Minimalismus für Anfänger: So einfach gelingt loslassen und ausmisten

Minimalismus fängt sehr oft mit dem Ausmisten und Loslassen von Unnötigem und Überflüssigem an. Einige sind überfordert. Deshalb möchte ich dir heute ein paar Tipps mitgeben, wie das los lassen, ausmisten und entrümpeln einfach gelingt.

So einfach gelingt loslassen und ausmisten

Viele, die sich mit dem Minimalismus und dem minimalistischen Lebensstil befassen, starten ihre Reise damit, dass sie ausmisten und entrümpeln. Sie wollen den Ballast los werden, sich einfacher fühlen und ihr Leben leichter gestalten, denn schließlich bedeutet der Minimalismus das Leben mit einem Minimum, den Nötigsten. Was das ist, hängt von der jeweiligen Lebenssituation einer Person ab. Ich glaube viele haben hier auch ein Bild von leeren, kargen Wohnungen ohne Möbel und mit weißen Wänden vor. Doch glaube, mir, ich kenne kaum jemanden, bei dem dies wirklich der Fall ist.

Ich möchte heute mit dir ein paar Tipps teilen, die das Ausmisten, los lassen und entrümpeln einfacher machen und hoffe, dass sie dir helfen.

Mindset

Wenn du schon zu Beginn überfordert bist, von all dem „Kram“ und mit dem Gedanken an die Arbeit gehst: “ So viel, wie soll ich das denn schaffen?“ dann wird es schwer. Sei positiv und freue dich auf das Ausmisten. Freue dich darauf den Ballast, den du die letzten jähre mit dir herumgetragen hast, los zu werden und dich freier und leichter zu fühlen. Was mir in solch einer Situation immer hilft, ist, wenn ich mir den Idealzustand vorstelle, als wie das Ergebnis idealerweise aussieht. Stelle es dir vor deinem inneren Auge vor. Du wirst merken, dass du dich darauf freust, diesen Zustand zu erreichen.

Nicht zu viel auf einmal

Ich bin ein großer Fan der KonMari Methode, wenn es ums Ausmisten, Aufräumen und Organisieren geht. Doch gerade wenn du zum ersten Mal wirklich ausmistest oder du sehr viel besitzt, kann diese Methode überwältigend sein. Wenn du voll motiviert bist und es kaum erwarten kannst los zu legen, kann ich das verstehen, doch nehm dir bitte nicht zu viel auf einmal vor und schaue auf dein Energielevel, denn das wird oft überschätzt. Geh lieber langsam und beständig vor, in dem du von Schublade zu Schublade arbeitest, als kurz nach dem Anfangen, wieder aufzuhören. Du kannst mit etwas kleinem oder auch etwas leichtem anfangen und dich dann etappenweise vorarbeiten. Lass dir hier auch die Zeit, die du benötigst.

energielevel- einfach ausmisten

Hamstern aufgeben

Wenn du schon mal ausgemistet hast, dann kennst du bestimmt den Gedanken, dass du dieses oder jenes „SPÄTER“ noch mal gebrauchen könntest. Sei hier ehrlich zu dir, ich meine wirklich ehrlich. Wenn du den Gegenstand im letzten Jahr nicht genutzt hast und sehr wahrscheinlich nicht vermisst hast, dann wirst du ihn auch nicht irgendwann in der Zukunft noch einmal benötigen, so ist zumindest meine Erfahrung.

Den Gedanken an sich finde ich nicht schlimm und es gibt immer mal Sachen bei denen dies der Fall ist. Bei vielen von uns nimmt dieser Gedankengang jedoch Überhand. Falls du ihn später dann brauchen solltest, kann du ihn dir entweder irgendwo für das eine Mal ausleihen oder dir notfalls kaufen.

Aufbrauchen

Um den Überfluss an Konsumgütern einzudämmen, empfehle ich dir ein temporäres Kaufverbot. Auch ich habe mir vor 5 Jahren eine Art Kaufverbot auferlegt und zwar die No Buy Challenge. Es ging mir damals darum meine Vorräte an Beauty- und Hygieneprodukten aufzubrauchen, bevor ich mir etwas neues kaufe. Die No Buy Challenge lässt sich jedoch auf alles anwenden von Kleidung, über Putzmittel, Gewürze und Lebensmittel bis hin zu Beauty- und Hygieneprodukten. Hier findest du den Blogpost und das passende PDF Dokument dazu.

