jedoch nach wie vor in Deutschland, da kaum noch Kleidung in Deutschland hergestellt wird. Seit 2012 sind Produkte, die mehr als 0,1% zinnorganische Verbindungen enthalten, daher verboten (einschl. Konsumgütern). Das BfR nimmt dazu folgendermaßen Stellung: »Man muss davon ausgehen, dass in einigen importierten Textilien, insbesondere aus Nicht-EU-Staaten, solche problematischen Farbstoffe enthalten sein können«.

Eine der bekanntesten Verbindungen dieser Gruppe ist TBT (Tributylzinn).
 TBT gehört zu den giftigsten Chemikalien überhaupt. Sie löst unter anderem Leber- und Nierenschäden, Unfruchtbarkeit, Immunschwäche und Stoffwechselstörungen aus. Verboten ist TBT, aber bisher nur als Schiffsanstrich. In der Textilindustrie kommt sie nach wie vor zum Einsatz.

Perflourierte Chemikalien (PFC)

Perflourierte Chemikalien (PFC) haben eine Anti- Haft und wasserabweisende Eigenschaft und sind in der Industrie weit verbreitet. Sie werden bei Kleidung genutzt um die Kleidungs- und Lederprodukte wasser- und schmutzabweisend zu machen. Ein Großteil dieser Chemikalien können von der Umwelt aber nicht oder nur teilweise abgebaut werden. PFC reichert sich im Körpergewebe an und wird teilweise über die Nahrungskette aufgenommen. Wenn PFC bei uns im Körper angereichert ist, kann es die Leber beeinträchtigen und das Hormonsystem stören. Außerdem beeinflusst PFC das sich entwickelnde Immunsystem von Ungeborenen.

Chlorbenzole

Auch Chlorbenzole, die z. B. in der Herstellung von Farbstoffen genutzt werden, beeinträchtigen häufig die Leber, die Schilddrüse und das zentrale Nervensystem. Chlorbenzole sind in Europa bereits teils verboten oder es wird an einem Verbot gearbeitet. Die giftigste Chemikalie (HCB= Hexachlorbenzol) dieser Gruppe ist außerdem hormonell wirksam.

Fashion Revolution: Schädliche Chemikalien in der Textilindustrie -
©fashionunited.de

Chlorierte Lösungen/ Lösungsmittel

Lösungsmittel werden zum Lösen anderer Substanzen (Chemikalienrückstände) und zur Reinigung von Stoffen in der Textilindustrie genutzt. Seit 2008 ist die Verwendung in der EU stark eingeschränkt, da sie nicht nur ozonschädigend sind, sonder auch bekannt dafür Leber, Nieren und das zentrale Nervensystem zu schädigen. Kopfschmerzen, Übelkeit und Müdigkeit sind dann bekannte Folgen.

Chlorphenole

Chlorbenzole sind z. B. in Pestiziden enthalten und sie werden zur Herstellung von Farbstoffen genutzt.
Pentachlorphenol (PCP)  ist für den Menschen hochgiftig und kann viele Organe im Körper schädigen. Es ist ebenfalls hochgiftig für Wasserorganismen. Die EU hat die Produktion von PCP-haltigen Produkten im Jahr 1991 verboten und beschränkt nun auch stark den Verkauf und die Verwendung aller Produkte, die diese Chemikalie enthalten. Ich bin jedoch der Meinung, dass die EU den Verkauf und die Verwendung nicht nur stark einschränken sollte, sondern komplett verbieten.

Kurzkettige Chlorparaffine

Kurzkettige Chlorparaffine (SCCP) werden in der Textilindustrie als Flammschutz- sowie als Veredelungsmittel für Leder und Textilien verwendet. Sie sind hochgiftig für aquatische Organismen, werden nur schwer in der Umwelt abgebaut und besitzen die Eigenschaft, sich stark in lebenden Organismen anzureichern. In einigen Anwendungen dürfen sie in der EU seit 2004 nicht mehr genutzt werden. Hier haben wir wieder ein gutes Beispiel, bei dem ich mich frage, warum diese Chemikalien nur teilweise verboten sind und teilweise weiterhin genutzt werden dürfen. Wenn ich doch weiß, dass etwas schädlich ist, dann verbiete ich es doch komplett und nicht nur für einige Anwendungen. Ich stelle mir in solchen Fällen oft die Frage, ob da nicht Lobbyisten ihre Finger mit im Spiel haben…

Schwermetalle

Schwermetalle sind nicht oder nur schwer abbaubar. Sie wirken teilweise krebserregend und erbgutschädigend. Wegen der hohen Giftigkeit gelten strenge Grenzwerte. Ob diese in Ländern wie China und Indien jedoch eingehalten werden ist fraglich, denn eine Belastung von Textilien mit Schwermetallen wird immer wieder nachgewiesen. Es reicht anscheinend nicht aus, nur Stichproben zu nehmen.

Schwermetalle wie Cadmium, Quecksilber und Chrom (VI) werden für bestimmte Farbstoffe und Pigmente verwendet. Sie können sich in unserem Körper anreichern und irreversible Schäden anrichten, einschließlich der Schädigung des zentralen Nervensystems (durch Blei und Quecksilber) oder der Nieren (Cadmium). Chrom (VI) wird in Teilprozessen der Ledergerbung genutzt und ist schon bei niedriger Konzentration giftig! Chrom VI ist ätzend und kann mein Menschen unabhängig von der Dosis schnell zu allergischen Hautreaktionen führen. Außerdem ist sechswertiges Chrom krebserregend.
Die Verwendung von Cadmium, Quecksilber und Blei ist in Europa schon seit längerer Zeit stark eingeschränkt. Das betrifft auch bestimmte Anwendungen von Quecksilber und Cadmium in Textilien.

Fashion revolution: Schädliche Chemikalien in der Textilbranche
©Greenpeace

 

 

 

 

 

 

Zusätzlich habe ich während meiner Recherche noch Informationen zu folgende Chemikalien gefunden, die ich dir nicht vorenthalten möchte:

Kunstharze gehören zu den häufigsten Kontakt-Allergenen. Ausdünstungen von Kunstharzen gelten als Ursache für trockene Schleimhäute, Müdigkeit und Kopfschmerzen. Es wird geschätzt, dass 90 Prozent aller konventionell hergestellten Baumwoll-Textilien mit Kunstharzen behandelt wurden.

Wenn wir Kleidung kaufen, die knitterfrei ist, dann wurde diese oft mit Formaldehyd behandelt. Formaldehyd wird in der Textilherstellung genutzt, damit Kleidung weniger knittert und ihre Form behält. Es gilt jedoch als krebserregend, hautreizend und kann Allergie verursachen. Das Gas wirkt ätzend. Ab einer Konzentration von 0,15 Prozent in Textilien gilt die Kennzeichnungspflicht „enthält Formaldehyd“.

