Wie Minimalismus zu innerer Ruhe und Klarheit führt

In meinem Blogpost letzte Woche habe ich davon gesprochen, dass sich der Moment aktuell wie ein Neustart anfühlt bzw. der Gedanke von einem Neustart in mir aufgetaucht ist. Weiterhin hatte ich erwähnt, dass ich in den letzten Wochen auch zu einigen Erkenntnissen gelangt bin. Einige von diesen Erkenntnissen hatten mit Minimalismus, innerer Klarheit und Zufriedenheit zu tun. Diese möchte ich heute mit dir teilen.

Bevor wir in die Tiefe gehen, möchte ich noch einmal kurz darauf eingehen, was Minimalismus für mich ist. Minimalismus ist für mich nicht ein Ziel, auf das ich hinarbeite, sondern ein Werkzeug hin zu einem bewussteren Leben mit mehr innerer Klarheit und Zufriedenheit. Ein bewusstes Leben meint hier z.B. bewussteren Konsum, aber auch bewusster, in dem ich mich mit mir und meinen Bedürfnissen beschäftige. Indem ich mir bewusst machen, was ich wirklich brauche und nutze und auch, in dem ich herausfinde und mir bewusst mache, was meine Seele und mein Herz benötigen.

Ich lasse Dinge (sowohl materiell als auch immateriell) los, die mich davon abhalten, mich mit mir zu verbinden. Oft machen Dinge, die wir nicht nutzen, aber auch Personen, Verpflichtungen oder auch negative Glaubenssätze einen gewissen Lärm. Einen Lärm, den du vielleicht nicht hörst, den dein Unterbewusstsein jedoch wahrnimmt. Lärm meint hier, dass Dinge gehegt, gepflegt, genutzt, repariert oder auch entsorgt werden wollen.

Wir fangen oft im Außen an und reduzieren die Dinge, die wir nicht nutzen und kommen dann in kleineren und auch größeren Schritten immer mehr zu uns und unserer Seele. Ich glaube durch das Loslassen und Reduzieren, fangen wir oft erst an, unsere Seele zu hören. Wir sind uns nicht bewusst, in wie weit uns die Dinge (nicht nur im materiellen Kontext) beeinflussen, uns eventuell stressen und unter Druck setzen.

Minimalismus für mehr Glück

Als ich vor einiger Zeit das Buch „Starkes weiches Herz“ von Madeleine Alizadeh, alias Diariadaria gelesen habe, gab es einen Satz, der in meiner Erinnerung geblieben ist:

Genau hier sehe ich die Herausforderung, denn wir nehmen uns gar nicht die Zeit und den Raum, um herauszufinden, was uns ein Glücksgefühl beschert. Wir sind so beschäftigt. Beschäftigt mit unserem Alltag, mit unseren Besitztümern, mit der Zeit, die wir in sozialen Medien verbringen, dass wir das Gefühl haben, genau für das Wichtige keine Zeit zu haben, nämlich uns, unseren Gefühlen, unseren Bedürfnissen.

Mehr Klarheit im Innen für mehr Unabhängigkeit im Außen

Meine Erfahrung hat gezeigt, dass je weniger Zeit ich ich sowohl mit Nachrichten, als auch mit sozialen Medien verbringe, desto besser geht es mir. Ich vergleiche mich weniger mit Menschen, sei es einer Person oder der Vergleich der Besitztümer einer Person. Dadurch und ich weiß, dass es vielen so geht, fühlen wir uns weniger deprimiert. Dadurch, dass wir uns selbst wieder kennen lernen, fangen wir wieder an im Innen zu leben, anstatt im Außen.

Hier ist jedoch meines Erachtens auch ACHTUNG geboten, denn ich habe des Öfteren leider erlebt, dass sich auch Minimalist*innen vergleichen nach dem Motto: „Ich habe weniger, also bin ich der/die bessere Minimalist*in.“ Jeder von uns lebt den Minimalismus unterschiedlich, da wir uns in unterschiedlichen Lebensphasen befinden und unterschiedliche Bedürfnisse haben. Wie können wir uns also erlauben, diese Menschen zu beurteilen und vielleicht sogar zu verurteilen. Sollten wir nicht erst einmal vor unserer eigenen Haustür kehren, bevor wir anfangen vor den Türen anderer zu kehren?

