Das Problem mit Idealen- Warum wir mehr sind als unser Körper

Letzte Woche war der Film „Embrace“ für einen Tag im Kino. Ein Film, bei dem es um das gestörte Verhältnis, vor allem von uns Frauen, zu unserem Körper geht.

Das bringt mich zum Thema des heutigen Blogposts, das nicht eng mit dem Minimalismus zu tun hat oder zumindest mit Minimalismus in Verbindung gebracht wird, es aber doch ist. Viele Menschen versuchen einem Ideal hinterher zu rennen oder nach zu eifern. Ein Ideal, dass es nicht gibt. Wir merken gar nicht, dass es uns gar nicht glücklich macht, diesem Ideal zu entsprechen.

Das Problem mit den Idealen

Kennst du das auch? Du schaust dir irgendwelche YouTube Videos, Instagram oder Facebook Fotos von vorher- nachher Bildern an und denkst, dass du genauso (und nicht anders) aussehen willst oder vielleicht auch musst? Vielleicht bist du auch gerade in solch einem Prozess? Ich sage nicht, dass das prinzipiell eine schlechte Sache ist. Natürlich sollte man nicht so viel Übergewicht haben, dass man sich nicht mehr bewegen kann oder, dass man aufgrunddessen mit Krankheiten wie Diabetes konfrontiert wird. Leider, und darauf komme ich noch ein paar Mal in diesem Post zurück, machen wir das oft nicht für uns selbst, sondern für „die Anderen“, denn wir wollen so sein wie sie. Es ist zu vergleichen mit Konsum. Wir wollen, dass besitzen, was andere besitzen, wir wollen so sein wie sie. Das ist der absolut der falsche Weg.

Eigenbild vs. Fremdbild

Wir vergeuden so viel Zeit, Energie und Geld um Idealen zu entsprechen. Alles, um gemocht und geliebt zu werden. Diese (Schönheits-)ideale werden uns von der Wirtschaft und im Speziellen der Kosmetik- und Modeindustrie vorgesetzt. Doch wer sagt eigentlich, dass diese Ideale wirklich real sind. Das, was wir sehen sind doch meist Fotos, die mit Photoshop bearbeitet wurden und diese haben nichts, aber auch gar nichts, mehr mit Natürlichkeit und der Realität zu tun. Wo ist die Natürlichkeit geblieben? Und wer sagt eigentlich, dass wir dann gemocht und liebt werden, wenn wir so sind wie andere oder so viel Erfolg haben wie andere? Wir verlieren uns dabei selbst.

Oft haben wir auch ein komplettes Bild von uns und unserem Körper. Wir nehmen uns „falsch“ war. Wir machen uns kleiner, als wir sind, wir zweifeln vielleicht sogar an uns. Es scheint, dass wir ein Beziehungsproblem mit unserem Körper haben. Jeder hat kleine Makel, doch das ist nichts, für das wir uns schlecht fühlen sollten. Ganz im Gegenteil! Unsere Makel und Schwächen sind ein Teil von dem, was uns ausmacht und was uns auch interessant macht. Falten und Dehnungsstreifen zeigen, was wir im Leben schon alles erlebt und erreicht haben. Wir haben gelacht, wir haben viel erlebt und als Frauen haben Kinder auf die Welt gebracht.

#Embrace: Das Problem mit den Idealen
©pixabay.com/ AlexisLeon

Unser Eigenbild wird geprägt durch Erlebnisse und Erfahrungen in der Kindheit, aber auch durch ein Idealbild. Und hier sind wir wieder bei den Idealen. Unsere Erfahrungen oder Erlebnisse aus unserer Vergangenheit prägen uns. Durch unsere Erfahrungen fühlen wir uns vielleicht, als wären wir etwas nicht wert. Uns wurde vielleicht auch mal gesagt, dass wir dick oder häßlich sind. Wir nehmen uns das dann zu Herzen und glauben, dass die ganze Welt genauso darüber denkt.

Das Fremdbild im Gegensatz dazu entspricht in der Regel objektiven Tatsachen. In der Regel, weil das in der Pubertät oft anders ist. Oft müssen sich dort heranwachsende Jugendliche Dinge anhören, die KEINESFALLS der Realität und objektiven Tatsachen entsprechen. Aufgrund dieser dummen und unüberlegten Kommentare fühlen wir uns ungeliebt. Viele suchen dann einen Ersatz für den Mangel an positiven Emotionen. Vielleicht ist es aber auch der Ersatz für fehlende Stärke gegenüber diesen Personen, die dazu führt, dass wir etwas anderes suchen, dass uns stark macht, dass uns „Gewalt“ gibt über eine Situation. Ich habe diese Erfahrungen damals selbst gemacht und glaube, dass dies ein Grund ist, warum viele Jugendliche und auch Erwachsene in Essstörungen geraten.