Last but not least: Auch wenn wir, die Jeans im Used-Look tragen, vielleicht nicht davon betroffen sind, aber die Arbeiter sind es definitiv. Der Used- Look wird in vielen Ländern durch Sandstrahlung mit Quarzsand hervorgerufen. Dabei entsteht Feinstaub, der extrem gesundheitsschädlich für Arbeiter ist, da er sich in der Lunge absetzt. Die Mitarbeiter werden davor nicht oder nur wenig geschützt. Das führt über kurz oder lang dann zum Erstickungstod. In der Türkei ist diese Technik seit 2009 verboten, doch in Ländern wie Indien und Bangladesch wird sie leider noch weiterhin verwendet.

 

So, das war es mit den Schreckensnachrichten für heute. Wahrscheinlich musst du, genau wie ich, erstmal all diese Informationen sacken lassen und verdauen. Falls du dich jedoch noch weiter informieren möchtest, lasse ich dir noch ein paar Links da.

Greenpeace:

http://www.greenpeace.org/austria/de/marktcheck/News/kleidung/-2011/detox/

http://www.greenpeace.org/austria/Global/austria/marktcheck/uploads/media/Schmutzige_Waesche_de_gesamt.pdf

https://www.greenpeace.de/sites/www.greenpeace.de/files/publications/20130417-toxic-threats-polluting-paradise_0.pdf

http://www.greenpeace.org/switzerland/Global/switzerland/publications/Greenpeace/2012/chemie%20und%20wasser/Ratgeber_Textil-Standards_8(1).pdf

https://www.greenpeace.de/themen/endlager-umwelt/gefahrliche-substanzen-der-textilindustrie

http://www.greenpeace.org/austria/de/marktcheck/News/kleidung/-2011/detox/chemikalien-fur-textilien-1/

 

Umweltbundesamt

Umweltinstitut

Utopia

ZDF 37°: Gift auf unserer Haut

ZDF Planet e: Gefahr aus dem Kleiderschrank

arte Themenabend: Schick aber schädlich

Ich wünsche dir trotzdem schon mal ein schönes und erholsames Wochenende.

Deine Esther

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Fashion Revolution: Nachhaltige Rohstoffe in der Textilindustrie

BeitragsbildFashion Revolution Week: Nachhaltige Rohstoffe in der Textilindustrie- Steine

Jeder hat schon mal von Elasthan, Polyester oder Polyacryl gehört bzw. hat diese Begriffe in seinen Kleidungsstücken schon mal gelesen. Doch sind diese Stoffe in unserer Kleidung nachhaltig? Welche nachhaltige Rohstoffe gibt es in der Textilindustrie und warum sind diese nachhaltig?
Darüber werde ich dich heute informieren und auch ein klein wenig auf genutzt Chemikalien eingehen. Diese werden jedoch im Detail im nächsten Blogpost angesprochen.

Nachhaltige Rohstoffe in der Textilbranche

Vielleicht denkst du, dass viele Stoffe in der Textilbranche doch nachhaltig sind, weil sie, wie z. B. Baumwolle, ja nachwachsen. Doch die Frage, die sich stellen sollte, ist, unter welchen Bedingungen die Rohstoffe nachwachsen und wie sie gewonnen werden. Wenn wir das verstehen, werden wir merken, dass einige Rohstoffe oder die Gewinnung dieser eben nicht so nachhaltig sind, wie wir denken.

Generell können Textilien aus Naturfasern oder aus Chemiefasern hergestellt werden. Chemiefasern werden wiederum zum größten Teil aus Erdöl oder Erdgas hergestellt. Es gibt jedoch auch Chemifasern, die aus Naturstoffen hergestellt werden, wie ich dir nachher zeige. Aber lass uns erstmal auf die wichtigsten nachhaltigen Rohstoffe der Textilbranche eingehen.

Baumwolle/ Bio- Baumwolle

Baumwolle finden wir heute in so viele Kleidungsstücken, sei es Bio- Baumwolle oder konventionelle Baumwolle. Nicht umsonst ist Baumwolle weltweit die beliebteste Naturfaser und hat einen Anteil von 38% an der Weltfaserproduktion.
Aber wusstest du, dass für die Herstellung von 1kg konventioneller Baumwolle bis zu 20.000 Liter Wasser verbraucht werden? Weiterhin werden 25 % der weltweit eingesetzten Pestizide im konventionellen Baumwollanbau verwendet. Alleine in den USA wird 86% der Baumwolle gentechnisch manipuliert angebaut, was dadurch begründet wird, dass die Baumwollpflanze äußerst empfindlich ist für Schädlinge, denn es gehen immerhin ca. 50% der Welternte durch Parasiten und Krankheiten verloren.

Baumwollzweig
©pixabay.com/Erbs55

Der erste und unter Verbrauchern wohl bekannteste Schritt in Richtung nachhaltige Mode ist die Umstellung auf Bio-Baumwolle, da diese diverse Voraussetzung und Anforderungen erfüllen muss. Wie ich in meinem letzten Post geschrieben habe, werden im Produktionsprozess von Biobaumwolle keine Pestizide, chemische Dünger oder Insektizide eingesetzt, die das Grundwasser und Erde belasten würden. Außerdem müssen die Bauern darauf achten keine Monokulturen zu züchten und es wird KEIN genmanipuliertes Saatgut eingesetzt. Laut dem Umweltinstitut München e.V. bewahrt man mit dem Kauf eines einzelnen Bio-Baumwolle T-Shirts ganze sieben Quadratmeter Anbaufläche vor Pestiziden und künstlichem Dünger. Wenn die Biobaumwolle per Hand geerntet wird, so wird das Produkt nicht nur schonender geerntet, es schützt auch den Boden und die Umwelt, denn es müssen keine Entlaubungsmittel genutzt werden.

Entlaubungsmittel oder auch Herbizide genannt, werden u. a. bei der Ernte von Baumwolle, Sojabohnen und Tomaten eingesetzt. Als Entlaubungsmittel wurden oder werden zum Beispiel Natriumchlorat, Calciumcyanamid, Natriumpolyborate wie Dimethipin verwendet. Natriumchlorat wird größtenteils als Bleichmittel in der Papierindustrie verwendet und ist auch für die Textilindustrie geeignet. Chlorate und viele andere Entlaubungsmittel sind jedoch innerhalb der EU als Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln nicht mehr zugelassen und das sicher nicht ohne Grund.

Lenzing Modal®

Lenzig Modal ist nachhaltig produziertes Modal, das zu 100% aus nachhaltig bewirtschafteten Buchenwäldern besteht. Die Faser selbst ist eine künstlich hergestellte Faser auf Basis von Cellulose. Da Modal auf einem natürlich Rohstoff basiert, ist es auch hundertprozentig biologisch abbaubar. Lenzing Modal wird CO2-neutral produziert.