Innere Klarheit_Bewusstsein

Weniger negative Emotionen

Dadurch, dass wir uns wieder bewusst mit uns selbst beschäftigen, habe ich auch festgestellt, dass ich mit weniger negative Emotionen, weniger schlechtem Gewissen konfrontiert bin. Mit schlechtem Gewissen meine ich das schlechte Gewissen, wenn wir Dinge in unseren vier Wänden haben, die wir nicht nutzen und dies zu einem schlechten Gewissen führt, weil wir genau daran erinnert werden, wenn wir sie sehen und uns bewusst wird, dass wir sie nicht nutzen, obwohl wir sie mal genau dafür angeschafft haben.

Mit Minimalismus misten wir nicht nur Dinge oder auch Personen aus, sondern, wenn wir endlich auf unser Inneres hören, oft auch negative Glaubenssätze. Vielleicht schaffen wir es nicht sofort diese aufzulösen. Zumindest aber werden wir uns ihrer bewusst. Die Auflösung dieser Glaubenssätze benötigt seine Zeit und manchmal auch Unterstützung von anderen. Dadurch, dass wir mehr Zeit haben uns mit uns selbst zu verbinden und uns kennen zu lernen, werden wir auch unabhängiger vom Außen, also z.B. den Meinungen anderer Menschen.

Dankbarkeit

Durch weniger Besitz lernen wir dankbarer zu sein. Dankbar über die Dinge, die wir bereits in unserem Leben haben. Seien es materielle Gegenstände, aber auch z.B. Freundschaften. Zusätzlich glaube ich auch, so ist zumindest meine Erfahrung, dass uns dann auch erst bewusst wird, in welcher Fülle wir leben, denn es gibt viele Menschen auf dieser Welt, die dieses Privileg nicht haben.

Dankbarkeit ist ein Ursprung von Glück. In dem wir z.B. dankbar sind für die kleinen Dinge im Leben, die uns täglich begegnen, holen wir uns jeden Tag eine Portion Glück in unser Leben! Oft suchen wir Menschen das Glück immer in den großen Dingen oder machen unser Glück an der Erreichung eines Ziels oder am Kauf eines Produktes fest nach dem Motto: „Wenn ich x oder y erreicht habe oder besitze, dann bin ich glücklich.“ Dabei liegt das Glück ganz in uns selbst. Es zeigt sich in den kleinen, versteckten Momenten, die wir oft gar nicht mehr bewusst wahrnehmen oder auch verlernt haben wertzuschätzen.

Innere KLarheit_dankbarkeit

Was mir geholfen hat in den letzten Wochen, ist es eine Positivliste zu führen. Ich schreibe jeden Tag in mein Bullet Journal einen schönen kleinen Moment. Das hat mir geholfen, in Zeiten, in denen ich denke, dass es irgendwie gerade nicht so läuft oder in Zeiten, in denen ich mich deprimiert fühle, mir die schönen, kleinen Momente wieder bewusst zu machen und auch, dass eine Woche nicht anhand des einen nicht so schönen Momentes zu beurteilen ist, sondern an den vielen kleinen und schönen Dingen, die wir tagtäglich erleben. In jedem Tag steckt die Schönheit eines Wunders. So eine Liste kann man in seinem Kalender führen, in einem Journal, auf dem Handy oder PC. Vielleicht ist es an einem Tag, das leckere Essen, dass du gegessen hast, am nächsten Tag das Lächeln einer Person oder ein gutes Gespräch.

Zeit für das nutzen, was dir am Herzen liegt

Durch die Zeit, die wir nun haben, wird uns klar, was für uns im Leben wichtig ist. Wir haben die Möglichkeit nun unsere Zeit den schönen Dingen zu widmen, wie z.B. Zeit mit der Familie oder Zeit für ein Hobby. Wir haben die Zeit und die Möglichkeit auch neue Dinge auszuprobieren. Dadurch wachsen wir und sind meines Erachtens auch zufriedener. Auch ein Kauf von irgendetwas kann diese Art der Zufriedenheit und Klarheit nicht ändern. Dadurch, dass wir mehr Zeit für Ruhe haben und auch mehr Raum, können ihr uns entfalten. Indem wir Altes gehen lassen, egal ob materiell oder immateriell sind wir frei für neue Phasen oder die nächsten Phasen im Leben, wie auch immer diese dann aussieht.

Zum Schluss verlinke ich dir noch zwei etwas ältere Blogposts, die mit dem Thema Glück zu tun haben.

Zum Einen den Blogpost Das große Glück der kleinen Dinge und zum Anderen diesen Blogpost: Das Glück kommt aus dir…

Abschließend würde mich interessieren, wie Minimalismus und das Loslassen von altem Ballast dich und deine Seele beeinflusst hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.