Faireinfache dein Leben – Faireinfache deine Finanzen

Heute möchte ich mit dir über ein Thema sprechen, dass vielen von uns etwas unangenehm ist und zwar unsere Finanzen. Aus meinem Umfeld weiß ich, dass es vielen nicht nur unangenehm ist darüber zu sprechen, sondern auch sich damit zu beschäftigen. Dabei sind unsere Finanzen nicht schlimmes und mit ein bisschen Biss und Durchhaltevermögen ist es einfach seine Finanzen in Ordnung zu bekommen und auch in Ordnung zu halten und somit sein Leben zu faireinfachen.

Finanzen faireinfachen dein leben

Verschuldung in Deutschland

6,86 Mio. Menschen in Deutschland sind verschuldet. Die durchschnittliche Verschuldung liegt bei 29.330 €. Über 17% aller 30-39 Jährigen galten 2020 als überschuldet (Quelle). Gründe für eine Überschuldung bzw. Schulden gibt es viele! Beispielhaft sind hier Arbeitslosigkeit, Trennung oder unwirtschaftliche Haushaltsführung zu nennen.

Vor ein paar Jahren hatte auch ich Schulden aufgrund von Trennung und einer und wirtschaftlichen Haushaltsführung. Als mein Ex-Mann damals auszog, brauchte ich Möbel, aber Rücklagen waren keine vorhanden, also blieb mir gefühlt damals nur die Möglichkeit diese auf Pump zu kaufen. Zusätzlich wollte ich damals so “fancy” leben, wie einige Bekannte von mir, was dazu führte dass ich zusätzlich auch noch unwirtschaftlich mit meinem Geld haushaltete.

Seither hat sich viel geändert und ich habe viel dazu gelernt. Nicht nur über das Thema Finanzen, sondern auch über mich. Ich teile mit dir, wie ich meine Finanzen und somit mein Leben faireinfacht habe. Es geht hier nicht um irgendwelche Anlagestrategien oder “fancy-stuff”, es geht darum, erstmal seine Finanzen in Ordnung zu bekommen mit diversen Tipps und Tricks, bevor man sich um Themen wie Frugalismus, ETF’s usw. kümmert.

Bring Ordnung in deine Finanzen und FAIREINFACHE dein Leben

Vielleicht ist dir schon aufgefallen, dass ich statt “vereinfachen”, “faireinfachen” schreibe. Das ist kein Fehler, sondern gewollt von mir. Lass uns zu Beginn vielleicht noch einmal das Wort “Fair” definieren. Im Duden steht dazu folgendes:

Definition Faireinfachen- fair

Wenn ich also statt von “vereinfachen” von “faireinfachen” schreibe, dann handelt es sich um einen Zusammenschluss von “fair” und “vereinfachen”. Wenn wir etwas in unserem Leben ändern und vereinfachen, dann hat das oft auch Auswirkungen auf andere Menschen, wie z.B. den Partner, Kinder oder auch unsere Freunde. Wir sollten nicht egoistisch handeln und einfach unser Ding durchziehen, sondern unser Umfeld in unsere Pläne und Gedanken einweihen. Wir sollten Ihnen erklären, warum wir so oder anders handeln. Wenn wir dies tun, bekommen wir oft mehr Verständnis und auch Unterstützung, als wir uns gedacht haben.

Genau hier ist leider auch die Herausforderung, denn das Thema Finanzen ist für einige von uns ein heikles Thema. Da nehme ich mich auch nicht aus. Wir wurden dazu erzogen, dass man nicht über Geld spricht. Doch nur, wenn wir darüber sprechen, können wir auch nach Hilfe oder Unterstützung zu fragen.

Bitte bedenke auch stets, dass das Thema Finanzen eher einem Marathon gleicht. Es handelt sich hier nicht um einen kurzen Sprint. Wir müssen immer wieder mal justieren, anpassen und uns mit unseren Finanzen beschäftigen.

12 Tipps für mehr Ordnung in deinen Finanzen und mehr Einfachheit in deinem Leben

Gewinne den Überblick über deine Finanzen

Der erste Schritt, wie soll es auch sein, ist es, sich einen Überblick über seine Finanzen zu verschaffen. Das bedeutet sich in Ruhe hinzusetzen und zu schauen:

  • Wie viel Geld habe ich auf welche Konten?
  • Wie viele Schulden habe ich und wo?
  • Wie ist der Stand meiner Lebens und Rentenversicherung?
  • Wie ist der Stand meine Aktien ETFs, Fonds und so weiter?
  • Welche regelmäßigen Ausgaben habe ich und wann sind diese fällig?
  • Was sind meine finanziellen Ziele? (Möchte ich z.B. Schulden abbezahlen, mehr für meine Rente tun, usw.)

Gerade am Anfang hilft es zusätzlich dazu seine Ausgaben und Einnahmen mal ein bis drei Monate zu notieren.

Keep it simple

Du musst keinen hochtrabenden Finanzplan erstellen. Es reicht dir diese Daten z.B. in einer Excel Datei zu notieren oder auch auf einem Zettel.