Hanf

Hanf braucht im Vergleich zu Baumwolle keine künstliche Bewässerung und ist daher dir die Textilproduktion ökologisch empfehlenswert. Es hat den Vorteil, dass es im Gegensatz zu Baumwolle auch auf europäischen Boden wächst und somit wesentlich energieschonender den Weg zu uns findet. Hanf hat außerdem den großen biologischen Vorteil von Natur aus relativ resistent gegenüber Schädlingen und Erkrankungen zu sein. Damit schließt sich die Notwendigkeit von Pestiziden schon grundsätzlich aus. Sie zählt zu den umweltschonendsten Fasern überhaupt. Der Anbau von Hanf benötigt weder Pflanzenschutz- noch Insektenschutzmittel und kommt mit sehr wenig Wasser aus.
Hanf ist sehr schnell wachsend und von Natur aus sehr widerstandsfähig. Ein Hanffeld erbringt dreimal soviel Fasern wie ein Baumwollfeld der gleichen Größe.

Die Fasern der Hanfpflanze weisen eine hohe Reißfestigkeit auf. Neben vielen anderen Hanf-Erzeugnissen überzeugt auch Kleidung aus Hanffaser durch ihre hohe Qualität bei gleichzeitig hervorragender Ökobilanz. Beim Tragen schützt Hanf vor UV-Strahlen und beweist sich als sehr stark und langlebig.

Bio-Wolle

Bio-Wolle stammt aus kontrolliert biologischer Tierhaltung (kbT) von Tieren, die artgerecht und im Einklang mit der Natur gehalten werden.  In der konventionellen Schafzucht werden Schafe jedoch teilweise für die Wollproduktion durch Pestizidbäder geführt, um die Parasiten zu bekämpfen. Das fällt bei Bio- Wolle weg, denn dort sind diese verboten.

Wollschaf
©pexels.com/monicore

Bio Leinen

Leinen ist eine pflanzliche Naturfaser und wird aus den Stängeln der Flachspflanze gewonnen. Leinen hat einen charakteristischen, natürlichen Glanz und wirkt feuchtigkeitsregulierend. Der kontrollierte biologische Flachsanbau (kbA) verzichtet , genau wie alle anderen Bio- Textilrohstoffe auf chemische Düngemittel und Pestizide.

Bio-Seide

Bio-Seide wird nach kbT (kontrolliert Biologische Tierhaltung) Standards produziert, was bedeutet, dass die Raupen Maulbeerblätter (oder andere Pflanzen) essen, die frei von Pestiziden sind und es wird auch auf die sonst übliche, umfangreiche Hormonbehandlung der Tiere verzichtet. Bei der Stoffverarbeitung, dem Abkochen, Zwirnen, Weben und Färben der Bioseide werden ausschliesslich gesundheits- und umweltschonende Chemikalien und Farbstoffe verwendet. Zudem ist die Kette der Zulieferer leicht nachvollziebar, weil Bio-Seide so selten ist.

In der konventionellen und auch Bio- Maulbeerseidengewinnung verpuppen sich die Seidenspinnerraupen in ihren Kokons und werden danach durch Heißdampf oder kochendes Wasser abgetötet. Dadurch bleibt der Kokon unversehrt und die Seide kann an einem Endlosfaden (bis zu 900 m) abgehaspelt werden. Die Raupen sterben allerdings bei diesem Prozess. Deshalb finde ich diese Gewinnung nicht wirklich nachhaltig. Ich würde dann eher Kleidung aus dem folgenden Rohstoff kaufen.

Wildseide

Im Gegensatz zur Bio-Seide, stammt die Wildseide oder “Tussahseide” von wildlebenden Eichenspinnern oder Tussahspinnern. Beim Verlassen des Seidenkokons hinterlässt der Falter ein Loch im Kokon, welcher dann eingesammelt wird. Die Seidenraupen dürfen ihr Leben als Schmetterlinge fortsetzen und werden zur Gewinnung der Faser nicht getötet, weshalb sich auch der Begriff “vegetarische Seide” etabliert hat. Gewebte Wildseide ist gegenüber Zuchtseide gröber, mit kleinen Erhebungen und Knötchen. Mich persönlich stört das nicht und ich finde es wirkt dann auch eher natürlich.

Peace Silk

Peace Silk aus kontrolliert biologischem Anbau wird derzeit (Stand: 1.3.2013) lediglich von zwei Produzenten weltweit hergestellt und ist ein begehrter Rohstoff für immer mehr Designer, da es sich bei Peace Silk ebenfalls um “vegetarische Seide” handelt. Allerdings wird diese nicht wild gesammelt. Die Raupen werden (idealerweise nach kbT) aufgezogen, bis sie sich verpuppen. Dann, wenn es so weit ist, schneiden Arbeiter ein kleines Loch in den Kokon und lassen die Tiere über eine Woche im Dunkeln ruhen, bis sie geschlüpft sind. Peace Silk ist genau wie die Wildseide nicht ganz so fein und fest wie industrielle Zuchtseide.

Bambus

Bambus dient neben Holz von Buchen, Fichten, Eukalyptus und Pinien als Ausgangsmaterial für Viskose. Für die Textilerzeugung wird das Viskoseverfahren verwendet, welches u. a. den Einsatz von Natronlauge und Schwefelkohlenstoff benötigt. Um den Viskosfasern dann ein Baumwolle ähnliches Aussehen zu verleihen, werden die Viskosefasern in einem Nachbehandlungsprozess gewaschen und gebleicht. Hierzu wird jedoch Chlor-freie Bleiche und chlorfrei hergestelltem Zellstoff in Europa genutzt.

Bambuswald
©pixabay.com/Pexels

Lyocell/ Tencel

Tencel wird aus Zellulose hergestellt und ist ebenfalls ein Viskose-Produkt. Während bei der Herstellung von normaler Viskose einige Chemikalien beigemischt werden, geschieht der Herstellungsprozes von Tencel mit einem ungiftigen, organischen Lösungsmittel. Dieses Lösungsmittel ist nach der Herstellung wieder verwendbar dadurch besonders nachhaltig und umweltfreundlich.
Die Abfallprodukte dienen der Energieerzeugung bei der Produktion oder werden, wie z. B. Xylit, für die Lebensmittelindustrie verwendet. Tencel ist strapazierfähiger als Baumwolle und laut seiner Ökobilanz eine gute  Alternative zur konventionellen Baumwolle.

Lenpur Viskose

Ganz anders produziert wird die Lenpur Viskose. Die Grundlage hier bildet ausschließlich Zellulose aus dem Rückschnitt von Bäumen in der Forstwirtschaft. Deshalb wird sie auch oft “Peace Viskose” genannt, da zur Herstellung kein einziger Baum oder Bambus gefällt werden muss. Die Gewinnung er Zellulose findet wie auch bei Tencel mikroorganisch und ohne chemische Zusätze statt.

Aber das wichtigste und interessanteste zuletzt: Die Lenpur-Faser hat mit 99,8% eine höhere Naturreinheit als handgepflückte Baumwolle, bei gleichbleibend hervorragenden Funktionseigenschaften.

