Was Unzufriedenheit mit Vergleichen zu tun hat

Am Montag hatte ich über das Thema “Ansprüche an uns selbst” geschrieben. Es gibt auch Momente, da bin ich unzufrieden mit meinem Leben oder mit bestimmten Bereichen in meinem Leben. Oft kann ich dann aber gar nicht ausmachen, warum das so ist. Wenn ich es wüsste, dann könnte ich ja entsprechend etwas ändern. Ich bin die einzige, die etwas daran ändern kann. Wenn etwas nicht passt, dann kann ich es ansprechen, ich kann mein Verhalten ändern, ich kann mich bestimmten Situationen entziehen, ich kann Abstand zu Menschen gewinnen. Doch was tun, wenn man nicht weiß, warum man unzufrieden ist?

Wenn ich in solchen Momenten bin, dann nehme ich mich oft aus der Situation raus bzw. ziehe mich zurück, um zu reflektieren. Ich gehe z.B. die Situation nochmal durch. Versuche sie aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten, so als wäre ich eine unbeteiligte Person, die von Außen drauf schaut. Das bringt mich oft schon weiter.

Ich habe festgestellt, dass ich in den meisten Fällen, wenn ich unzufrieden bin, ist, mich vorher mit anderen verglichen habe. Person xy ist erfolgreicher als ich, Person ab ist “besser” angezogen als ich. Oder nach dem Motto: “Oh, Person xy hat dies oder jenes geschafft, das will ich auch.” Ich mache das nicht bewusst, sondern es ist oft ein unbewusster Prozess, der mir erst im Nachhinein bewusst wird, wenn ich mir die Zeit nehme und, wie gesagt, analysiere und reflektiere.

Dann merke ich auch wie blöd das ist, was ich da mache. Denn, wenn ich ehrlich bin, will ich das gar nicht, was diese Person hat. Ich will mich auch nicht vergleichen. Ich will ich sein mit all meinen Facetten, meinen Ecken und Kanten. Auch wenn es vielleicht nach Außen alles Shiny wirkt, so weiß oft niemand, wie viel Arbeit vielleicht da rein gesteckt wurde, wie es der Person geht und wie sie sich fühlt. Dieses Phänomen ist meines Erachtens durch Social Media zum Teil noch schlimmer geworden, denn dort bekommen wir immer die perfekten Momente angezeigt. Wir sehen nicht, was im Dunkeln passiert, wie die Realität und der Alltag aus sehen. Ich muss nicht mithalten können, so wie ich es in meinen Teenagerzeiten und auch noch in meinen 20ern geglaubt habe. Ich darf ich sein, denn ich bin gut, genauso wie ich bin!

In diesen Momenten ist es das Beste wieder zu sich zurück zu kommen und sich auf sich zu besinnen. Sich Selbstliebe zu zeigen, sich zu achten und sich vor Augen zu führen, dass das Leben schön ist und wir perfekt sind, genauso wie wir sind. Das ist leider nicht immer einfach und brauch ein bisschen Übung, aber mit der Zeit wird es einfacher und schöner.

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