Erinnerungen sortieren

Ein wichtiger und oft schwerer Zeitpunkt kommt dann, wenn du zu den Erinnerungsstücken kommst. Zu aller erst versuche dich den Erinnerungsstücken zum Schluss des Ausmistens zu widmen. Dann hast du schon etwas Erfahrung und weißt eher, was du behalten möchtest oder eben los lassen möchtest. Mein Tipp ist hier, dass du Fotos machen kannst, von den Erinnerungsstücken, die du gehen lässt, um dich notfalls mit den Erinnerungen zu verbinden, die mit dieses Teil verbunden sind. Schwelge gerne auch noch einmal in den Erinnerungen, verabschiede dich von diesem Teil. Vielleicht ist es auch notwendig nicht nur den Gegenstand, sondern auch die Erinnerung los zu lassen. Vielleicht geht es nicht nur um Abschied, sondern um das Verzeihen. Nimm dir hier alle Zeit, die du benötigst dafür.

Überfluss eindämmen

Nachdem du schon fleißig am Ausmisten bist, oder vielleicht sogar schon fertig damit, ist es Zeit, den Überfluss einzudämmen. Was meine ich damit? Ich meine damit z.B. die Newsletter, die täglich in dein E-Mail Postfach kommen, die Werbung in deinem Briefkasten, Werbegeschenke und Geschenke im Allgemeinen. Ich möchte meine Erfahrungen in Bezug auf Geschenke teilen. Mittlerweile bin ich dazu übergangen meinen Mitmenschen meine Wünsche offen kund zu tun und zwar in Form eines Wunschzettels. Ein paar Wochen vor meinem Geburtstag oder Weihnachten setze ich mich hin, mache mir Gedanken, was ich brauche und was ich wünsche. Es hat sehr gut in den letzten Jahren funktioniert, dass sich ein Umkreis an diese Listen hält. Natürlich kannst du dir statt Zeugs ich Geld schenken lassen oder du bittest die Personen, statt dir etwas zu schenken, das Geld lieber an eine wohltätige Organisation zu spenden. Dies sind ein paar Ideen, falls sich dein Umfeld nicht davon abbringen lassen sollte, dir lieber nichts zu schenken.

Tue Gutes!

Nachdem du nun mit dem Ausmisten fertig bist, tue Gutes, indem du viele der Dinge spendest oder verschenkst. Es gibt immer Menschen, denen es nicht so gut geht wie dir und die z.B. dankbar sind über einen neuen Wintermantel oder anderes. Natürlich wird es auch Dinge geben, die du verkaufen wirst oder auch Dinge, die du entsorgen musst, weil sie einfach kaputt sind und nicht anderweitig nutzbar. Wenn du an diesem Punkt bist, bitte denk an die Menschen, denen du eine Freude machst. Meine Erfahrung ist es, dass wenn wir anderen eine Freude machen, es auch uns erfreut und erfüllt.

tue gutes während du einfach ausmistest

Hole dir Hilfe

Falls du zu den Menschen gehörst, die mit all dem Kram überfordert sind oder du bei einigen Gegenständen Probleme hast Entscheidungen zu treffen, dann hole dir Hilfe und Unterstützung. Dies kann jemand aus deinem Freundeskreis sein oder ein/e professionelle/r Ordnungscoach oder -berater*in. Du bist nicht alleine.

Finde einen Platz für alles

Nachdem du alleine oder mit Unterstützung nun alles für dich Unnötige aus deiner Wohnung los geworden bist bzw. eigentlich schon während du ausmistest, finde einen Platz für alles. Wo kommt ab sofort der Haustürschlüssel immer hin, deine Handtasche, die Schere, deine Kleidung etc. Finde für alles einen Platz und achte darauf die Dinge auch immer wieder an ihrem Platz zurück zu bringen, nachdem du sie gebraucht hast. So hältst du Ordnung in deinem Reich.

Genieße deinen Fortschritt

Es ist Zeit dich zurück zu lehnen nach all der Arbeit und deinen Fortschritt zu genießen. Leg die Beine hoch und genieße deine neue Freiheit, die Ordnung und die Ruhe um dich herum. Wie fühlt es sich an? Bist du glücklich und zufrieden? Ist es so, wie du es dir zu Beginn vorgestellt hast? Erzähl mir von deinen Erfahrungen.

freiheit genießen- einfach ausmisten

Ändere dein Kaufverhalten

Das ganze los lassen, ausmisten und entrümpeln bringt natürlich wenig bis nichts, wenn du danach gleich wieder zum Jäger, Sammler oder Shopaholic mutierst und den Platz, deine Ruheort, den du dir eventuell mühsam erarbeitet hast, gleich wieder mit Nippes vollstellst.  Es ist wichtig, dass du dein Kaufverhalten der Vergangenheit überdenkst und dieses änderst, denn ansonsten bist du in ein paar Wochen, Monaten oder Jahren genau wieder dort, wo du vor dem Ausmisten warst. Gerne kannst du auch bei mir auf YouTube vorbei schauen, denn zu Kaufmotiven habe ich vor einiger Zeit ein Video gemacht. Vielleicht erkennst du dich bei dem ein oder anderen Punkt wider.

 

Liebe Grüße

Esther

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