Seacell

Kleidung aus Seacell habe ich persönlich noch nie gesehen. Seacell wird aus Algen gewonnen. Algen haben  einen hohen Anteil an verschiedensten Spurenelementen, Kohlenhydraten, Fetten und Vitaminen. Beim Tragen dieser Kleidung sondert diese die Nährstoffe an den Körper ab. Zusätzlich soll durch die Algenextrakte die Produktion von Glucoseaminoglucanen im Körper angeregt werden, die einerseits die Heilung von Entzündungen der Haut beschleunigen und die andererseits die Haut vor freien Radikalen schützen. Seacell Kleidung werde daher auch als Kleidung mit Anti-Aging-Effekt bezeichnet.

Tyvek

Tyvek wurde von dem Modellabel Luxaa entwickelt. Es verfügt über Anti-Pilling- und Anti-Verfilzen-Eigenschaften, ist zu 100% recyclebar und antiallergen. Tyvek kann bis zu fünf mal zu neuem Tyvek recycelt werden, das bei der Herstellung eingesetzte Wasser wird dabei viele Male wiederverwendet. Nach seinem Tyvek-Leben wird das Material z. B. zu Schutzhelmen verarbeitet. Luxaa bietet sogar ein Rücknahmesystem für seine Tyvek-Produkte an und sorgt für ein entsprechendes Recycling.

Das Unternehmen Bleed aus Bayern nutzt Kork als Ersatz für Leder.

Korkplatte
©pixabay.com/maja7777

Das waren natürlich noch nicht alle nachhaltige Rohstoffe, die es gibt, denn auch Soja, Ananas oder auch Milkfibers (Polylactid) können für die Textilproduktion genutzt werden. Jedoch sind die genannten, diejenigen, die am häufigsten genutzt werden.

Wenn ihr noch mehr zu dem Thema Rohstoffe wissen möchtet, dann lasse ich euch noch ein paar Links da. Dort findet ihr auch teilweise nochmal Informationen zu zusätzlichen Zertifizierungen:

Utopia über veganes Leder

Utopia über Kleidung der Zukunft 

Umweltberatung Österreich

VCI 

Greendelicious zum Thema Peace Silk 

Lexikon der Nachhaltigkeit

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Workshop: Wie stelle ich Drogerieartikel selber her?-gramm.genau

Beitragsbild gramm.genau workshop

Habt ihr euch auch schon immer gefragt, wie man Dorgerieartikel wie z. B. Deo, Spülmittel oder Waschmittel selbst herstellen könnt? Seid ihr auch überwältigt von all den Rezepten, die es überall in Büchern und im Internet zu finden gibt? Ich bin es auf jeden Fall. Bei jedem neuen Rezept, dass ich sehe, frage ich mich: funktioniert das denn wirklich?

Ich hatte letzte Woche die Möglichkeit an einem zweistündigen Workshop „Wie stelle ich Drogerieartikel selber her?“ im gramm.genau  in Frankfurt teilzunehmen, um genau dieses herauszufinden. Ein Workshop wie dieser, muss ich gestehen, regt eher zu Taten an, als wenn ich ein Buch lesen oder die Informationen im Internet aufnehme. Denn sind wir mal ehrlich, wie viel von dem, was wir täglich als Informationen aufnehmen, setzen wir WIRKLICH um?

Wer oder was ist gramm.genau?

gramm.genau ist ein Unverpacktladen in Frankfurt, der im Januar seine Türen geöffnet hat. Das Team bestehend aus Christine, Franzi, Tamas und Jenny hat nach dem shop- im- shop Prinzip einen Platz im Laden Main Gemüse/ Suppengrün von Carolin Munte gefunden. Die vier stecken so viel Herzblut in das, was sie tun und versuchen auch Schülern bereits Nachhaltigkeit durch Führungen und Vorträge nahe zu bringen. Ich finde es super.

Wer das Fazit von meiner Less Waste Challenge gesehen hat, der kennt das Geschäft bereits 😉

Da fällt mir übrigens ein, dass ich von einigen vor ein paar Wochen gefragt wurde, ob gramm.genau der Unverpacktladen ist, für den es eine Crowdfunding Kampagne gab und über den berichtet wurde. Diese Frage kann ich mit nein beantworten. Wie ich erfahren habe, hatte die Crowdfunding Kampagne keinen Erfolg und den Laden wird es daher erstmal nicht geben.

Der Workshop: Wie stelle ich Drogerieartikel selber her?

Der Workshops wurde von Christine und Franzi gehalten, die sich vorher selbst durch einige Internetforen und Bücher gewälzt haben und auch Rezepte aus Büchern ausprobiert haben, um uns zu zeigen, wie einfach, günstig und auch nachhaltig es ist, Drogerieartikel zuhause herzustellen. Auch Carolin hat als Zuhörerin teilgenommen und dankenderweise ihr Inventar zur Verfügung gestellt, damit wir werkeln konnte.

Workshop „Wie stelle ich Drogeriertikel selber her?“- unser Raum im gramm.genauNach einer kleinen Vorstellungsrunde, immerhin war der Workshops ausgebucht mit 10 Personen, wurde uns erkläret, warum wir eigentlich überhaupt Drogerieartikel selbst herstellen sollten. Wir wurden darüber informiert, dass nur 30% von den Dingen, die wir in den gelben Sack oder die gelbe Tonne schmeißen, wirklich recycelt wird. Ist das nicht erschreckend? Da fragt man sich automatisch, was mit den restlichen 70% passiert? Tja, die landen irgendwo auf Müllhalden oder wir sehen diese als Müll irgendwo im Meer schwimmen. Das Plastik oder genauer die Plastikpartikel werden von Vögeln und Fischen aufgenommen und im Fettanteil gelagert. Fett, dass wir Menschen dann später zu uns nehmen.

Weiterhin ist es gesünder die Artikel selbst herzustellen mit einfachen Mitteln, als solche zu kaufen, die chemische Mittel enthalten, deren Namen wir noch nie gehört haben, geschweige denn aussprechen können und es ist auch viel günstiger.

Die Minimalisten unter euch fragen sich bestimmt, was sie sich dafür „anschaffen müssen“ und denken, dass es vieler Inhaltsstoffe bedarf. Ich kann euch beruhigen, denn im Endeffekt sind es genau fünf Inhaltsstoffe, von denen wir wahrscheinlich die meisten auch zuhause haben:

Natron
Kernseife
(Apfel-) Essig 5%
Waschsoda
Zitronensäure(-pulver) oder alternativ Zitronenschalen

Workshop „Wie stelle ich Drogeriertikel selber her?“- Waschsoda

Nicht viel, oder? Das dachte ich auch und vor allem ich habe bereits alles zuhause.
Was ich als sehr positiv empfand, war, dass uns die einzelnen Inhaltsstoffe erklärt wurden, aus was diese bestehen und wie sie (miteinander) reagieren. Außerdem wurden uns nebenbei noch ein paar kleine Tipps gegeben, die nicht teil des Workshops waren.
TIPP: Auch wenn es nicht besonders gut schmeckt, Apfelessig hilft bei Halsschmerzen! Aber bitte nicht schlucken, sondern gurgeln.

Außerdem habe ich gelernt, dass die meisten Kernseifen, die man kaufen kann, tierische Inhaltsstoffe haben (was für Veganer natürlich gut zu wissen ist).