Wenn du deine Ausgaben und Einnahmen notierst, dann gehe auch nicht zu sehr in die Tiefe, indem du jeden einzelnen Posten auf deinem Kassenbon notierst. Ich habe damals unterschieden (und tue es auch heute noch) in:

  • Lebensmittel & Hygiene
  • Tanken
  • Versicherungen
  • Wohnen
  • Medikamente

Es geht im Fall der Einnahmen und Ausgaben darum, zu erkennen, wo dein Geld herkommt und für was du es ausgibst. So kannst du Potentiale erkennen, die wir vielleicht gar nicht bewusst waren.

„Wunder beginnen immer dann, wenn wir unseren Wünschen mehr Kraft geben, als unseren Ängsten.“

Ich glaube, dass damit schon mal mit der wichtigste Schritt getan ist, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist die Zahlen vor sich schwarz auf weiß zu sehen.

Suche dir Hilfe/ sprich darüber

Sobald du einen Überblick hast, kommen wir auch schon zum nächsten Punkt, der für viele ein Hindernis bedeutet. Mit anderen über die eigenen Finanzen zu sprechen und sich auch Hilfe und Unterstützung zu holen, wenn man selbst nicht mehr weiter weiß oder weiter kommt.

Hilfe muss nicht immer bedeuten, dass man direkt zum Schuldnerberater läuft. Hilfe kann man auch von Freunden, dem/der Partner*In und sogar den Eltern bekommen. Es gibt aber auch viele Foren, auf denen man sich austauschen kann. Manchmal reicht ein Blick von Außen, denn oft haben wir Scheuklappen auf und sehen dadurch den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

Darüber zu sprechen, bedeutet auch sich einfach auszutauschen und seinem Umfeld auch zu sagen oder zu erklären, warum vielleicht dieses oder jenes gerade nicht möglich ist. Das ist ein faires Miteinander. Ich glaube, es gibt niemanden auf dieser Welt, der nicht schon mal mit seinen Finanzen gehadert hat.

Minimalismus / bewusster Konsum:

Was mir damals zusätzlich geholfen hat, war es mich mit meinem Konsum und auch mit dem Thema Minimalismus zu beschäftigen. Durch Zufall kam das alles mehr oder minder zum gleichen Zeitpunkt.

Wenn wir mal ehrlich sind, finden wir immer wieder Sachen, die wir uns angeschaut oder auch gekauft haben, weil wir dachten, dass wir sie bräuchten und dann nach einer kurzen Zeit werden sie nicht mehr genutzt. Von Zeit zu Zeit sollten wir alle immer mal wieder unseren Konsum hinterfragen. Damit meine ich nicht nur den Konsum von Kleidung,Technik oder irgendwelche Nicknacks. Ich spreche hier auch von Lebensmitteln und Erlebnissen.

Frage dich:

  • Was brauche ich wirklich bzw. brauche ich das wirklich, was ich gerade plane zu erwerben?
  • Was nutze ich wirklich?
  • Besitze ich so etwas vielleicht schon oder etwas ähnliches, was ich dafür nutzen könnte?

Ich habe damals durch Zufall auf Chefkoch.de eine Gruppe im Forum gefunden, die sich Kaufdiät nannte. Von dem Austausch und den Geschichten von anderen habe ich viel über meinen Konsum gelernt. Daher habe ich damals auch entschieden eine Kaufdiät für mich zu machen. Mehr dazu später noch.

Später wurde dann aus der Kaufdiät die No buy bzw. low buy Challenge, die mir noch einmal mehr geholfen haben zum einen bewusster zu konsumieren, aber auch meine Finanzen in den Griff zu bekommen. Ich habe dazu auch einen Guide erstellt, der dir dabei helfen kann, dein No Buy Challenge zu planen und umzusetzen. Wenn du noch mehr Support brauchst, gibt es auch auf Facebook diverse Gruppen.

Impulskäufe wiederstehen

Auch ich habe ab und an nochmal Momente, in denen ich mich Impulskäufen hingebe. Im Vergleich zu früher haben sich diese Momente jedoch stark minimiert, was das Leben um einiges faireinfacht. Heute kann ich auch mit Freunden shoppen gehen, ohne, dass ich etwas kaufe. Das wäre früher undenkbar gewesen. Wie ich das geschafft habe?

Ich habe mich mit mir und meinen Bedürfnissen beschäftigt. ich weiß, was ich wirklich brauche und ich habe viele Einflüsse eliminiert. Wenn du mehr dazu erfahren willst, dann schau mal hier nach.

Nicht über finanzielle Verhältnisse leben.

Manchmal ist es unangenehm den Freunden zu sagen, dass man dieses Mal nicht mit feiern geht oder, dass dir Shopping Tour/ Ausflug/Urlaub nicht möglich ist. Doch wenn wir Ihnen die Situation erklären, dann haben sie sehr oft Verständnis. Nur weil wir beispielsweise nicht mit feiern gehen, bedeutet dies ja nicht, dass wir unsere Freunde ablehnen. Wir wäre es mal wieder stattdessen mit einem Kochabend bei uns zuhause, bei dem jeder etwas mitbringt?

