Ordnest du noch oder lebst du schon?

Eine provokante Frage, die ich an dich stelle „Ordnest du noch oder lebst du schon?“.

Aktuell und passend zum Anfang des Jahres läuft auf Netflix- „Tidying up with Marie Kondo“. Dort wird ausgemistet und neu geordnet und organisiert.

Zusätzlich dazu kam vor ein paar Wochen eine neue Ikea Werbung heraus. Ein Paar sitzt beim Therapeuten, weil sie sich wegen der Unordnung im Haus streiten. Der Therapeut zeigt dann den neuen Ikea Katalog und ein Aufbewahrungssystem, dass dann die Beziehung rettet. Hier kannst du dir die Werbung anschauen, wenn du möchtest.

Früher ging es mir genauso. Ich habe mir zig Boxen und Aufbewahrungssysteme gekauft, um meinen Kram zu ordnen und aus der „Unordnung“ heraus zu kommen. Da wurden Regale gekauft, Schränke und natürlich auch Aufbewahrunsgboxen. Irgendwo muss das Zeug ja hin, wenn es nicht überall verstreut in der Wohnung für ein Chaos sorgen soll. Ich denke, du kannst dich hier bestimmt auch wieder finden. Vor ca. 4 Jahren ist mir, kurz bevor ich mir einen dritten Kleiderschrank gekauft habe, etwas bewusst geworden. Ich brauche keinen dritten Kleiderschrank, um Ordnung in mein Leben bzw. in meine Wohnung zu bringen. Ich brauche weniger, Kleidung und generell weniger Kram.  Sind wir doch ehrlich, vieles von dem, was wir besitzen nutzen wir nicht und brauchen es auch gar nicht.

Ikea Plastik Kisten
@pixabay/webandi

Es gibt den Spruch „Ordnung ist das halbe Leben“. Wir Deutschen wurden und werden zu Ordnung erzogen. Wir entschuldigen uns oft für die „Unordnung“ in unserem Haus, wenn jemand zu Besuch kommt. Doch in den meisten Fällen ist es nicht unordentlich. Ordnung ist nichts Absolutes. Die Einschätzung von Ordnung ist völlig subjektiv.

Schon Mephisto sagte in Goethes Faust zu seinem Schüler: „Gebraucht der Zeit, sie geht so schnell von hinnen. Doch Ordnung lehrt euch Zeit zu gewinnen.“

Wenn wir oft die Zeit betrachten, die wir benötigen um Ordnung zu halten, kann ich dies auch unterschreiben. Ordnung zu halten ist weniger aufwendig und kraftzehrend als Ordnung „zu machen“.

Ich möchte meine Zeit für sinnvolle Dinge nutzen. Für Dinge, die mir am Herzen liegen und die mich und mein Leben bereichern. Ich möchte das Leben genießen. Doch wie kommen wir nun zu dem Punkt, dass wir die Zeit haben und auch nicht die Energie, um uns um die Dinge zu kümmern, die uns wichtig sind im Leben?

Für mich war es damals erst einmal Zeit zu investieren, um mich von den materiellen Gegenständen zu trennen, die ich nicht nutze und auch brauchte. Dadurch, dass ich heute viel weniger besitze, als noch vor vier Jahren, brauche ich auch viel weniger Zeit um Ordnung zu halten oder Dinge zu ordnen. Ich muss mir zusätzlich dazu auch keine neuen Aufbewahrungssystem kaufen, die oft teuer sind.

Hört sich schwer an? Das ist es nicht. Nehm dir zu Beginn erstmal nur eine dieser unzähligen Boxen, Schubladen oder Regalbretter vor und schaue rein, was sich darin bzw. darauf befindet. Brauchst du wirklich alles oder befinden sich dort sogenannte „Schrankleichen“. Wenn du Dinge findest, die du nicht mehr brauchst, die nicht mehr passen, die kaputt sind, dann weg damit. Verschenke, spende, verkaufe oder wenn etwas kaputt ist, werfe es weg. Wenn du etwas erst in deiner Ordnung suchen musst, dann kannst du ja vielleicht getreu dem Motto leben : „Was nicht griffbereit ist, was man nicht nachts um zwei Uhr finden kann, das besitzt man nicht“ (Kurt Tucholsky). Es ist etwas, dass wahrscheinlich überflüssig ist und und somit weg kann.

Ja zum Leben sagen, Frau die die Arme hebt
@pixabay

Probier es doch einfach dieses Jahr aus, weniger zu konsumieren und zu besitzen. Auch wenn du zu Beginn Zeit investieren musst, um dich von Dingen zu trennen, so verspreche ich dir, wirst du danach mehr Zeit haben. Weniger Kram führt zu weniger Unordnung. Du brauchst weniger Zeit zum Putzen, zum Suchen, zum Ordnen und Organisieren und hast dadurch im Endeffekt mehr Zeit und auch Geld zum Leben. Denn genau dafür sind wir hier, auf dieser Welt, zum Leben.

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