Aber es sollte natürlich nicht nur bei theoretischem Wissen bleiben, denn wir durften selbst Deo, Allzweckreiniger, Spülmittel und Waschmittel herstellen, nachdem uns erklärt wurde, wie es hergestellt wurde. Außerdem durften wir die hergestellten Drogerieartikel mit nach Hause nehmen, in unserem mitgebrachten Flaschen und Gläsern. Leider hatte ich alle meine Gläser und Flaschen in Gebrauch, so dass ich mir nichts mitnehmen konnte, aber ich kann die Artikel ja jetzt zuhause herstellen.

Workshop „Wie stelle ich Drogeriertikel selber her?“-Topf, Hobel und Schneebesen

 

Workshop „Wie stelle ich Drogeriertikel selber her?“ Selbstgemachtes Rolldeo

So und nun lasse ich euch noch zwei kleine und einfache Rezept für Spülmittel und Allzweckreiniger da, die ihr schnell und einfach nachmachen könnt. Ein kleiner Hinweis jedoch noch: Wundert euch nicht, dass es beim Spülmittel nicht schäumt, denn das wird es nicht. Aber das hat nichts mit der Wirkung zu tun!

Rezept Spülmittel

Zutaten:
500 ml Wasser
1 TL natron
1 EL Waschsoda
ca. 20 Tropfen eines ätherischen Öls eurer Wahl

Ihr gebt alles zusammen in eine Flasche, egal ob Glasflasche oder eine alte Spüli- Flasche, die ihr noch besitzt. Dann einfach schütteln und Dada….. schon ist euer Spülmittel fertig!

Rezept Allzweckreiniger

Zutaten
3 TL Natron
3 TL Kernseife (kleingeraspelt)
700 ml heißes Wasser (am besten kochen und dann kurz warten)
Ein ätherisches Öl eurer Wahl

Ihr gebt Natron, Kernseife und Wasser zusammen und wartet ab, bis es abgekühlt ist, dann gebt ihr das ätherische Öl dazu und könnt es in eure Sprüh- oder Glasflasche umfüllen und sofort mit dem Putzen anfangen 😉

Workshop „Wie stelle ich Drogeriertikel selber her?“- gefüllte Gläser

Wenn ihr, egal bei welchem Unverpackladen in Deutschland, an solch einem Workshop teilnehmen könnt, dann empfehle ich euch anzumelden. Es macht so viel Spaß neue Rezepte auszuprobieren und sich mit anderen Menschen über bereits gemachte Erfahrungen auszutauschen.

Mich würde abschließend auch interessieren, welche Erfahrungen ihr bis jetzt gemacht habt, bzw. welche Drogerieartikel ihr bereits herstellt oder was euch davon abhält.

Und jetzt viel Spaß beim nachmachen und noch frohe Ostern.

Eure Esther

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Fashion Revolution- Siegel und Zertifizierungen der Fair Fashion

Siegel und Zertifizierungen Fair Fashion

Wie bereits letzte Woche angekündigt, möchte ich euch heute über die Siegel und Zertifizierungen aufklären, die es in der Fair Fashion Industrie gibt. Am Besten bringt ihr ein paar Minuten Zeit mit, wenn ihr den folgenden Post lest 😉 Ihr könnt aber auch gerne wiederkommen, falls euch das zu viele Informationen auf einmal sind.

Da es sich um eine Menge Informationen handelt, mag der Text auch ein wenig trocken sein, aber so sind Fakten nun mal…

Siegel und Zertifizierungen der Fair Fashion

Bei den verschiedenen Siegeln und Zertifizierungen geht es nicht nur um faire Arbeitsbedingungen, sondern auch um Rohstoffe und nachhaltige Produktions- und Lieferketten. Ich habe mich im Folgenden bewusst auf die wichtigsten Labels bzw. Zertifizierungen konzentriert. Es gibt noch einige mehr, deren Aussagekraft, aber vielleicht nicht so hoch ist, wie von den genannten.

Global Organic Textile Standards (GOTS)

Das GOTS Siegel ist das aussagekräftigste Siegel meiner Meinung nach. Wenn ihr dieses Siegel auf einem Kleidungsstück seht, dann könnt ihr es mit ruhigem Gewissen kaufen.

Das Label zeichnet eine umweltfreundliche und transparente Produktionskette aus. Das fängt mit der Herstellung und Konfektion an und geht über die Verpackung und Kennzeichnung, bis zum Handel bzw. Vertrieb. Es gibt zwei verschiedene Kennzeichnungsstufen:

Labels und Zertifizierungen Fair Fashion- GOTS
©GOTS

„ GOTS Organic“ bedeutet, dass das Kleidungsstück zu mind. 95% aus biologisch erzeugten Naturfasern und max. 5% synthetischen Fasern oder Viskose hergestellt ist.
„Hergestellt aus xx% kontrolliert biologisch angebauter Naturfaser“, bedeutet, dass mindestens 70% des Produkts aus kontrolliert biologischen Naturfasern.

Generell wird keine gentechnisch veränderte Baumwolle genutzt. Falls chemische Zusatzstoffe genutzt werden wie z. B. Farbstoffe, dann müssen diese diverse strenge Kriterien erfüllen. Außerdem müssen bei den Arbeitsbedingungen u. a. folgende Kriterien erfüllt werden: sichere und hygienische Arbeitsbedingungen, keine Kinderarbeit, Mindestlohn und das Verbot von grober oder inhumaner Behandlung.

Jährliche Betriebsinspektionen sorgen dafür, dass die Standards eingehalten werden. Falls dies nicht der Fall sein sollte, dann wird dem Unternehmen das Siegel auch wieder entzogen. Falls nicht die komplette textile Kette eines Produktes zertifiziert ist, so darf das Kleidungsstück auch nicht das Label tragen. Ich habe diesbezüglich extra bei hessnatur nachgefragt.

Internationaler Verband Naturtextilwirtschaft (IVN)

Nach eigenen Angaben ist es momentan das Siegel mit den höchsten Ansprüchen an textile Ökologie. Der IVN vergibt zwei Zertifizierungen, bei denen es um unterschiedliche Dinge geht.

Labels und Zertifizierungen Fair Fashion-IVN Naturtextil
© IVN

Zum einen haben wir die Zertifizierung für Naturtextilien. Wer diese Zertifizeriung haben möchte, muss die sozialen Mindeststandards nach den Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organisation) einhalten. Weiterhin sind gefährliche Substanzen und Schwermetalle verboten bzw. die Verwendung dieser stark eingeschränkt. Die Textilien (außer Reißverschlüsse, Knöpfe, Futter, etc.) müssen zu 100% aus Naturfasern aus „kbA“- kontrolliert biologischem Anbau oder „kbT“ – kontrolliert biologischer Tierhaltung bestehen und es dürfen maximal 5% synthetische Fasern verwendet werden.

Außerdem muss genau wie bei GOTS eine umweltfreundliche und transparente Produktionskette gegeben sein.

