Minimalismus für Anfänger: 9 häufige Fehler beim Ausmisten

In meinem Post letzte Woche habe ich mit dir Bereiche geteilt, die viele vergessen auszumisten. Heute möchte ich mit dir über die häufigsten Fehler beim Ausmisten sprechen. Ja, es ist auch möglich „Fehler“ zu machen und in den letzten Jahren habe ich diese nicht nur selbst gemacht, sondern habe diese auch oft bei anderen gesehen.

9 häufige Fehler beim Ausmisten_ Pinterest_Minimalismus für Anfänger

  1. Ordnung mit Ausmisten verwechseln

Stell dir vor, du willst leichter und ordentlicher zu leben. Was ist das Erste, was du tust? Machst du dir erst mal einen Plan, fängst du direkt an Dinge auszumisten oder gehörst du auch zu den Menschen, die dann erstmal Kisten, Boxen und andere Aufbewahrungssysteme kaufen?

In den letzten Jahren habe ich es oft erlebt, dass Menschen erstmal Kisten, Boxen und andere Aufbewahrungssystem kaufen, die sie dann später gar nicht mehr brauchen, wenn sie ausgemistet haben. Ja, Ausmisten hat auch etwas mit Ordnung zu tun, aber erst in zweiten Schritt. Darüber, wie du etwas ordnen möchtest, solltest du dir erst Gedanken machen, wenn du ausgemistet hast und weißt, was es überhaupt noch zu ordnen gibt.

  1. Zu viel auf einmal ausmisten wollen

Auch das ist ein häufiger Fehler beim Ausmisten, den ich selbst gemacht habe, aber auch bei viele gesehen habe. Wir nehmen uns vor die komplette Wohnung oder das komplette Haus in nur einem Wochenende ausmisten oder den Kleiderschrank in 30 Minuten.

Sind wir mal ehrlich, wirklich ehrlich mit uns selbst. Das ist nicht zu schaffen, es sei denn du lebst schon sehr minimalistisch und besitzt nur wenig.

Hier ist mein Tipp das Vorhaben lieber in kleine Bereiche zu unterteilen, die auch in der gegebenen Zeit und mit unserer Energie zu schaffen sind. Oft nehmen wir uns leider zu viel vor, was uns überwältigt. Zusätzlich dazu, setzt dann im laufe des Tages oder des vorhandenen Zeitraums auch noch die Entscheidungsmüdigkeit ein, so dass wir irgendwann gar keine Entscheidung mehr treffen können und bei jedem Gegenstand die Antwort nur noch „Keine Ahnung“ ist. Daher lieber kleine Bereiche auswählen und dabei auch auf das eigene Energielevel achten.

  1. Vorher die Gegenstände nicht aus Bereich komplett ausräumen

Ich liebe diesen Punkt, denn das ist ein Fehler beim Ausmisten, denn ich vor Jahren nicht nur einmal gemacht habe! Warum das ein Fehler ist? Stell dir vor, du willst deinen Kleiderschrank ausmisten und stehst nun davor und nimmst nur die Dinge raus, die du nicht mehr behalten möchtest. So weit so gut, doch glaub mir, vieles siehst du wahrscheinlich gar nicht, weil dein Kleiderschrank vielleicht voll ist bis in die letzte Ecke. Vieles ist verdeckt von anderen Kleidungsstücken. 

Daher mein Tipp: Räume alles und ich meine hier alles aus dem Bereich aus, den du ausmisten möchtest. Dann wische einmal den Bereich aus und räume dann die Dinge ein, die du wirklich brauchst, nutzt oder die dich gut fühlen lassen.

  1. Die „was wäre, wenn…“ Frage oder „Das könnte ich vielleicht noch gebrauchen“

Wir fragen uns oft „Was wäre, wenn…?“ oder haben den Gedanken, dass wir ein Gegenstand, was auch immer es sein mag, vielleicht doch nochmal irgendwann in der fernen Zukunft brauchen könnten, auch wenn wir ihn schon seit Monaten oder garJahren nicht genutzt haben.

Wenn du etwas nicht nutzt oder nicht gerne nutzt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dies auch in Zukunft nicht (gerne) zu tun. Warum willst du also diesen Gegenstand behalten und weiter mit in deinem Leben tragen? Warum hast du vielleicht sogar Angst diesen Gegenstand los zu lassen?

Alles, was uns nicht dienlich ist im Leben, sollte dort auch keine Rolle spielen und uns nicht belasten, so sehe ich es zumindest.

Wenn du dir bei einigen Gegenständen wirklich unsicher bist, bzw. die genannten Gedanken aufkommen, dann gebe ich dir einen Tipp: Packe alle diese Gegenstände in eine Kiste, die du mit einem Datum versiehst, z.B. heute in zwei Monaten. Wenn du dann bis zu diesem Datum nicht an die Kiste gegangen bist und Dinge rausgeholt hast, dann weißt du, was zu tun ist: Lass die Sachen gehen und gib sie weiter an jemanden, der sie gebrauchen kann oder entsorge sie, falls dies nicht möglich sein sollte, weil sie z.B. kaputt sind.