Dove Real Beauty Sketches

Um nochmal auf das falsche Eigenbild von uns zurück zu kommen, möchte ich euch ein Experiment von Dove zeigen, bei dem es ganz genau darum ging. Frauen wurden gefragt sich selbst (ihr Gesicht) einem FBI Phantomzeichner zu beschreiben, der dann aufgrund dieser Beschreibungen ein Bild angefertigt hat. Zusätzlich wurden die Personen vorher gebeten, als sie gewartet haben, sich eine andere Person genauer anzuschauen, die ebenfalls gewartet hat, und diese dann später auch dem Phantomzeichner zu beschreiben. Abschließend wurden dann jeder einzelnen Person die beiden Zeichnungen gezeigt. Die Unterschiede zwischen dem Eigenbild und dem Fremdbild waren sehr interessant und für mich auch aussagekräftig. Aber schaut selbst:

Dove Real Beauty Sketches 

Und auch dieses Video zeigt, wie schön wir Frauen uns wirklich fühlen und einschätzen…

Während meines Master Studiums habe ich damals mit einer Kommilitonin selbst eine Studie durchgeführt, in der wir verglichen haben, in wie weit das Eigenbild vom Fremdbild abweicht. Es ging damals nicht um Schönheit, sondern um Charaktereigenschaften, um Stärken und Schwächen. Das Ergebnis war jedoch genau das gleiche. Das Fremdbild, also wie andere Menschen uns einschätzen, wie wir auf andere wirken, ist oft ein ganz anderes, als das Bild, wie wir uns selbst sehen.

Ich frage mich schon seit langem, warum dies so ist. Warum schätzen wir uns oft anders ein? Warum machen wir uns kleiner, als wir eigentlich sind? Und warum machen wir uns von den Meinungen der Anderen abhängig? Wir alle haben Fehler, Ecken und Kanten. KEINER, aber auch KEINER ist fehlerfrei und perfekt.

Durch meinen Weg zum Minimalismus habe ich mich selbst viel besser kennengelernt und entdecke heute noch immer Seiten oder auch Charakterzüge an mir, die mir bis jetzt nie aufgefallen sind, die mich zu dem machen, was ich bin. Ich habe erkannt, was mir gut tut und was nicht; erfahren, was mich glücklich macht und bin bei mir selbst angekommen. Ich will nicht mehr sein, wie andere und irgendwelchen Idealen hinterherstreben oder mich für andere zu verbiegen! Ich bin ich, ich bin mir treu und ich bin glücklich, so wie ich bin!

#Embrace: Das Problem mit den Idealen
©pexels.com/Julian Jagtenberg

Dein Körper ist das Zuhause deiner Seele

Wir verstehen unseren Körper sehr oft falsch und denken, wenn wir so aussehen, wie Person xy dann werden oder sind wir glücklich. Dabei vergessen wir, dass das Gefühl glücklich zu sein, nie von Außen kommen kann, sondern immer nur von Innen, also von unserer Seele. Unsere geistige Haltung beeinflusst unseren Körper, unsere Ausstrahlung, Charisma und das Leuchten, das oft beschrieben wird. „Schönheit“ ist also ein Inside Job. Wir müssen in einen Monolog mit unserer Seele gehen und alte Muster durchbrechen. Wir dürfen uns nicht mehr sagen, dass wir häßlich oder etwas nicht wert sind, denn das wird unseren Körper krank machen und auch unsere Seele. Energie darf nicht mehr für diese negativen Gedanken genutzt, sondern muss endlich wieder für positives Denken und positive Gedanken verwendet werden.

Ich weiß, dass das nicht immer einfach ist und der Weg, den wir diesbzgl. gehen müssen auch ab und an etwas länger ist, aber es ist ein Weg, der es wert ist zu gehen.

#Embrace: Das Problem mit den Idealen
©pixabay.com/jdalton

Du bist nicht dein Körper, du hast einen Körper! Ein Zuhause für deine Seele. Wenn dir jemand etwas anderes ins Gesicht sagen sollte, dann stehe auf und sage ihm, dass du hübsch bist, dass es dir egal ist, was er über dich und deinen Körper denkt. Steh auf, mach dich gerade und zeige, dass du bereit bist eine Kriegerin zu sein. Sacke nicht in dir zusammen und ergebe dich deiner Neurosen. Aussehen ist vergänglich und das ist auch nicht das was zählt oder wichtig ist. Wenn wir daran gemessen werden, dann umgeben wir uns mit den falschen Personen. Wir sind so viel mehr!

Du bist hübsch, du bist wundervoll und einzigartig! Lass dir nie etwas anderes einreden. Genieße dein Leben, lache und liebe. Liebe dich mit deinen Macken, Stärken und Schwächen. Nimm dich selbst an. Dein Körper ist nur die Hülle oder sagen wir ein Instrument und kein Schmuckstück. Unser Körper ist das Medium, dass wir nutzen, um unsere Seele zum Ausdruck zu bringen, um aktiv Momente zu erleben, Ziele und Visionen zu leben, sowie Moment zu erleben.

Ich wünsche dir, dass du zu dir selbst findest, dich annimmst und mir dir glücklich bist. Sei du selbst und verstelle dich nicht für andere.

Deine Esther

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