Die Zweite Zertifizierung ist IVN Naturleder. Das ist der einzige Standard für Naturleder in der EU. Die Richtlinie gilt, genau wie die der Naturtextilien, von den Rohstoffen (die tierische Haut) bis zum Verkauf. Das beinhaltet auch, dass die sozialen Mindeststandards der ILO gegeben sein müssen.

Labels und Zertifizierungen Fair Fashion-IVN Naturleder
© IVN

Es dürfen jedoch auch nicht alle Tiere für die Produktion von Leder genutzt werden. Wildlebende und vom aussterben bedrohte Tiere sind verboten. Daraus habe ich geschlussfolgert, dass es sich um Tiere aus Käfighaltung handeln muss. Ob das jetzt so gut bzw. besser ist als wildlebende Tiere, lasse ich jetzt mal außen vor.

Im Produktionsprozess dürfen keine chemischen Konservierungsstoffe eingesetzt werde und auch umweltbelastende Gerbungsverfahrung (z.B. Chromgerbung) sind verboten. Die eingesetzten Farbstoffe müssen der EU- Bioverordnung entsprechen, sowie  AOX-frei (Adsorbierbare Organisch gebundene Halogene; das X wird in der Chemie allgemein als Abkürzung für ein beliebiges Halogen verwendet; wird vornehmlich zur Beurteilung von Wasser und Klärschlamm eingesetzt) und Schwermetallfrei sein. Abschließend muss bei allen Verarbeitungsstufen eine zweistufige Kläranlage vorhanden sein, um die Halogene wieder aus dem Wasser zu adsorbieren.

Fairtrade Cotton & Fairtrade Textil

Das Fairtrade Cotton Siegel gibt es bereits schon länger, aber Fair Trade Textil gibt es erst seit März 2016. Der Fokus beider Siegel liegt auf den Arbeits- und Handelsbedingungen. Was bedeutet das genau?

Labels und Zertifizierungen Fair Fashion-Fairtrade Cotton
©Fairtrade Internationa
Labels und Zertifizierungen Fair Fashion-Fairtrade Textile
©Fairtrade International

 

 

 

 

 

 

 

Die Baumwolle muss fair gehandelt werden und der biologische Anbau wird gefördert. Die (Bio-)Baumwollbauern werden geschult und gentechnisch verändertes Saatgut ist verboten. Es ist zu beachten, dass es sich hier nicht immer um Bio- Baumwolle handelt! Durch die Schulungen wird den Baumwollbauern jedoch der Weg zum Anbau von Bio- Baumwolle erklärt und sie werden dabei unterstützt ihren Anbau zu ändern.

Bei diesem Siegel gehen die sozialen Mindeststandards über die Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organisation) hinaus und es wird die komplette Produktionskette wie bei GOTS und IVN überprüft und zertifiziert.

bluesign

Der Fokus von bluesign liegt auf unserer Umwelt und auf Chemikalien. Das Unternehmen ist in der Schweiz ansässig und hat hunderte von System- Partnern wie Adidas, Nike, G-Star, deuter, Wolford oder auch Columbia (um nur einige zu nennen). System- Partner sind die Unternehmen, die einen Vertrag mit bluesign haben und aufgrund der vorgegebenen Kriterien produzieren und zertifiziert werden. Kleidungsstücke, die dieses Siegel tragen, werden möglichst ressourcenschonend produziert. Dies beinhaltet eine strenge Chemikalienregelung, sowie eine ausführliche Negativliste zu schädlichen Chemikalien

Labels und Zertifizierungen Fair Fashion- Bluesign
©bluesign technologies ag

Die eingesetzten Rohstoffe und Substanzen werden hier bereits vor der Produktion kontrolliert und nicht erst, wenn das Kleidungsstück produziert wurde.

Das bluesign® system beruht auf 5 Prinzipien:
Ressourcenproduktivität
Verbraucherschutz
Gewässerschutz
Immissionsschutz
Arbeitssicherheit

 

 

Ziel des Unternehmens ist es, die Belastung für Umwelt und Mensch zu reduzieren.

Naturland

Auch Naturland legt den Fokus auf die Umwelt, aber zusätzlich auch auf die Arbeitsbedingungen.
Die Kleidungsstücke bestehen zu mind. 95% aus ökologisch erzeugten Naturfasern (außer Reißverschlüsse, Knöpfe, Futter, etc.). Die genutzte Baumwolle ist kontrolliert biologisch angebaut.

Labels und Zertifizierungen Fair Fashion-Naturland Label
©Naturland

 

Gefährliche und umweltschädliche Chemikalien sind verboten, genauso wie bestimmte gesundheitsgefährdende Substanzen.

Die Kriterien für dieses Siegel gehen weit über die EU-Bio-Verordnung hinaus und auch die sozialen Mindeststandards nach Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organisation) müssen gegeben sein.

 

 

 

Fair Wear Foundation (FWF)

Der Fokus der FWF liegt auf der Verbesserung der Arbeitsbedingungen, vorallem in Entwicklungsländern.

Labels und Zertifizierungen Fair Fashion-Fair Wear Label
©Fair Wear Foundation

Die Unternehmen, die von der FWF zertifiziert werden, müssen den FWF Arbeitsverhaltenscodex „Code of Labour Practices“ (basiert auf den Kernnormen der Internationalen Arbeitsorganisation) einhalten.

Bei der Fair Wear Foundation handelt es sich um eine unabhängige Organisation, die 1999 in Amsterdam gegründet wurde. Sie engagiert sich in Ländern wie Bangladesh, China, Indien und der Türkei. In Zusammenarbeit mit Unternehmen und Fabriken versucht die Fair Wear Foundation, die Bedingungen der Textilarbeiter zu verbessern. Darunter fallen u. a. die Begrenzung der Arbeitszeit, Versammlungsfreiheit und das Recht auf Tarifverhandlungen, sowie gesunde und sichere Arbeitsbedingungen.

 

Es gibt jedoch auch Kritik an der Organisation, denn es bleibt unberückstichtigt, ob es sich bei den eingesetzten Rohstoffen um Biobaumwolle oder synthetische Fasern handelt, und zu welchen Bedingungen die Stoffe hergestellt wurden, die in die Produktion gehen. Ein Vorfall aus dem Jahr 2012 zeigt diesen Kritikpunkt auf: Takko hatte das Fair Wear Siegel. Doch es kam heraus, dass die Kleidung in einem Gefängnis produziert wurde. Takko hatte Aufträge an Hersteller gegeben, die diese wiederum an Subunternehmer weitergegeben hatte. (Quelle: https://utopia.de/0/produktguide/siegel/fair-wear-foundation-207 , Stand: 08.04.2017)

Ende 2015 waren hatte FWF 90 Mitglieder mit über 130 Marken. Die bekanntesten waren u. a. armed angels, deuter, hessnatur, Jack Wolfskin, takko und schöffel.

So und nun das letzte Label:

Öko- Tex

Viele von euch werden bestimmt das folgende Siegel schon oft gesehen haben.