Über unsere finanziellen Verhältnisse zu leben, verschlechtert die Situation immer mehr. Wenn du dir gerade etwas nicht leisten kannst, dann ist das okay. Du hast gerade wahrscheinlich andere Prioritäten. Dann fällt eben mal für eine gewisse Zeit “in den Urlaub fahren” aus.

Verkaufe unnötige Dinge

Weiter oben habe ich von der No Buy Challenge und dem Thema Minimalismus gesprochen. Oft besitzen wir Sachen, die wir uns irgendwann mal angeschafft haben und dann doch nicht nutzen. Trenne dich von diesen Dinge und verkaufe sie. Das wird dir helfen, deine Finanzen, um genauer zu seine deine Einnahmen, zu verbessern. Zusätzlich dazu reduzierst du den materiellen Ballast, den du mit dir herumträgst.

Kleine Schulden so schnell wie möglich abbezahlten

Wenn du eine Überblick gewonnen hast über deinen Finanzen und auch deine Schulden und wo du diese hast, fange an diese abzubezahlen. Ich habe damals angefangen mit den kleinen Beträgen und habe diese versucht so schnell wie möglich abzubezahlen. Danach habe ich mich an die größeren Beträge gemacht.

Du kannst aber auch umschulden, so dass du nur noch an einen Schuldner zahlen musst und alles andere ablöst. Hier bitte ich dich jedoch mit einem Experten zu sprechen. Vergiss auch nicht, immer noch mal einen kleinen Betrag zurück zu legen, falls unerwartet etwas kaputt geht, was repariert werden muss.

Automatisieren

Was mir auch geholfen und vieles faireinfacht hat, war es Daueraufträge einzurichten, egal ob z.B für Miete, Sparraten, oder Rücklagen für die Rente. Jetzt sind es ein paar weniger Dinge, um die ich mich kümmern muss. Das spart mir Zeit und auch Kopfschmerzen.

Achte auf Einflüsse von Außen

Das Wort “Influencer” hat es mittlerweile in den Duden geschafft. Oft verbinden wir damit irgendwen, dr auf Social Media bekannt ist. Doch nicht nur dort werden wir beeinflusst. Wir müssen uns nur umschauen: Partner, Freunde, Familie, Arbeitskollegen. Sie alle beeinflussen uns auf gewisse Art und Weise. Sei hier auf der Hut, denn sie können auch unsere Finanzen beeinflussen. Wie? Naja, wenn dein/e Freund*In dir etwas empfiehlt und du kaufst es oder wenn dir diese Person ein leben in Saus und Braus vorlebt und du dies auch leben willst, weil es so gut von Außen aussieht. Frage dich: Willst du das wirklich? Ist es das, was dich erfüllt? Brauchst du es?

Das betrifft aber genauso gut die Newsletter und Werbeprospekte, mit denen wir konfrontiert werden.

Setze dir Budgets / Limits

Wenn wir unsere Finanzen in Ordnung bekommen wollen, dann brauchen wir meines Erachtens Budget für diverse Ausgaben.

Früher hatte ich keine Budgets oder auch Limits. Was ich ausgegeben habe, habe ich eben ausgegeben. Bis ich in die besagte Kaufdiät Gruppe kam. Dort haben sich die Teilnehmer*innen damals Budgets für Ihre Wocheneinkäufe gesetzt. Ich fand es zu Beginn etwas befremdlich, aber habe es trotzdem ausprobiert. Schließlich gab es ja nichts zu verlieren… Mittlerweile habe ich für alle Bereiche Budgets: Einkäufe, Tanken, Erlebnisse… ich habe da in dem ein oder anderen Monat vor Jahren Handtieren müssen, um das Budget zu halten und auch mal geld von einem Topf in den anderen Topf umschichten müssen. Da lernt man einiges.

Zu beginn ist es vielleicht ungewohnt und umständlich.  Mittlerweile ist das so in meinem Blut drin, dass ich gar nicht mehr drüber nachdenken muss. Auch wenn es sich vielleicht kompliziert anhört, das ist es nicht und vor allem, es faireinfacht deine Finanzen ungemein.

Keep your life simple

Viele von uns passen mit einer Gehaltserhöhung auch ihren Lebensstil nach oben an. Auch hier gebe ich zu, dass ich da in der Vergangenheit nicht anders war. Zwischenzeitlich habe ich mich sogar über mich selbst geärgert. Wir müssen nicht, nur weil wir mehr Geld verdienen, auch gleich mehr ausgeben. Wir können unser einfaches  und schönes Leben genießen und beibehalten.

Warum nicht unseren Lebensstil behalten und das Geld nutzen, um z.B unsere Schulden abzubezahlen, unsere Rücklagen auszubauen oder für unsere Rente zu sparen?

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