Kho Samui- eine Auszeit vom Alltag

Wie ich in meinem letzten Post ja bereits angekündigt hatte, ging es für mich auf meiner ersten Backpackung Reise darum, mich selbst zu finden. Ich wollte in Thailand über meine Zukunft nachdenken, weit weg vom Trubel des täglichen Lebens. Ich wollte mich entspannen und eine Auszeit nehmen vom hektischen Alltag.

Was ich jedoch zu diesem Zeitpunkt noch nicht erahnen konnte, war, dass sich Kho Samui zu einer Abenteuerreise entwickeln sollte, mit Ameisen und Bettwanzen. Aber fangen wir von vorne an.

Ich buchte ine Resort im Süden von Kho Samui, weit weg von den Stränden, wo Hotel an Hotel zu finden ist. Zum Nachdenken wollte ich einfach nur Ruhe. Diese fand ich auch, denn in der Nähe des Resorts mit 10 Bungalows gab es nur ein Hotel und ansonsten nur Bauern, Fischer und eine Thaibox- Schule. Dies sollte der perfekte Ort werden, um zur Ruhe zu kommen. Also buchte ich meinen Bungalow gleich für 11 Tage. Diesen Fehler werde ich in Zukunft nicht mehr machen. 3-4 Nächste maximal und dann weiterziehen. Zu dem Zeitpunkt der Buchung war ich jedoch davon überzeugt, dass ich ja locker mit dem Fahrrad oder Roller überall auf der Insel kommen würde und falls nicht würde ich ein Taxi nehmen. Fahrrad fahren in Thailand und vor allem auf Kho Samui ist meines Erachtens jedoch nicht zu empfehlen, da niemand auf diese achtet und man selbst vom Roller umgefahren wird. Auch Roller fahren ist nicht so einfach, wie ich mir das vorgestellt habe. Ich habe es einen Tag probiert (Anm.: Ich saß vorher noch nie auf einem Roller), jedoch an manchen Stellen mehr schlecht als recht vor allem, wenn es bergab ging.

Nach ein paar Tagen war ich der Einsamkeit dann doch etwas überdrüssig, aber das war nicht mein Hauptproblem. Es begann an meinem 4. Morgen im Resort. Ich hatte kurz nach dem Aufwachen Durst und so Griff ich zu meiner Wasserflasche (Glasflasche, die nicht zu verschließen war) und nahm eine großen Schluck. Ich wunderte mich etwas über den komischen Geschmack, aber okay. Erst als ich wieder aus dem Bad kam, sah ich das ganze Übel… Im und rund um das Bett Ameisen. Selbst in der Wasserflasche versuchten sie ihren Freischwimmer zu machen. Auf dem Weg zum Frühstück, lege ich einen Stopp an der Rezeption ein, um mein Problem zu schildern. Man ließ sich von mir die Ameisen zeigen, die es sich bereits auch in einer anderen Ecke des Bungalows bequem gemacht hatten. Man wollte sprühen und dann wären alle weg. Ich fuhr also in der Zwischenzeit mit dem Roller zu nächsten Tankstelle, denn ich musste diesen vollgetankt zurück bringen. So hatte des Spray genug Zeit zu wirken. Zurück im Bungalow inspizierte ich  den Schlafbereich und war froh zu sehen, dass dort keine einzige Ameise mehr zu finden war. Leider konnte ich das von der anderen Ecke des Bungalows nicht sagen, denn dort war das Aufkommen nun noch viel größer als vorher. Also wieder zur Rezeption… Nachdem mein Bungalow ein weiteres Mal inspiziert wurde, wurde mir das Angebot gemacht umzuziehen, was ich natürlich gerne in Anspruch nahm.

Im neuen Bungalow erstmal nach Ameisen gesucht, aber keine gefunden. Ich hatte Glück! Was ich jedoch in der kommenden Nacht erleben sollte, das übertraf die Ameisen noch um ein Weites! BETTWANZEN

Ihr könnt euch vorstellen, wie in etwa meine Nacht aussah. An Schlafen war nun nicht mehr zu denken! Ich versuchte sie alle zu töten. Doch kaum war ich der Meinung es gab keine mehr, fanden neue den Weg in mein Bett. Nachts um 3 Uhr entschied ich dann, dass ich aus dem Resort raus muss und buchte umgehend für den nächsten Tag ein Zimmer in einem Resort in Mae Nam im Norden von Kho Samui.

Der Umzug in das neue Resort war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Ja, es war dort nicht so verlassen, wie im Süden. Doch von Menschen umgeben zu sein, tat mir gut. Ich konnte das Leben spüren. Neue Menschen kennenzulernen aus anderen Ländern, mir ihre Geschichten anzuhören, war etwas das mich bereicherte. Auch dort hatte ich die Zeit und Möglichkeiten nachzudenken und mir dessen bewusst zu werden, was das Leben für mich bereit hält.

Was mir jeden Tag versüßte, war ein Kleinkind, dass täglich so fröhlich war. Es erzähle in seiner  Babysprache den ganzen Tag und war nur am Lächeln. Dabei kam mir oft die Frage in den Kopf, was man wirklich zum glücklich sein braucht? Diese Kleinkind ist noch so unschuldig. Es weiß noch nichts von Statussymbolen, von Marken, von Neid und Missgunst. Es freut sich, wenn man es einfach nur anlächelt und ist so einfach glücklich zu machen. Haben wir alle dieses kindliche Denken verlernt? Verlernt mit einfachen und doch so wirkungsvollen Dingen, wie einem Lächeln, glücklich und zufrieden zu sein?

Die restlichen sechs Nächte in diesem Resort, war das, was meine Seele brauchte. Einsamkeit für ein paar Tage, um zu sich zu finden, ist in Ordnung, aber ich persönlich bin jemand der Menschen um sich herum braucht; der das Leben um sich herum spüren muss. Andere Menschen bereichern mich und inspirieren mich. Ich liebe es ihre Geschichten zu hören und versuche jedes Mal für mich daraus etwas mitzunehmen.

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