Labels und Zertifizierungen Fair Fashion- Ökotex
©OEKO-TEX®

Öko- Tex ist ein unabhängiges Prüf- und Zertifizierungssystem. Das Siegel „nach Öko- Text Standard 100“ sagt jedoch nur aus, dass die Kleidung auf Schadstoffe getestet wurde. Ziel ist es also dem Käufer die gesundheitsschädliche Unbedenklichkeit eines Textilproduktes zu bescheinigen. Auch z. B. Knöpfe und Reißverschlüsse werden auf diese Unbedenklichkeit getestet. Es sagt jedoch nichts über die verwendeten Rohstoffe oder die soziale Verantwortung der Unternehmen aus. Es ist noch anzumerken, dass die Vorgaben bei anderen Labels viel strikter sind und diese daher bevorzugt werden sollten.

Labels und Zertifizierungen Fair Fashion-STep
© OEKO-TEX®

 

Zusätzlich gibt es noch den Öko- Tex Standard STeP (Sustainable Textile Production, also nachhaltige Textilproduktion), der nachhaltige und sozial verantwortliche Produktionsbedingungen zertifiziert.

 

Labels und Zertifizierungen Fair Fashion- made in green
© OEKO-TEX®

Wenn ein Unternehmen beides erfüllt, also eine schadstofffreies Produkt und nachhaltige sowie sozial verantwortliche Arbeitsbedingungen, dann können nach der Überprüfung die Produkte mit Öko- Tex „Made in Green“ gelabelt werden.

 

 

So nun verdaut erstmal diese ganzen Informationen. Wenn ihr Fragen habt oder weitere Informationen benötigt, dann lasst es mich gerne in den Kommentaren wissen.

Liebe Grüße,

Eure Esther

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Fashion Revolution: Das 1 x 1 von Fair Fashion

Das Fair Fashion 1 x 1

Wer meine Ausmistvideos kennt, der weiß, dass ich früher eine bekennende Fast Fashion Shopperin war. Doch seitdem ich mich mit dem Themen Minimalismus und auch Nachhaltigkeit auseinander gesetzt habe, hat sich dies geändert und ich achte auf Fair Fashion.

Anlässlich der Fashion Revolution Week, die vom 24.- 30. April diesen Jahres stattfindet, habe ich entschlossen den kompletten April den Themen Fair Fashion und Fast Fashion zu widmen. Ich möchte euch erklären, worin die Unterscheide liegen, worauf zu achten ist und was ich von einer bestimmten Kampagne halte.

Was ist die Fashion Revolution Week?

Ihr könnt euch vielleicht noch an den Zusammensturz des Rana Plaza Komplex in Bangladesh erinnern, bei dem 24. April 2013 über 1.000 Menschen ums Leben kamen und über 2.500 verletzt wurden? Das war die Geburtsstunde der Fashion Revolution Week. Die Fashion Revolution Week findet seitdem jährlich rund um diesen Tag statt. Ziel ist ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wer unsere Kleidung herstellt und wo und wie. Viel mehr noch geht es darum, dass die Modelabels endlich Verantwortung übernehmen und die Produktions- und Arbeitsbedingungen verbessern!

Falls ihr euch einlesen wollt zu diesen Thema dann findet ihr hier mehr Informationen:
http://fashionrevolution.org

Heute jedoch möchte ich erst einmal ein paar Grundlagen zu diesem Thema schaffen und fange daher mit ein paar Definitionen an:

Fast Fashion

Wir alle kennen sie, wir alle haben sie schon getragen. Kleidungsstücke der Fast Fashion Industrie. Die Bezeichnung „Fast Fashion“ kommt daher, dass die Mode in diesen Läden ziemlich schnell wechselt und immer Top aktuell ist bzw. jeden Trend mitmacht. Statt den zwei Zyklen im Modejahr (Frühjahr/Sommer- und Herbst/Winterkollektion), erscheinen bei manchen Fast Fashion Labels teilweise 6-8 Kollektionen im Jahr! Das bleibt nicht ohne Auswirkungen auf Ökonomie und Ökologie.

Zusätzlich sind die Teile von H&M, Zara, Primark, ASOS , Forever21 und Co. auch extrem günstig.
Sorry, aber ein 7-er Pack Socken für 3,50 € bei Primark? Turnschuhe für 9,00 €? Da kann ein Mitarbeiter in der Produktion nicht wirklich etwas verdienen.

Es gibt mehrere Gründe, warum die Sachen so günstig sind. Zum einen handelt es sich um Massenware, die zum anderen in Billiglohnländern, wie China, Kambodscha und Bangladesh produziert wird und einen hohen Chemikalieneinsatz erfordert.

Wusstet ihr, dass Deutschland pro Jahr über 800.000 Tonnen Textilien importiert?

Kleiderstange in einer Boutique
©Pexels.com

Wer jetzt jedoch meint, dass wenn sie Kleidungsstücke von Luxusmarken kaufen, dies automatisch bedeutet, dass die Produktions- und Arbeitsbedingungen besser sind, den muss ich leider enttäuschen. Denn oft werden in ein- und derselben Produktion, Produkte unterschiedliche Marken hergestellt.

Slow und Fair Fashion

Slow Fashion ist das Gegenstück zur Fast Fashion. Sie ist nachhaltiger, entschleunigt und bewusst. Diese „Mode“ macht keinen Trend mit, sie ist meiner Meinung nach selbst der Trend! Dabei werden innovative und nachhaltige Fasern genutzt, was natürlich unserer Umwelt zugute kommt. Oft werden hier auch Begriffe „Sustainable Fashion“, „nachhaltige Mode“ oder „grüne Mode“ verwendet.

Weiterhin wird hier auf menschenwürdige Arbeitsbedingungen und faire Löhne geachtet. Es gibt keine Kinderarbeit und es werden keine Menschenrechte verletzt. Natürlich kostet dies ein wenig mehr, aber das bin ich bereit zu zahlen. Lieber besitze ich weniger Kleidungsstücke, aber dafür bessere bzw. wertigere. Das passt perfekt zum Minimalismus, denn die Kleidung hält länger und kommt nicht aus der Mode und dadurch besteht auch nicht der Drang andauernd shoppen zu gehen.
Oft handelt es sich um kleinere, lokale Labels, die Kleidung entweder mit Biostoffen oder aus recycelten Materialien herstellen. Materialien, die biologisch abbaubar, erneuerbar und umweltentlastend angebaut werden und die einen natürlichen Ursprung haben. Es mag aber auch durch Upcycling z. B. Ausnahmen geben, aber darüber ein anderes Mal mehr.

Doch nicht nur die Arbeits- und Produktionsbedingungen werden hier berücksichtigt. Auch bei Vertrieb und Logistik wird auf den ökologischen Fußabdruck geachtet und es wird versucht diesen so klein wie möglich zu halten.

Fair Fashion- basics
©pexels.com

Zum Thema Fair Fashion bzw. nachhaltiger Mode hatte ich bereits vor ein paar Monaten einen Post geschrieben, den ihr hier findet.