Fehler_ Was wäre wenn?-Frage

  1. Sachen ausmisten, die nicht dir gehören (ohne die Zustimmung der anderen Person)

Ich kann es verstehen und weiß genau, wie es sich anfühlt, wenn man im Fluss des Loslassen ist und sich freut, wie der Ballast geht. Wir wollen dann immer wieder machen, so war es zumindest bei mir. Doch egal, wie groß deine Motivation ist, die Habseligkeiten anderer sind tabu, es sei denn, sie bitten dich um Unterstützung oder es handelt sich um Kleinkinder.

Es sind nicht deine Sachen, es ist nicht dein Leben. Die Entscheidung, was andere gehen lassen wollen, müssen die Personen selbst treffen. Alles andere wird nur zu Ärger und Stress führen und den wollen wir uns alle ersparen, denn wir wollen ja leichter durchs Leben gehen.

  1. Ausmisten, wenn du nicht in der Stimmung bist

Hast du schon mal versucht auszumisten, wenn du so richtig schlechte Laune hattest? Wenn ja, wie hat es funktioniert? Wahrscheinlich eher semi-optimal, oder?

Jeder, der das schon mal ausprobiert hat, wird bestätigen, dass wir, wenn wir nicht in der Stimmung sind, arbeiten eher halbherzig durchführen und dann irgendwann abbrechen.

Wenn du einen schlechten tag hast, solltest du nicht ausmisten, denn im Endeffekt wirst du dich dann nur über dich selbst und den Prozess ärgern. Lass die Arbeit in de Moment bzw. an dem Tag ruhen und mache weiter, wenn du bessere Laune hast und  nicht gestresst bist.

  1. Ausmisten, um neue Sachen zu kaufen

Wenn du schon länger hier bei Estherloveslife mitliest, gehörst du bestimmt nicht zu diesen Personen, die ausmisten, um sich dann wieder ganz viele neuen Krimskrams kaufen und ihre Wohnung wieder vollstellen. Das ist für mich der größte und mit am häufigsten vorkommende Fehler beim Ausmisten Wir missten doch aus, weil wir den Überfluss und all den Kram satt haben und leichter durchs Leben gehen wollen und nicht, um Platz für neuen Überfluss zu kreieren.

Wenn du Dinge nicht ausmisten willst, dann ist das in Ordnung. Niemand schreibt dir vor, wie viele Dinge du besitzen sollst und darfst. Es wäre eine Verschwendung von Ressourcen, wenn du alles ausmistest, um es dann wieder neu zu kaufen. In diesem Fall wärst du im Konsumkreis gefangen.

Miste das aus, was du nicht mehr brauchst, was du nicht mehr willst, was dich nicht erfreut. DU willst dich leichter fühlen, von Ballast befreit und nicht, um wieder den gewonnen Platz, die gewonnene Zeit mit neuem Kram zu füllen.

  1. Nicht wissen, wohin mit all den Sachen

Der Grund, warum wir oft beim Ausmisten mit Boxen etc. arbeiten, ist, dass wir dadurch gleich wissen, was mit den ausgemisteten Dingen passieren wird. Entweder ist etwas Müll, oder wir wollen es spenden oder verkaufen. Wenn du nicht weißt, wohin etwas gehen wird, was du ausgemistete hast, dann bleibt es oft noch wochen- oder gar monatelang noch in unserem Haushalt. Entscheide also gleich beim Ausmisten, was mit dem Gegenstand passieren soll und dann werde entsprechend aktiv. Willst du etwas verkaufen, dann stell es in die entsprechenden Plattformen ein oder mache eine Ecke, in der du alle Gegenstände sammelst, die du beim nächsten Flohmarkt verkaufen wirst.

  1. Ausgemistete Gegenstände an Familienmitglieder weitergeben wollen

Abschließend noch ein häufiger Fehler beim Ausmisten, den ich selbst begangen habe und dich daher warnen möchte: Ausgemistete Gegenstände an Familienmitglieder weitergeben wollen. Dies ist auch ein Punkt, bei dem Marie Kondo sagt, dass wir diesen Fehler nicht begehen sollen. Hätte ich das mal bei meinen ersten Ausmistversuchen beachtet!

Jetzt fragst, du vielleicht, warum das bitte ein Fehler sein soll. Also, zum einen werden andere Familienmitglieder diese Dinge eventuell auch keine Verwendung dafür haben. Aus diese Grund kommen diese Dinge oft wieder zu dir zurück, so zumindest meine Erfahrung. 

Eine Erfahrung, die ich jedoch auch schon gemacht habe ist folgende: Du mistest irgendetwas aus, weil du dafür keine Verwendung mehr hast oder vielleicht auch nie hattest. Du fragst also bei der Familie, ob es jemand gebrauchen kann. In diesem Moment prasseln Fragen auf dich ein wie:

  • Das kannst du doch nicht los werden wollen, das ist doch noch gut!
  • Wie kannst du nur xy nicht mehr wollen, das war doch ein Erbstück von Tante Erna?!

Das sind Kommentare und Fragen, die dich zweifeln lassen und dir ein schlechtes Gewissen machen werden. Etwas, was dich unsicher machen wird, was dich dazu eventuell zwingen wird, dich zu erklären oder in Diskussionen einzusteigen. Tue dir den Gefallen und mach das nicht.

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