Den letzten Begriff, den ich euch vorstellen und erläutern möchte ist

Greenwashing:

Bevor ich mich mit dem Thema nachhaltiger Mode auseinander gesetzt habe, war mir der Begriff „Greenwashing“ nicht bekannt. Beim Greenwashing geht es um eine PR- Masche diverser Unternehmen, die suggerieren grün und fair zu sein bzw. zu produzieren, es jedoch jedoch gar nicht sind. In der Öffentlichkeit wird versucht dem Unternehmen dadurch ein umweltfreundliches und verantwortungsbewusstes Image zu verleihen. Jedoch gibt es meist genau dafür keine fundierten Grundlagen. Es handelt sich dabei also um betrügerische oder irreführende Werbeaussagen.

Beispiele, wie Unternehmen dies machen sind:
• Ein Produkt als umweltfreundlich bewerben, auch wenn nur eine einzelne Eigenschaft darauf zutrifft, andere Produkteigenschaften jedoch umweltschädlich sind.

• Unwahrheiten: Ein Unternehmen verwendet beispielsweise ein Bio-Siegel, obwohl das Produkt gar nicht für dieses Siegel zertifiziert wurde.

• Fehlende Nachweise: Es werden Aussagen getroffen, die nicht von unabhängigen Stellen bestätigt oder durch aussagekräftige Studien belegt sind.

• Vage Aussagen: Es werden unklare Begriffe verwendet, die leicht missverstanden werden können.

• Falsche Labels: Hier sind beispielhaft selbst erfundene Labels ohne wirklichen Aussagewert zu nennen.

• Fehlende Taten: Unternehmen betonen die Relevanz von Nachhaltigkeit, können aber tatsächlich kaum Aktivitäten aufweisen, die dies beweisen.

Wenn ihr euch noch detaillierter zu diesem Thema informieren wollte, dann kann ich euch diese Webseiten empfehlen:

http://sinsofgreenwashing.com
http://nachhaltig-sein.info
Nächste Woche erwartet euch dann ein Post zu den verschiedenen Siegeln und Zertifizierungen, die es für fair Fashion bzw. nachhaltige Mode gibt und was diese bedeuten und ob sie überhaupt aussagekräftig sind.

Bis dahin viel Spaß bei der Revolte!

Eure Esther

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Less Waste Challenge Februar- Mein Fazit

Plastikmüll Less Waste Challenge

Wie die Zeit doch vergeht. Der Februar ist auch schon wieder vorbei und damit die Less Waste Challenge. Vier Wochen habe ich versucht so wenig Müll wie möglich zu produzieren, was mir nur teilweise gelungen ist.

Vor allem an Samstagen war mein innerer Schweinehund (ich nenne ihn übrigens liebevoll Günther) so groß, dass ich es in der ganzen Zeit nicht einmal Samstags auf den Wochenmarkt geschafft habe. Das ärgert mich, aber es ist nun mal so…

Um mir an diesem schönen Wochenende etwas Zeit zu sparen, bekommt ihr das Fazit heute in Form eines Videos. Ich hoffe, dass ihr mir das verzeiht, aber bei dem schönen Wetter zieht es mich nach draußen in die Sonne und auf meinen Balkon, den ich bereits Frühjahrsfit gemacht habe 😉


Ich wünsche euch einen wundervollen, sonnigen Tag!

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Update Less Waste Challenge- die ersten Wochen

Update Less Waste Challenge

Die ersten beiden Wochen der Less Waste Challenge sind vorbei und wenn ich ehrlich bin, bin ich nur halb zufrieden. Irgendwie hatte ich mir diese Challenge dann doch etwas leichter vorgestellt, aber fangen wir von vorne an. Wenn du neu auf meinem Blog bist, hier nochmal der Link, worum es in der Challenge geht.

Der erste Wocheneinkauf

Da ich immer Montags bis jetzt eingekauft habe, hatte ich zu Beginn der Challenge bereits einiges zuhause, was ich aufbrauchen musste und auch wollte. Mein erster Einkauf nach dem Start der Challenge sah dann so aus:

Update Less Waste Challenge- 1. Wocheneinkauf

Ich weiß, dass es laktosefreien Joghurt auch im Glas gibt. Leider war er hier bei dem Supermarkt, wo ich ihn zuletzt gesehen habe, nicht mehr vorhanden, also musste ich wieder auf die Plastikverpackung zurück greifen. Auch die Margarine ließ sich nicht vermeiden, denn meine war leer und um ehrlich zu sein mag ich keine Butter. Ansonsten war ich mit dem Einkauf zufrieden.

Da mich ein grippaler Infekt in der zweiten Woche umgehauen hat, brauchte ich Medikamente und die sind ja leider bekannterweise in Plastikblistern. Ich frage mich, warum die nicht in Glasgefäßen verkauft werden können, so wie es teilweise in den USA der Fall ist? Wie dem auch sei, habe ich zwei Blister benötigt….. Außerdem wollte ich mir was gutes tun, wenn ich mich schon so miserabel fühle und bin auf dem Nachhauseweg vom Arzt nochmal schnell im Supermarkt vorbei und habe mir dann doch eine Tüte Chips gekauft… Im Nachhinein ärgere ich mich, aber die Tüte ist nunmal jetzt leer und damit eine Plastikverpackung mehr😔

Dadurch, dass ich übers Wochenende flach lag, konnte ich leider auch nicht, wie geplant auf den Wochenmarkt, was ich aber kommender Wochenende definitiv nachholen werde!

Der zweite Wocheneinkauf

Der Einkauf diese Woche sah dann wie folgt aus (+ 1 Kasten Wasser in Glasflaschen):

Update Less Waste Challenge- 2. Wocheneinkauf

So lange ich auch teilweise suche, ich habe das Gefühl, dass es manche Produkte unverpackt wohl nur auf dem Wochenmarkt, wenn überhaupt geben wird. Mozzarella ist da so ein Beispiel für.

Wie es weitergeht:

Am Freitag werde ich dann in Frankfurt bei gramm.genau vorbei schauen. Dort kann ich zumindest meine Nudelvorräte und Couscous ohne Verpackung auffüllen. Wenn ich schon mal da bin, werde ich mal schauen, was es sonst noch gibt, denn ich brauche demnächst auch neue (Haar)seife. Leider gibt es dort noch keine Mandeln unverpackt, ansonsten würde ich dort kiloweise kaufen. Wie ich jedoch von mehreren Seiten in den letzten Tagen gehört habe, kann man bei Lidl Nüsse unverpackt kaufen. Daher geht’s dann nächste Woche auch mal dort vorbei. Man lernt echt immer wieder dazu.

Am Samstag werde ich dann früh aufstehen und schauen, was es auf dem Markt gibt. Vielleicht bekomme ich dort ja unverpackten Käse?

Bis jetzt habe ich fast eine viertel vollen gelben Sack. In meinem Restmüll befinden sich bis jetzt nur diese kleinen Aufkleber von Äpfeln, sowie Backpapier und auch mein Papiermülleimer ist nur halb voll.

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